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05.07.2003 14:07

Die USA auf dem Weg zur Kolonialmacht
 
Hi, MövieGötter und Besucher.
Ich bin freier Schriftsteller und arbeite für eine Internet-Site (anderes Genre, keine Konkurrenz :wink: ), auf der ich gewisse Ansichten aber wohl kaum loswerden kann.
Da ich bei euch zumindest von Chefseite aus eine gewisse Fähigkeit zur "Rage against the Machine" entdeckt zu haben glaube, werde ich es erst einmal hier versuchen.


Wieso lernt eigentlich keine Bevölkerung der Welt aus der Vergangenheit der anderen? Muss jedes Land ein eigenes Drittes Reich durchmachen, um vom Patriotismus, der Selbstüberschätzung, der blinden Überbewertung des eigenen Landes befreit zu werden?

Die USA sind bekanntermaßen das patriotischste Land der Erde. Und siehe da, inzwischen sind auch sie auf einem Kurs angelangt, der die Annahme, alle anderen seien minderwertig, konsequent weiterführt.
Raketen-Angriffe auf andere Länder zu Wahlkampfzwecken, das Brechen internationaler Verträge zum Schutz der eigenen machterhaltenden und finanziellen Interessen, und nun Todeslager, um zu Unrecht festgehaltene Ausländer (und damit offenbar Untermenschen) aus dem Weg zu räumen, bevor diese zur Presse gehen können.
Da wundert es auch nicht, dass die Amis panische Angst vor einem internationalen Gerichtshof haben, der Kriegsverbrecher verurteilen kann.

Das ist kein Patriotismus mehr, das ist Nationalismus. Denn, Bushs sinkender Popularität zum Trotz, die Amerikaner schaffen es auch in diesen Zeiten, stolz auf ihr Land zu sein. Eine derartige Blindheit gegenüber der politischen und gesellschaftlichen Realität hat man in der selbsternannten freien westlichen Welt zuletzt in Nazi-Deutschland gesehen.
Ich will jetzt keine sinnlosen Bush=Hitler-Diskussionen vom Zaun brechen, Tatsache ist, dass die USA als Ganzes sich in eine erschreckend ähnliche Richtung bewegen.

Selbst hierzulande sind die meisten kritischen Stimmen verstummt, als der Krieg gegen den Irak "gewonnen" war.

Warum?

Ist ein gewonnener Krieg ein gerechtfertigter Krieg?
Für die amerikanische Bevölkerung offenbar ja, das verwundert wohl niemand. Aber dass der Rest der Welt sich fügt und jetzt wieder anfängt, sich bei dem USA anzubiedern, das ist ebenso erbärmlich und abstoßend wie beängstigend.

Wusstet ihr, dass die Amis das einzige ordentliche Schwimmbecken in Bagdad als Planschbecken besetzt halten, und deswegen die irakische Nationalmannschaft im dreckigen Fluss trainieren muss? Demnächst sind Weltmeisterschaften, und die Irakis dürfen nicht einmal die Kehrtwende üben.
Von den kleinen Kindern, denen das saubere Wasser vorenthalten wird, und die in der nach Benzin stinkenden Kloake baden müssen, mal ganz abgesehen.

Da soll mir mal einer sagen, dass die USA als Befreier dahin gegangen sind.

djknuddel 15.08.2003 16:14

Also ich hab den Irak-Krieg bestimmt noch nicht vergessen. Und da bin ich bestimmt nicht der Einzige.

Patriotismus, Selbstüberschätzung und Nationalismus wird es immer geben. In Europa versucht man dieses Problem anzugehen, indem man sich zusammenschließt, doch da gibts auch extreme Probleme. Grade eines der Gründungsländer der EU hat ja einen gesteigerten Nationalismus (ich meine Frankreich).

Meine Hoffnung liegt auf die Weiterentwicklung der Menschheit. Wenn es globale Probleme gibt, glaube ich schon, dass da nationale Interessen in den Hintergrund treten werden.

Flex 27.01.2005 11:33

Tjo, inzwischen ist ja wohl der Iran dran wie´s aussieht. Offenbar schon in diesem Sommer wie man so hört.

Angeblich (*) glaubt man im Pentagon allen Ernstes, mit ein paar gezielten Bombenangriffen auf strategische Ziele, der iranischen Bevölkerung eindrucksvoll beweisen zu können, dass ihre Theokratie nicht funktioniert, so dass diese als logische Konsequenz ihre Regierung absetzt und die Demokratie einführt.

* Quelle: New Yorker

Marlowe 27.01.2005 15:24

Bevor man mit dem Finger auf andere zeigt, sollte man erst mal im eigenen Land die Augen nach rechts richten. Z.B. in den sächsischen Landtag. Dort sitzt die Spitze eines Neonazi-Eisbergs, gegen den der amerikanische Durchschnitts-Patriotismus das reinste Kasperletheater ist.

Eminence 27.01.2005 15:37

Zitat:

Zitat von Marlowe
Bevor man mit dem Finger auf andere zeigt, sollte man erst mal im eigenen Land die Augen nach rechts richten.

Das eine schließt das andere nicht aus.

