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Alt 12.10.2018, 09:33
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Suspiria (2018)

Das Original von Dario Argento setzte einst Maßstäbe im Genre des Horrors. Und hat bis heute nichts von seiner Wucht verloren. Im Zuge des Remakewahns war die Ankündigung von eben diesem Projekt doch mit einer gewissen - nun ja - Skepsis behaftet. Der Anfang des Jahres servierte Trailer ließ - für meinen Geschmack - bestenfalls ambivalente Erwartungshaltungen zu. Gestern Abend - im Rahmen der Kölner Film Festivals - öffnete sich nun der Vorhang für einen 152minüten Rausch (das Original brauchte für diese Distanz einst 88 Minuten)...

Berlin, 1977. Deutschland im Herbst. Während auf den Straßen und den Medien die Unruhen um die sich im Hungerstreik befindlichen Mitglieder der Baader Meinhof-Gruppierung und die Entführung einer Lufthansa-Passagiermaschine nach Mogadishu um die Freilassung jener im Hungerstreik befindlichen Inhaftierten zu erpressen das Tagesgeschehen dominieren, kommt die Amerikanerin Susie Bannion (Dakota Johnson) in der geteilten Stadt an. Ihr Ziel: in der Schule der "Markos Tanzakademie" aufgenommen zu werden.
Was gelingt - ist doch überraschend ein Platz frei geworden, da jene Inhaberin verschwunden ist.
Doch findet ein Wirklichkeit ein anderer Krieg als in der realen Welt hinter den Mauern des Gebäudes statt - und Susie ist dazu ausersehen, Dreh- und Angelpunkt dieser Entwicklung zu werden.
Die führende Kraft hinter all dem ist Madame Blanc (eine grandios aufspielende Tilda Swinton, die - soviel wird verraten - drei Rollen im Film inne hat) und diese hat ihre Mittel und Wege entsprechende zu beschreiten...

Kurz und gut: die ersten zwei Stunden waren - trotz langsamen Voranschreiten - ob der Stimmung und der Bilder wahrlich ein vollkommen unerwarteter Traum. Anders als Argentos optische Dramaturgie (die ja weit über der storytechnischen Dramaturgie anzusiedeln ist) - aber auf ihre Weise stimmig.
Auch die Entscheidung von Regisseur Luca Guadagnino (Call me by your name/A bigger splash - beides eher charakterorientierte Arthausfilme), dem Film (entgegen dem Original) seiner eigenen alptraumhaften Welt/Realität eine echte Welt entgegenzusetzen, gibt dem Gesamten einen Dreh: so wie die Außenwelt in diesen Mirkokosmos eindringt, geschieht dies auch umgekehrt. Und webt ein viel dichteres Ungutgefühl, als dies in Argentos Kosmos möglich war.
Dass Tilda Swinton und Dakota Johnson mit Guadagnino schon bei "A bigger splash" zusammen gearbeitet haben, führt dazu, dass sie durch seine Anleitung intensiv-fiebrige Darstellungen bieten. Weil sie vollkommen in ihren Rollen aufgehen. Dürfen.
Auch der Nebencast - Chloe Grace Moritz, Ingrid Caven (Rainer Werner Fassbinders Muse und kurzzeitige Ehefrau), Sylvie Testud (Jenseits der Stille/La vie en rose), Renee Soutendijk (Abwärts/Spetters/Eve 8) und die einstige Hauptdarstellerin des Originals - Jessica "Phantom of the Paradise" Harper - ist (mit Hinblick auf Tarantinos Vorliebe ein paar Gesichter, die man längere Zeit nicht mehr gesehen hat) toll gewählt. Auch weil diese Gesichter von alternden Schauspielprofis einfach Geschichte auf ihren Antlitzen transportieren. Im Gegensatz so unendlich vielen Junggesichtern der filmischen Gegenwart.
Und die erste Gewaltspitze verschlägt einem den Atem. Selten hat das Zuschauen allein in letzter Zeit so weh getan.
Der Film ist in 6 Kapitel und einen Epilog aufgeteilt - und die ersten 5 Kapitel erscheinen wie aus einem Guss.
Bevor dem Film im Finale - für meinen Geschmack - der Gaul durchgeht. Und der Epilog tonal vollkommen aus dem Rahmen fällt. Das wär Argento zu jener Zeit nicht passiert.
Auch wenn das rauschhaft, brutal intensiv gefilmt ist (und da der Lichtsetzung Argentos komplett Referenz erwiesen wird) - letztendlich hat mich das auf exakt demselben Level verloren und kalt gelassen, wie das exzessive Remake von "Evil Dead". Für die Möglichkeit einer erneuten Sichtung (auf Scheibe mit Audiokommentar) steht der auf dem Zettel. Auch vielleicht für eine Zweitsichtung auf Leinwand wegen der phantastischen Bildgestaltung und Lichtsetzung.
Im schlimmsten Fall kann ich ja 20 Minuten vor Schluss Schluss machen......
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (12.10.2018 um 09:37 Uhr)
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Alt 13.10.2018, 11:17
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Standard AW: Suspiria (2018)

