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-   -   Kann mir mal kurz jemand die Logik von "Krieg der Welten" näherbringen? *SPOILER* (http://forum.moviegod.de/insidekino-archiv/8478-kann-mir-mal-kurz-jemand-die-logik-von-krieg-der-welten-naeherbringen-spoiler.html)

m.a.t. 29.12.2005 03:16

Kann mir mal kurz jemand die Logik von "Krieg der Welten" näherbringen? *SPOILER*
 
Also ich habe mir den Film gerade reingezogen und komme mir gerade vor, wie bestellt und nicht abgeholt.

Am Anfang kommen irgendwelche Aliens aus dem Boden (Wie sind sie da hingekommen) und am Ende sind sie hinüber.
Warum sie kaputt sind, das kann man sich nur zusammenreimen:

Hat die Zerstörung des einen teils das "Gleichgewicht" gestört und somit alle getötet?
Oder haben die Raben draufgeschissen und die Hülle verätzt?

Wozu das Blutsaugen?
Wo ist der Sohn hin?
Was wollten sie überhaupt?
Was sollte der Schlussatz? (Sie bekannen zu essen, zu trinken und das brachte sie um)?

Sorry Leute, aber der Film war von Logikfehlern durchlöchert und dazu noch stinklangweilig.
Ich kann gerade nur den Kopf schütteln über einen dermaßen vorhersehbaren 0815-Film.

Kann es sein, dass man die Romanvorlage kennen muss?

Wenigstens die Effekte waren ganz nett, wobei das ein oder Andere Mal der Bluescreen fast schon zu erahnen war.

Grausamer Film, ehrlich.

Dean Keaton 29.12.2005 03:24

Hier müsste noch ne Spoiler-Warnung in die Thread Überschrift

Die Aliens sind draufgegangen, weil sie die Krankheiten der Menschen durch das Blut aufgenommen haben (glaube ich zumindest, so habe ich es verstanden).

Was mich aber auch zu einer Frage bringt.

Die haben die Menschen angeblich schon Jahrtausende lang studiert und dabei ist ihnen nicht aufgefallen, was es bei uns für Krankheiten gibt? Was soll dieser Mist?

Es würde mich auch sehr interessieren, wie der Junge nach Bosten gekommen ist? So was gibts in dem Buch nicht und diese Szene war dann der Punkt, der den Film, den ich eh schon schlecht und nervig fand, zum schlechtesten des Jahres gemacht hat.

:down: :down: :down: :down: :down:

m.a.t. 29.12.2005 03:38

Aha, die Krankheiten der Menschen? :rotfl:
War aber ne schwammige Erklärung, auch, wenn ich mir das auch gedacht hatte (Wegen der Bakterien am Schluß)
Sorry, aber der Film war ein auf Brutalität getrimmter Familienepos, der zum Glück dann doch schnell vorbei war.

Ich fand es fast schon lächerlich, wie auf einmal die Aliens kommen und einfach mal die Weltherrschaft übernehmen wollen.

Ich habe mich nicht einmal erschrocken, war nicht eine Sekunde angespannt.

Dagegen ist Independence Day Oscarreif...

Die 2,60€ waren zum Fenster rausgeschmissen.

Dean Keaton 29.12.2005 03:43

Du hast nur 2.60 gezahlt. ich habe 6 € gezahlt fürs kino. die waren es aber echt nicht wert.

Finch3r 29.12.2005 03:44

Zitat:

Zitat von Dean Keaton
Es würde mich auch sehr interessieren, wie der Junge nach Bosten gekommen ist? So was gibts in dem Buch nicht und diese Szene war dann der Punkt, der den Film, den ich eh schon schlecht und nervig fand, zum schlechtesten des Jahres gemacht hat.

:down: :down: :down: :down: :down:

Das wäre doch etwas zu viel.
Gut, der Film bleibt unter den Erwartungen.

Story Arsch, Logik Arsch, alles Arsch?
Nein, eben nicht. So schlecht war er dann doch nicht. Einige coole Spezialeffekte waren auch dabei, etwa die bekannte Szene aus dem Trailer, in der ein Tanklaster von der Brücke fällt und die ganzen Häuser unter sich begräbt.
Und spannend ist die ganze Sache auch noch.

Also da gabs dieses Jahr weitaus schlechteres (zB Hide and Seek).

