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Alt 24.06.2008, 12:25
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Standard Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

Zitat:
Zitat von Wikipedia
Die Katharsis (griechisch, „die Reinigung“) bezeichnet nach der aristotelischen Definition der Tragödie der Poetik die emotionale, körperliche, geistige und auch religiöse Reinigung. Durch das Durchleben von Jammer und Schauder (von griechisch eleos und phobos, auch "Mitleid" und "Furcht" übersetzt) erfährt der Zuschauer der Tragödie als dessen Folge eine Läuterung seiner Seele von diesen Leidenschaften.

Fragen:
Haben Filme heutzutage überhaupt noch einen wirklichen Katharsis-Effekt?

Gut, dass vom Prinzip her jeder Film den mehr oder weniger hat, klar. Aber: Die Reinigung vom Übel, die bei Aristoteles in teils tagelangen Theater-Sessions mit extatischen Phasen erreicht wurde, davon ist ja denkbar wenig übrig, wenn man z.B. ins Kino geht. Ist dieser Effekt trotzdem noch da? Aber erzielt der überhaupt noch eine Wirkung? Und wenn, geht diese Wirkung über die der Unterhaltung hinaus? Wie sehr ist das Genre-gebunden?

Interessiert uns wirklich noch, ob die Transformers die Erde retten können oder gucken wir den Film ohnehin nur wegen Action, Robotern und Megan Fox; Handlung und Ende egal? Wie sehr hängt das mit Identifikation, Gewöhnung und Storyvorlieben zusammen?
Und in der Entwicklung der letzten Jahre: Ist unsere Gewöhnung an richtig und falsch und Moralvorstellung mittlerweile so vorgefertigt, dass platte Belehrungen nichts mehr bewirken? Wer oder was hat überhaupt noch Einfluss darauf, ob ein Film etwas mit uns macht oder nicht?

Im Zuge der Krise des konventionellen Kinos weiter gedacht: Was muss passieren? Brauchen wir vielleicht gar kein 3-D- und Geruchs- und wasweißich-Kino, um unsere Faszination weiter aufrecht zu halten? Brauchen wir vielleicht einfach neue Geschichten? Und wie müssen die aussehen? (Stichwort In Bruges und Bruch mit Konventionen)

Meinungen bitte!
Ich plädiere ja für ein neues Kino.
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Alt 24.06.2008, 12:50
Benutzerbild von Marlowe
Bohemien
 
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Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

Das sind aber viele Fragen, Herr vogel... Trotzdem möchte ich noch eine hinzufügen:
Zitat:
Zitat von vogel Beitrag anzeigen
Aber: Die Reinigung vom Übel, die bei Aristoteles in teils tagelangen Theater-Sessions mit extatischen Phasen erreicht wurde, davon ist ja denkbar wenig übrig, wenn man z.B. ins Kino geht.
Da frage ich mich: War das wirklich jemals so, oder hat Aristoteles da nur ein bisschen herumtheoretisiert (was sein gutes Recht als Philosoph ist, kein Vorwurf)? Gibt es da entsprechende rezeptionsanalytische Studien? Wenn ich mir die Antike so anschaue, wage ich persönlich ja zu bezweifeln, dass da irgendwer oder irgendwas die Menschen vom Übel gereinigt hat.
Wenn ich mir die Gegenwart anschaue, wage ich auch zu bezweifeln, dass irgendwer oder irgendwas das heute macht.
Es gilt also die Grundfrage zu beantworten: Gibt es die Katharsis überhaupt, oder war das nur so eine nette kleine Idee von Aristoteles? Der musste sich schließlich ganz schön was einfallen lassen, um die Vorzüge des Theaters herauszustellen, das sein Lehrer Platon ja rundweg abschaffen wollte, weil all diese Emotionalität gar nicht gut für die Leute sei. Vielleicht auch mal ein Standpunkt, den man diskutieren sollte.
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Marlowe interessiert sich einen Dreck dafür, wer Präsident ist; ich ebenso, weil ich weiß, es wird ein Politiker sein.
Raymond Chandler
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Alt 24.06.2008, 13:05
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Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

Zitat:
Zitat von Marlowe Beitrag anzeigen
Da frage ich mich: War das wirklich jemals so, oder hat Aristoteles da nur ein bisschen herumtheoretisiert (was sein gutes Recht als Philosoph ist, kein Vorwurf)? Gibt es da entsprechende rezeptionsanalytische Studien?
Jup, berechtigte Frage. Rezeptionsanalysen dazu stell ich mir relativ schwer vor, aber wäre mal interessant rauszufinden (oder auch nicht, die Antwort ist nur ein Skript weit weg). Da das Theater oft tagelang dauerte und mit dem Volksfestcharakter und allem, ich halte es nicht für unmöglich, aber da wird schon ein bißchen aristotelische Dramatisierung seiner Schilderungen (pun intended) dabei gewesen sein. Nichtsdestotrotz ändert das ja am Phänomen der Katharsis wenig, auch wenn sich vielleicht eher eine Art Belehrung und Moralvermittlung findet.