Ich hoffe, dass der bei uns läuft, glaube es aber nicht. Das original ist so cool und es wurde in Freiburg gedreht. Ich zeig jedem das rote haus, wenn wir mal da sind
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Wenn man nie jemanden ins Vertrauen zieht, kann man schwerlich verraten werden. Kobayashi
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Alt 19.02.2019, 16:51
Benutzerbild von mati
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mati ist (noch) nicht aufgefallen
Standard AW: Suspiria (2018)

Zitat:
Zitat von scholley007 Beitrag anzeigen
Und die erste Gewaltspitze verschlägt einem den Atem.
Ich nehme an du sprichst hier von...
Spoiler: Anzeigen
der Stelle bei der Susie sich für die Hauptrolle gemeldet hat und man ihren Tanz sieht, während Olgas Knochenbrüche gegen geschnitten werden

Die Stelle fand ich auch unglaublich beeindruckend und für mich definitiv der verfrühte Höhepunkt des Films. Leider endete diese Szene sehr abrupt. Hungrig auf mehr davon, wurde im Film später nichts mehr geboten was gänzlich da hätte mithalten können.
Spoiler: Anzeigen
Später die Aufführung von "Volk" vor Publikum, während sich Sara im Keller das Bein brach, war noch halbwegs cool, wobei ich in der Hektik gar nicht so richtig kapiert hatte wie das mit dem Loch im Boden passierte.


Beim Original war neben den Bildern und Farben vor allem die Musik ein Highlight. In diesem Remake ist die Musik im Vergleich dazu meist eher konventionell. Jedoch versetzte mich die Musik die während der Tänze erklingt, auch wenn sie nicht wirklich Goblins Musik für das Original ähnelt, dennoch in eine ähnliche Stimmung.

Den Cast fand ich toll. Neben Dakota Johnson und Tilda Swinton würde ich hier noch Mia Goth hervor heben. Bei manchen der Figuren die eigentlich hätten deutsche sein sollen war lediglich das schlechte Deutsch bisl unfreiwillig komisch.

Am Schluss störte mich vor allem, dass sich auf einmal die Handlung überschlug. Ich hätte da lieber einfach einen Bilderrausch genießen wollen. Es wirkte schon fast absurd, dass nach über 2 Stunden in denen recht wenig erklärt wurde und die Handlung so vor sich hin plätscherte, plötzlich ganz viel in den letzten paar Minuten vor sich ging. Ich kapiere auch nicht komplett alles.
Spoiler: Anzeigen
Was genau war das totbringende "Monster" am Ende? Warum beschützte Susie Madame Blanc nicht bzw. warum scheint ihr vollkommen egal zu sein, was mit Madame Blanc passiert? Die überlebte zwar, allerdings offenbar mit bleibendem Schaden. Was genau hat es mit dem Gelabere über Schuld auf sich, wenn Susie zum Schluss mit Dr. Klemperer spricht? Was genau hätten die denn mit ihm vorgehabt, wenn er z. B. ein Nazi-Verbrecher gewesen wäre?
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