Dean Keaton 29.12.2005 03:46

Die Special Effects sind das einzige, was ich dem Film zu gute halte. ansonsten war er langweilig, nervig und einfach nur schlecht.

m.a.t. 29.12.2005 03:48

Zitat:

Zitat von Dean Keaton
Du hast nur 2.60 gezahlt. ich habe 6 € gezahlt fürs kino. die waren es aber echt nicht wert.


DVD aus der Videothek. ;)

Dean Keaton 29.12.2005 04:01

Ich war sogar 2x im Kino, weil ich dachte, dass ich beim ersten mal zu müde war (war ne mitternachtspreview). Tja, da hab ich mich getäuscht. der Film war sogar noch schlechter.

Mark G. 29.12.2005 05:58

:rotekart: icon_shame icon_shame icon_shame icon_shame

Dean Keaton 29.12.2005 06:13

Zitat:

Zitat von Mark G.
:rotekart: icon_shame icon_shame icon_shame icon_shame

Ich hab gewusst, dass du da etwas dagegen sagen wirst =)
Wie ich mal in einem anderen Thread gesagt habe, dieser Film spaltet die Massen. Entweder richtig gut oder einfach nur schlecht.

tyler 29.12.2005 10:19

Wenn ich mich recht entsinne, ist das im Original übrigens noch ein bisschen lustiger: Da bekommen die Aliens nämlich alle einen Schnupfen. In der Tat ist das alles sehr dämlich, wenn die uns angeblich jahrtausendelang studiert haben...

So ist das halt, wenn man eine Geschichte allzu bemüht auf eine Schlusspointe hin konstruiert. Das klappt halt nicht immer.

tyler

arni75 29.12.2005 12:00

Meine Güte, die Geschichte hat schon 100 Jahre auf dem Buckel und ist von Spielberg so umgesetzt worden, wie schon der alte Farbfilm und das Hörspiel von Welles. Wäre die Geschichte modernisiert worden (a la ID4), hätten sich wieder die Freunde der Vorlage beschwert - scheinbar hat hier aber kaum jemand die Vorlage gelesen/gesehen/gehört? :???:

Ich fand des Film einen interessanten Versuch, die Erzählperspektive radikal zu verändern. Mit Abstrichen und dem Ende als Zugeständnis ist dies auch sehr gut gelungen (meine Meinung). Ich habe allerdings schon im Kino bemerkt, dass etliche Zuschauer nicht begriffen haben, was am Ende mit den Aliens passiert... Warum müssen Aliens überhaupt ein für uns rationales Motiv zur Welteroberung haben? ;-D

Agent K 29.12.2005 13:15

Zitat:

Zitat von m.a.t.
...Ich fand es fast schon lächerlich, wie auf einmal die Aliens kommen und einfach mal die Weltherrschaft übernehmen wollen...
...Dagegen ist Independence Day Oscarreif...

Ahja! Und was genau ist da an Emmerichs ausserirdischen Invasoren plausibler, die da mal eben vorbei fliegen und einfach mal die Weltherrschaft übernehmen wollen...:ponder:

Also mir persönlich hat KdW prima gefallen und er war dieses Jahr der einzige Film, den ich mir gleich zweimal am gleichen Tag (Mitternachtspremiere und 20:00 Uhr) im Kino angesehen habe. Und auf mich hat gerade die 'Ego-Perspektive des kleinen Mannes' doch wesentlich bedrohlicher und realistischer gewirkt, als die ausgelutschte, abstrakte VIP-Perspektive an Bord einer Airforce One oder in den Reihen der militärischen Entscheidungsträger im Pentagon. Glücklicherweise sind mir persönlich (bis auf einen Granatenbeschuss in Israel :D) irgendwelche Kriegserfahrungen bislang erspart geblieben, aber zumindest die Berichte von Betroffenen - die z.B. die Wirren des 2. Weltkrieges miterlebt haben - decken sich doch sehr mit dem von Spielberg skizzierten Szenario. Und so wirkten auf mich gerade die sporadisch eingestreuten Konfrontationen mit den 'Randerscheinungen' eines globalen kriegerischen Konfliktes, das Fehlen jeglicher Informationen über die Medien, die Sorge um voneinanander getrennte Familienangehörige besonders überzeugend. Ebenso die Bedrohung durch hilflose Menschenmassen, die - in Panik versetzt - eine größere Gefahr darstellen, als der abstrakte Feind. Und so gelingt es KRIEG DER WELTEN eben immer wieder mich mit echten Urangsten zu konfrontieren, gerade weil mir die gezeigte Bedrohung irgendwie fassbar und realistisch 'erscheint' - mit den Aliens selbst hat das dann eigentlich gar nicht mehr viel zu tun, denn diese symbolisieren eigentlich nur eine abstrakte Bedrohung. Bei mir hat das Konzept von KdW also schlichtweg funktioniert!
Das Einzige, was mich an dem Film genervt hat, war eigentlich nur Rays geschwätziger und kriegsgeiler Sohnemann. Wäre er doch wie in der Romanvorlage in den Kriegswirren verschollen geblieben - als gerechte Strafe für seine Dummheit...:D Somit ist das Ende von KRIEG DER WELTEN wohl nicht unbedingt der Höhepunkt des Filmes. Dies liegt in meinen Augen aber vor allem daran, dass die Dramaturgie von KdW am Ortsschild von Boston abrupt nachlässt. Warum KRIEG DER WELTEN aber deshalb bei vielen als der schlechteste Film des Jahres eingestuft wird, werde ich wohl nie verstehen...:neutral:

