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Alt 18.04.2017, 11:04
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard I woke up early the day I died (1998)

...oder auch Ed Wood´s "Der Tag an dem ich starb" (als deutscher TV-Alternativtitel - allerdings nur halb so poetisch in der Übersetzung). Die Verfilmung von Ed Woods letztem Script - jenem Herren, der in seiner "heiligen Dreifaltigkeit" als Produzent/Drehbuchautor und Regisseur nach einer beispiellos erfolglosen Karriere in den Achtzigern "wiederentdeckt" und seither als "Regisseur des schlechtesten Films ever" etikettiert wurde. Was "Plan 9 from Outer Space" auch heute noch unterstreicht (für meinen bescheidenen Geschmack von Werken a la "New Kids Turbo", "Mike and Dave Need Wedding Dates" oder "Nemesis 3" von Albert Pyun problemlos in den Schatten gestellt wird). Und von Tim Burton in den Neunzigern mit seiner filmischen Liebeserklärung "Ed Wood" auf ein Podest gehoben wurde, von dem aus gesehen die Person Ed Wood auch heute noch ansehnlich wirkt (das Biopic - mit einem Johnny Depp bar jeglicher heutiger gepflegter Manierismen - spart allerdings das unrühmliche Ende Woods aus).
Kein Wunder, dass man sich - auch aus Gründen der "Hipness" dereinst vor 20 Jahren - anschickte, das letzte von Wood verfasste Script zu verfilmen.
Ganz nach der Art, wie es Ed wohl selbst in Angriff genommen hätte...

Der Dieb (Billy Zane als Ausbund des herrlich augenrollenden Overactors perfekt besetzt) entkommt aus der Nervenheilanstalt (natürlich - wie könnte es anders sein - in Schwesterntracht) - und überfällt eine Bank. Als er auf der Flucht einen Bankangestellten erschießt, treibt es ihn dazu, dessen Beerdigung beizuwohnen.
Dass er die falsche Beerdigung besucht, ficht ihn nicht an. Dass er dabei die Beute verliert (die verbleibt durch einen dummen Zufall im noch nicht verbuddelten Sarg) allerdings doch sehr.
Eine Liste im Begräbnisinstitut auf der die Gäste der Beerdigung aufgelistet sind (warum auch immer) führt ihn zu den möglichen Neubesitzern der Moneten.
Doch falsch gedacht: keiner hat das Geld - dafür überlebt niemand die Nachforschungen des Diebes.
Bis sich der Kreis - nach einer Odyssee durch L.A. - auf dem Friedhof schließt.
Endgültig.

Der Film ist als Stummfilm konzipiert - so geben sich alle Akteure möglichst exaltiert.
Und stolpern durch ein L.A., das die Jahrzehnte von den Vierzigern bis in die Neunziger umspannt.
Neben dem famosen Zane (der hier ähnlich schauspielerisch knattert wie in dem von mir geschätzten "Tales from the Crypt - Demon Knight/Ritter der Dämonen") geben sich in Cameos und Kleinstrollen so illustre Namen wie Ron Perlman, Tippi Hedren (in deren Auftritt man tonal wie visuell kurz mal gleich drei Hitchcock-Klassikern Tribut zollt), Sandra Bernhard, Christina Ricci und Carel Struckyen (somit gleich zwei Darsteller der "Addams Family" im Cast), Will Patton, Tara Reid und Bud Cord die Klinke in die Hand.
Und Regisseur Aris Iliopolus gelingt das Kunststück Ed Woods Bemühen seinen Figuren tatsächlich eine Form von Würde zu verleihen - egal wie weit unten sie auf der gesellschaftlichen Leiter angekommen sind.
Was die Titelstories auf der täglichen Tageszeitung schön unterstreichen! Wo gibt´s denn (noch) sowas?
In manchen Momenten gleitet das Werk ins melodramatische ab - und genau dann gelingen die vielleicht überraschendsten Augenblicke. Für jene, die diese zu würdigen wissen.
Die meisten werden dies aber vermutlich als überkandidelten Schwulst abtun.
Für mich balanciert der Streifen - der einen musikalischen Klangteppich ausbreitet, der die 5 Dekaden von den Vierzigern bis in die Neunziger umspannt - haarfein zwischen Trash und Tragik.
Und scheut sich nicht in manche dieser Augenblicke bis zur Unterlippe einzutauchen.
Schräg, schrill, schundig - aber mit Vorsatz.
Und die musikalische Klammer von "Jesus I was evil" von Darcy Clay im (gewollt) nervigen Vorspann und "Nature Boy" über der letzten Einstellung von Nat "King" Cole (dessen Neuinterpretation von David Bowie aus Baz Luhrmans "Moulin Rouge" vermutlich heuer bekannter sein dürfte) setzt schon gekonnte Ausrufezeichen in Bezug auf die Hauptfigur.

Ich mochte den vor 20 Jahren. Die Sichtung heuer - auf Video - hat mich in der Haltung von damals bestärkt.
Immer noch schön bekloppt. Mit einem doch eher eigenständigen Charme.

Und ich wünschte mir mal Billy Zane in einer Produktion wiedersehen zu dürfen, die nicht in die Kategorie "C-Picture" fällt (obwohl der Mann sich dort - offensichtlich - wohlzufühlen scheint, wenn man seine kommenden Produktionen auf "imdb" checkt).
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (18.04.2017 um 11:07 Uhr)
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