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scholley007 10.03.2018 22:26

Deutschland´83 (2015)
 
Emmy-Gewinner wird man mit einer deutschen TV-Serie auch nicht alle Tage.
Dieser 8-Teiler hat seit seinem Erscheinen und dem einhergehenden Medienecho doch ein eher weitgehend unspektakuläres Leben geführt - zumal die Ausstrahlung im hiesigen TV (RTL) keine wirkliche Quote erzielte.
Weshalb die nun entstehende zweite Staffel (Titel: Deutschland´86) für "Amazon" entsteht.

Der 24jährige Martin Rauch (Jonas Nay), seines Zeichens Mitglied der Grenztruppen der DDR, wird von seinen Vorgesetzten (u.a. seine Tante Lenora, gegeben von Maria Schrader) als Spion im Frühsommer 1983 in den Westen entsandt. Sein Auftrag: Infiltration der Bundeswehr und der NATO, die für den Herbst ein Manöver geplant haben. Ein Manöver, hinter der sowohl Moskau als auch Ost-Berlin ein Erstschlagsszenario vermuten. Der kalte Krieg wird somit täglich heißer - nicht zuletzt, weil Martin (nun "Moritz Stamm") bei seinem Job (den er nur aus Widerwillen antrat, um seine todkranke Mutter auf einer "Spendernieren"-Liste nach oben rutschen lassen zu können) nicht nur seine Enttarnung auf dem Bundeswehrstützpunkt in der tiefsten Eifel befürchten muss..
..sondern weil sein Vorgesetzternin der BRD - General Wolfgang Edel (Ulrich Noethen) - seine liebe Not mit seinen Kindern hat: Sohn Alex, der als Oberleutnant, der mit der soeben höchst angesagten Friedensbewegung sympathisiert (eine Sympathie, die ihn quasi im Episodentakt immer unberechenbarer werden lässt) und Tochter Yvonne (Lisa Tomaschewsky), die bei ihrer Lebenssinnsuche in der Großstadt Köln soeben Anschluss an die angesagte Bhagwan-Sekte gefunden hat.
Während Martins Freundin Annett Schneider (Sonja Gerhardt) in der tiefsten östlichen Provinz langsam ein Sehnen nach ihrem abwesenden Liebsten verspürt, darf dieser für das kommunistisch ausgerichtete Vaterland den Verführer geben - etwas, das ihm keineswegs behagt.
Zumal genau dies der Auslöser ist, der Martin langsam aber sicher an der Lauterkeit seines Auftrages und seiner Ideologie zweifeln lässt....

"Willkommen in der freien Welt...", heißt es am Ende der letzten Episode - und spätestens dann heißt es sich selbst die Frage zu stellen, wie frei man in der besten aller Welten sein kann.
Die von Anna LeVine (unter Pseudonym: Anna Winger) geschaffene Serie lässt alle Personen, die im Rahmen ihrer Mittel die besten Absichten (für ihr Land/für ihre Nächsten)hegen, im Verlauf der Ereignisse wahrlich "auflaufen".
Das Ende gerät wahrlich unangenehm ambivalent.
Unterfüttert mit Kleinigkeiten, die geschichtlich Interessierte lächeln lassen und mit einem historisch adäquaten Soundtrack akustisch angefettet, ist das von vorne bis hinten eine wirklich coole Zeitreise, die Kids von heute mit einem Deutschland konfrontiert, das so heute nicht mehr existiert - und dennoch ein Gefühl an "hätt ich vielleicht mal gern erlebt" vermittelt.
Bin nach diesen kurzweiligen 370 Minuten doch schwer an einer Fortsetzung interessiert.....


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 02:18 Uhr.

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