Zum Thema Resistenz gegen Bakterien und Viren noch ein kleiner Absatz aus der Wikipedia:

"In Nordamerika richteten vor allem Krankheiten wie Pocken, Masern und Grippe bei den Indianern katastrophale Schäden an. Die Auswirkungen stehen somit den Opferzahlen der spanischen Grippe nicht nach. Die Indianer verfügten über keinerlei Abwehrstoffe gegen diese für sie neuartigen Krankheiten. Europäische Kolonisten machten sich dies zunutze, indem sie pockeninfizierte Decken an Indianer verteilten."

tyler 29.12.2005 13:34

Dass ich gerade diese Perspektive des kleinen Mannes prinzipiell zwar für eine interessante Idee, letzten Endes in ihrer Umsetzung aber für extrem unbefriedigend und konstruiert halte, habe ich ja schon zu Genüge durchgekaut, damit will ich jetzt nicht erneut nerven ;-)

Nur eine kleine Anmerkung zu den Indianern: Das mag ja sein, aber dennoch passt dieser Ausschnitt nicht in diesen Kontext. Die Indianer sind ja schließlich auch keine Raumfahrtfähigen Über-Aliens, die uns seit Jahrtausenden beobachten und schonmal prophylaktisch Invasionsgerätschaften im Boden verbuddeln. Deshalb hinkt die Analogie etwas.

tyler

Mark G. 29.12.2005 13:47

Warum KdW so gehasst wird:
- Es gibt keinen Helden.
Der Sohn, der mit Filmen wie ID4 aufgewachsen ist, wäre gern einer, nervt aber nur. Der Vater, dessen Schauspieler (Cruise natürlich) sonst immer nur Helden mimt, scheint verweichlicht (in Wirklichkeit hat er aber ein ganz gutes Gespür dafür, wie die Umwelt reagiert) und kann lediglich immer nur reagieren anstatt zu agieren.
- Es gibt kein Happy End.
Bevor Ihr jetzt Halt schreit, erst mal zu Ende lesen... Es gibt zwar ein Happy End für die Familie - und ein überflüssiges noch dazu - aber die Menschen haben den KdW nicht gewonnen. Wir sind die ID4-Mentalität gewohnt, wo das Gute (also der Mensch) immer gewinnen muss, tut er hier aber nicht. Es ist einem "kleinen" Zufall zu verdanken, dass die Invasion scheitert.
- Es gibt wenig Schauwerte.
Spielberg lässt uns immer wieder im Unklaren, genauso wie seine Familie. Meiner Meinung nach erhöht das die Spannung, erhöht das die Verzweiflung, erhöht das die Angst vor dem Holocaust. Aber jedes Mal wenn sich ID4-Momente ankündigen, wendet sich die Kamera wieder ab. Vier Beispiele: Als das Militär ankommt ist nix von der Schlacht zu sehen. Die Kellerfenster werden zwar immer wieder mal geöffnet, aber viel zu sehen bekommen wir nicht. Der brennende Zug rollt nur vorbei anstatt dass wir sehen, wie der Zug angegriffen wurde . Den Flugzeugabsturz bekommen wir ebenso wenig zu sehen usw.

Spielberg hat einen solchen Anti-Hollywood-Film geschaffen, den man ihm einfach nicht zugetraut hat, da er ja Hollywood wie kaum ein anderer verkörpert. Und deswegen wird der Film auch so mißverstanden, kontrovers aufgenommen und gehasst.

Für mich (trotz einiger Schwächen) der beste Film des Jahres und ich schaue mir dabei nicht verschämt auf die Schuhe sondern bin stolz darauf!


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