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Alt 08.02.2019, 21:15
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard The hate u give (2018)

Ich sollte mich wohl mal irgendwann mit Leben und Schaffen von TuPac Shakur beschäftigen. Abgesehen von dem immer wieder auftauchenden "2 Pac lives" ist dies neben "187" wohl das häufigste Graffiti, das man - egal in welcher Qualität - an Häuserwänden und sonstwo finden kann. Und - vermutlich wegen meines kaum ausgeprägten Hangs zu Rap - hab ich die Musik jenes in jungen Jahren erschossenen Idols - doch eher verschmäht. Dass nun einer seiner von ihm geprägten Ausdrücke - "Thug Life" - als Akrynom weniger für den "Gangsta"/"Schläger"/"Verbrecher" steht, sondern für "The Hate U Give little infants fucks everybody" (dt: "Der Hass, der kleinen Kindern entgegen gebracht wird, schadet allen"), ist in diesen unseren Zeiten, in denen nahezu jedes Wort auf die Goldwaage des PC-Gerichts gelegt wird, nahezu kaum mehr zu überhören.
Basierend auf einer wahren Begebenheit (die nur zur Inspiration diente und als Kurzgeschichte begonnen zum Roman anwuchs) ist Autorin Angie Thomas (die ihre Liebe zu "Harry Potter" auch wunderbar in der Geschichte untergebracht hat) in Zusammenarbeit mit Regisseur/Produzent George Tillman Jr. (Man of Honor/Barbershop/Notorious B.I.G.) hier ein Film gelungen, dessen Botschaft über jede Grenze der eigenen gepflegten Vorurteile hinweg treffen sollte....

Starr Carter (Amandia "The darkest minds"/"The Hunger Games" Stenberg) ist 16 Jahre und kommt aus einem sozialen Brennpunkt Atlantas. Ihre Eltern (Regina Hall/Russell Hornsby) haben es geschafft, ihre drei Kinder in einer (hauptsächlich) von weißen Kids besuchten Highschool unterzubringen. Der tägliche Spagat zwischen den dort auf "coole Yo-Man and Sistaz" machende Suburbia-Kids, die noch nie "Ghetto"- bzw. "Hood"Luft geschnuppert haben, sich aber für diesbezüglich "aufgeklärt" halten) als zwischen den generell auf mackercoolen Bros und Sister der eigenen Community, bei deren Wochenendfeten Kommunikation auch allzu gern mit Waffengewalt gelöst wird, belustigt, nervt und frustriert sie gleichermaßen.
An manchen Tagen fühlt sie sich, schlicht wie ein Zuschauer im eigenen Leben - und kommentiert jenes erstaunlich weitsichtig.
Bis ihr bei einer Party - bei deren Verlauf dann Schüsse fallen - ihr alter Kinderfreund Khalil (Algee "Detroit" Smith) begegnet. Lange Zeit haben sich die beiden aus den Augen verloren - aufgrund familiärer Umstände hat Khalil inzwischen Erfolg als Dealer. Aber er weiß, dass er seiner besten Freundin damit gar nichts beweisen kann.
Als die Party aufgrund der Vorkommnisse quasi gecrasht wird, fährt Khalil Starr nach Hause.
Doch eine Polizeistreife nötigt sie zum Halt. Aufgrund eines eher willkürlichen Verkehrsvergehens, muss Khalil eine Überprüfung seines Führerscheins über sich ergehen lassen. Und eckt aufgrund seines Jungmann-Mackergetues mit dem weißen Streifencop an. Und verschlimmert die Situation - trotz Starrs Warnungen vom Beifahrersitz aus - indem er eine (für den Cop) als Bedrohung anzusehende Bewegung macht.
Weshalb er mit zwei Kugeln im Körper auf der Straße neben seinem Fahrzeug stirbt. Und Starr binnen kürzester Zeit von einer Zeugin zu einer Gallionsfigur im Protest schwarzer Bürger gegen Polizeiwillkür mutieren lässt... wäre sie denn wirklich daran interessiert.
Doch am meisten scheint allen Beteiligten daran gelegen, dass Khalils Tod für ihre (aufrechten) Beweggründe benutzt werden. Und sich offensichtlich niemand um den Menschen Khalil selbst interessiert.
Einzig der Dealer der Hood - King (Anthony Mackie) - für den Khalil tätig war, ist ob der Möglichkeit zu sehr unters Brennglas der Öffentlichkeit zu kommen - wenig angetan. Weshalb Starr und ihrer Familie aus dieser Richtung Gefahr droht, die den bislang so sicheren Familienverband zu sprengen droht....

Machmal kommen Filme langsam, aber umso gewaltiger. Gerade weil der Film so dicht an seinen Figuren bleibt - und auch den Nebenfiguren sowohl Gewichtung als auch eine Form der Entwicklung zugesteht, gerät der Film zu einem jener Unterhaltungsfilme mit Inspirations-Anspruchsschleifchen, die einen schlichtweg begeistern können. Ähnlich wie "Club der toten Dichter", Ende der Achtziger, "Grüne Tomaten" in den Neunzigern, "Billy Elliot - I will dance" in den Nuller Jahren oder "Hidden Figures" (sowie den hierzulande im Kino komplett ignorierten "The Help") erst vor kurzem, ist "The hate u give" in seinem Anliegen UND der Fähigkeit dies packend UND unterhaltend gleichermaßen zu servieren, einfach wertvoll, weil er eine Form des Umdenkens aufgrund schon viel zu langer falsch laufender Entwicklungen aufzeigt.
Und mit Starr eine Figur, ein Wesen - einen Menschen hat, der um soviel mehr zur Gallionsfigur taugt, als jemand wie "Katniss Everdeen".
Und somit die Chance besitzt - binnen kurzer Zeit - auch in den hiesigen Schulunterrichtskanon aufgenommen zu werden.
Denn diskussionswürdig ist der allemal - und sei es nur, um bestimmte Klischeevorstellungen bezüglich "THUG"-Life aufzubrechen. Ich denke, 2 Pac hätte der gefallen....
Aber vielleicht bin ich ja einfach auch nur ein Stück weit zu alt und ein Stück weit zu naiv, um mir dies zu wünschen.

Und für den Zettel: Kinostart ist am 28.2.2019!
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (08.02.2019 um 21:18 Uhr)
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