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Alt 19.01.2018, 07:06
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Der Tanz mit dem Teufel (2001)

TV-Events. Aus dem Hause SAT 1. Von einem der umtriebigsten und erfolgreichsten Regisseure/Produzenten, die das deutsche Fernsehen heute hat - Nico Hofmann (Der Sandmann/Solo für Klarinette/Die Luftbrücke/Der Tunnel/Mogadishu/Der Medicus/Deutschland´83). Gestehe ja: haben mich all die Jahre nicht so wirklich interessiert. Bis auf "Deutschland ´83" der nun auch hier rumliegt um in Bälde in den Player zu wandern)
Auch der mit Preisen ausgezeichnete "Der Tanz mit dem Teufel" geriet mir vor Jahren bei einem Streifzug in einem (heute nicht mehr existenten) DVD-Gebrauchtladen in die Finger und setzte in dem Regal "Deutscher Film" über die Jahre (genauer: seit 2009) gut Staub an - bis ich ihn heuer fast "ausgewildert" hätte.
Und dann doch nicht tat - wegen der Besetzung: Sebastian Koch (Das Leben der Anderen), Tobias Moretti (der sich nach dem Serienbandwurm "Kommissar Rex" durch seine Mitwirkung in "Das finstere Tal" und "Das ewige Leben" für mich "freischwamm" - was auch sehr viel über eine eigens gepflegte arrogante Haltung aussagt, wenn man Schauspieler gerne in eine Schublade packt) und.... Christoph Waltz. Der hier zum zweiten Mal unter der Regie von Regisseur Peter Keglevic (Der Bulle und das Mädchen/Der Skipper) arbeitete. Ihre erste Zusammenkunft ist in "Du bist nicht allein - Die Roy Black Story" zu bewundern....

Am 14.12.1976 wird der Student Richard Oetker (Sebastian Koch) - Erbe des Puddingimperiums - entführt und 47 Stunden später - gegen Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von (damals unvorstellbaren) 21 Millionen DM wieder frei gelassen. Doch ist diese Zeit an dem Entführungsopfer keineswegs spurlos vorbei gegangen: in einer Holzkiste gefangen gehalten, war Oetker mittels Handschellen gefesselt und Stromstößen ausgesetzt, die seinem Körper auf Lebenszeit Schäden hinterließen.
Von seiner seelischen Verfassung nicht zu reden....
Während er sich selbst immer wieder selbst martert um sich an alles erinnern zu können, was die ermittelnden Kriminalbeamten auf die Spur der Täter bringen könnte, die ihn entführten, raubt ihm diese (nachvollziehbare) Rastlosigkeit stückweise die Beziehung zu seiner Freundin Christine (Sophie von Kessel).
Bis er selbst von dem in den Fall verbissenen Ermittler Georg Kufbach (Tobias Moretti) als größtmöglicher Störfaktor angesehen wird - trotz dessen Respekt vor dem Menschen Richard.
Als nach rund zwei Jahren Ermittlungsarbeit schließlich der KFZ-Mechaniker Dieter Cilov (Christoph Waltz) im Raster der sich langsam zusammenziehenden Schlinge verfängt, ist Oetkers seelisches Martyrium noch lange nicht vorbei. Im Gegenteil: der selbsterklärte Bonvivant und schwer selbsteingenommene Cilov entpuppt sich als nahezu unknackbare Nuß. Auch wenn er letztendlich (trotz schwacher Indizienbeweise und seiner Weigerung seine Schuld zuzugeben) verurteilt wird - das Geld bleibt verschwunden. 15 Jahre lang.....
....bis sich, als sich die Gefängnistüren für Cilov öffnen, für die auf Abschluss des andauernden Pokerspiels hoffenden Kufbach und Oetker, eine letzte Chance auf Erlösung bietet...

Der Film lässt die miefig-piefigen Siebziger in Glanz und Gloria (und optisch gefilmter Grobkörinigkeit der Bilder - so wie alte angeranzt wirkende Super8-Filme) wieder auferstehen. Und zelebriert sowohl Cilovs Masterplan wie auch die zermürbende Kleinstarbeit der Ermttler und die zunehmende Frustration über selbige auf den Punkt.
Der wahre Cilov - Dieter Zlof mit Namen - hatte eine Verfilmung seines Lebens schon geplant. Dieser kam die SAT 1-Produktion zuvor, der Richard Oetker, der nicht daran interessiert war, sein Martyrium so öffentlich erneut zu wiederholen zuvor, in dem er dieser Verfilmung seinen Segen gab.
In der alle drei Hauptdarsteller mit packenden Leistungen glänzen dürfen (Auch wenn der Alterungsprozess ein wenig Richtung Level tendiert, wie damals in dem - immer noch großartigen - "Die Verurteilten" serviert. Könnte also für Nitpicker ein Stolperstein sein. Aber das macht letztendlich tatsächlich kaum etwas aus).
Und Christoph Waltz seine (heute allseits bekannten und beliebten) Manierismen schon auf den Punkt kultiviert hatte, bevor sie bei Tarantino auf eine höhere Stufe gebracht wurden. Sein Cilov ist so höflich und zuvorkommend, wie falsch und dennoch einnehmend. Und sein Zusammenspiel mit seinem Erzgegner Kufbach (im wahren Leben: Helmut Bauer) vibrieren ob ihrer Intensität. Da gerät der Film wahrlich zu dem im Titel angekündigten "Tanz mit dem Teufel".
Im wahren Leben schlug die Geschichte einen Bogen von 1976 bis zum Abschluss der Geschehnisse im Jahr 1997. Bei mir dauerte es beinah genauso lang vom Jahr der Ausstrahlung anno 2001 bis heute.
Gut Ding will (manchmal) wahrlich Weile haben.
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (19.01.2018 um 07:10 Uhr)
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