*edit*: Ganz abgesehen davon gehts eben in dem Topic um die USA und ihre (militär)politischen Hauruck-Aktionen.

Flex 27.01.2005 16:08

Zitat:

Zitat von Eminence
Das eine schließt das andere nicht aus.

*edit*: Ganz abgesehen davon gehts eben in dem Topic um die USA und ihre (militär)politischen Hauruck-Aktionen.

Eben. Es steht jedem frei, ein Topic zum sächsischen Landtag aufzumachen.

Davon abgesehen fühle ich mich von militärischer Willkür der letzten Supermacht der Erde eher bedroht als von Dummheit in Sachsen. Aber das bin nur ich.

Marlowe 27.01.2005 16:33

Insbesondere der erste Beitrag dieses Threads betreibt ein undifferenziertes Ami-Bashing, bei dem's mir einfach hochkommt. Der anonyme Verfasser vertritt hier genau so eine unausgewogene, halbblinde Sichtweise, wie er sie "dem Amerikaner" unterstellt, nur ist er als Europäer, insbesondere als Deutscher, natürlich moralisch überlegen und kann sich so etwas erlauben, weil die Deutschen sind ja wo was von geläutert aus dem Dritten Reich hervorgegangen. :irre: Ich fand den Hinweis angebracht, dass man das Maul in diesem Zusammenhang vielleicht nicht ganz so weit aufreißen sollte, und möchte mich förmlich entschuldigen, falls dies falsch verstanden wurde.

Flex 27.01.2005 16:46

Ist es differenzierter, die aktuellen Verbrechen der USA mit den Verbrechen der deutschen Vergangenheit aufzurechnen (und offenbar sogar zu entschuldigen)?

Marlowe 27.01.2005 20:21

Zitat:

Zitat von Flex
Ist es differenzierter, die aktuellen Verbrechen der USA mit den Verbrechen der deutschen Vergangenheit aufzurechnen (und offenbar sogar zu entschuldigen)?

War nicht meine Absicht. Kritik an der Politik der USA ist auch nach meiner Meinung völlig gerechtfertigt, aber der Ton macht die Musik. Pauschalisierend von "den Amerikanern" zu sprechen, hilft nicht weiter, sondern schürt unnötige Ressentiments und ist alles andere als konstruktiv. Es geht um Sachfragen und nicht um vermeintliche Eigenarten der Menschen einer bestimmten Nationalität.

grant 27.01.2005 20:34

ist es nicht so dass die politisch grössten katastrophen der letzten 100 jahre dadurch beschleunigt wurden dass die "damaligen"supermächte sich aus allem raushalten wollten?

Andy 27.01.2005 20:37

Ihr erwartet sicherlich, dass ich jetzt wie blöd gegen das erste Posting von "Nobody is perfect" wettere.

Aber wer zu feige ist, sich für so ein spaltendes und anheizendes Thema nen Nickname zu geben, schmeißt auch Steine auf Asylantenheime wirft, wenn keiner guckt.

Flex 27.01.2005 22:24

Zitat:

Zitat von Marlowe
War nicht meine Absicht. Kritik an der Politik der USA ist auch nach meiner Meinung völlig gerechtfertigt, aber der Ton macht die Musik. Pauschalisierend von "den Amerikanern" zu sprechen, hilft nicht weiter, sondern schürt unnötige Ressentiments und ist alles andere als konstruktiv. Es geht um Sachfragen und nicht um vermeintliche Eigenarten der Menschen einer bestimmten Nationalität.

Ich habe nicht von "den Amerikanern" gesprochen, sondern von der US-Regierung und ihren Plänen. Sicherlich gibt es da auch solche, die gegen diese Pläne sind (z.B. die, die dem New Yorker Magazin davon berichtet haben), aber wenn sie dennoch in die Tat umgesetzt werden, dann spielt das denke ich eine untergeordnete Rolle.

[edit]
Erst recht, wenn man auf der Gegenseite von "den Deutschen" zur Zeit des Dritten Reichs sprechen darf ;)
[/edit]

Was den Nickname angeht, der ist vermutlich bei der Foren-Umstellung den Weg alles Irdischen gegangen.

Net-Jedi 28.01.2005 00:44

Aber heute ist die ganze Chose ja noch von putin getopt worden, der in seiner Ausschwitz rede sinngemäß sagte "früher Nazis, jetzt sind die Terroristen" %-/

Marlowe 28.01.2005 03:22

Zitat:

Zitat von Flex
Ich habe nicht von "den Amerikanern" gesprochen, sondern von der US-Regierung und ihren Plänen.

Das wollte ich dir wiederum nicht unterstellen, Flexo, das bezog sich auf den ersten Post im Thread. Unser Anonymus tut das nämlich, und das war es, was mich so auf die Palme gebracht hat. Kein Wort davon war in irgendeiner Weise auf dich gemünzt. Was ich wortreich auszudrücken verfehlte, bringt unser Andy kurz und knapp auf den Punkt. ;)

Flex 28.01.2005 03:25

Aha. Das Posting ist eineinhalb Jahre alt, daher hatte ich angenommen, die Antworten seien auf mein neues Posting bezogen gewesen.


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