Zitat:
Zitat von Marlowe
Wenn ich mir die Antike so anschaue, wage ich persönlich ja zu bezweifeln, dass da irgendwer oder irgendwas die Menschen vom Übel gereinigt hat.
Wenn ich mir die Gegenwart anschaue, wage ich auch zu bezweifeln, dass irgendwer oder irgendwas das heute macht.
"Übel" ist ja subjektiv; in dieser von Medien konstruierten Realität den unterschiedlichen Einfluss vermittelter Werte zu leugnen ist IMO schwer möglich.

Zitat:
Zitat von Marlowe
Es gilt also die Grundfrage zu beantworten: Gibt es die Katharsis überhaupt, oder war das nur so eine nette kleine Idee von Aristoteles? Der musste sich schließlich ganz schön was einfallen lassen, um die Vorzüge des Theaters herauszustellen, das sein Lehrer Platon ja rundweg abschaffen wollte, weil all diese Emotionalität gar nicht gut für die Leute sei. Vielleicht auch mal ein Standpunkt, den man diskutieren sollte.
Sicherlich! Würde aber irgendwie am eigentlichen Thema vorbeigehen. Es sei denn natürlich man bezweifelt die Existenz eines kathartischen Effekts grundsätzlich.
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Alt 24.06.2008, 13:46
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S.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich sein
Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

Würde mich erstmal Marlow anschließen, wenn er fragt, ob diese Katharsis überhaupt möglich ist. Es gibt diese Theorie, die heutzutage beispielsweise benutzt wird, um die "Gewalt-im-Film-führt-zu-Gewalt-in-der-Realität"-Theorien zu bestreiten, insofern ist die Frage natürlich aktuell.
Für eine Katharsis (sofern irgendwas an der Theorie dran ist) ist jedoch ein sehr strenger dramaturgischer Aufbau (vgl. Sophokles, auf den Aristoteles sich hauptsächlich bezog) der Geschichte nötig, weswegen "Transformers" doch ein herzlich ungünstiges Beispiel ist, da er einfach mal so gut wie gar keinen dramaturgischen Aufbau besitzt, jedenfalls nicht im Sinne eines klassisch-antiken Fünf-Akters...
Daneben hat die Frage, ob die Katharsis heute noch funktioniert, das Problem, dass viele Filmemacher dem Katharsisprinzip äußerst skeptisch gegenüber stehen und selbige verweigern bzw. zerstören. Jeder B-Horror-Film, in dem das Böse am Ende nochmal aufsteht und einfach im "zwischenweltlichen" Abspann verschwindet, entlässt die Zuschauer nach dem Durchleben der Ängste und der Gewalt NICHT in eine vom Bösen gereinigte Welt, sondern macht klar, dass sich das Böse nicht aus der Welt wegreinigen lässt... Filme wie "Irreversible" sind wohl kaum darauf angelegt, einen Zuschauer mit einem reinen, unschuldigen und wohlgelaunten Gemüt aus dem Kinosaal laufen zu lassen und - um ehrlich zu sein - ich finde das auch gar nicht schlimm. Die Katharsis hat nämlich auch ihre negativen Seiten, nämlich die Überzeugungen, dass alle Probleme und Schwierigkeiten sich in 120 Minuten durch einen zumeist ausreichend überlebensgroßen Protagonisten/Helden rest- und problemlos beseitigen lassen und, da ja beim Fallen des Vorhangs alle Probleme geklärt sind, man sich einfach zurück fallen und die Welt wieder Welt sein lassen kann.
Dass man bei vielen Filmen mit einem völlig katharsisfreien und fast schon lethargischen Gefühl von "Na und? Jetzt war ich im Kino und es sind zwei Stunden rum und das war's." herauskommt, liegt dagegen tatsächlich daran, wie Vogel schon angesprochen hat, dass diese Filme aufgrund von Effektgerausche, Stargears*hkrieche und endlosen Drehbuchstreitereien mit den Studios (so dass ein Film manchmal fünf oder sechs Drehbuchautoren hat, von den ungenannten Script-Doctors mal ganz zu schweigen) gar keine Chance haben, einen einheitlichen kohärenten Aufbau zu bekommen, was aber zumeist auch gar nicht in der Absicht der Macher liegt. Letztlich ist die Katharsis eine Art pädagogischer Impetus (unabhängig davon ob er so funktioniert wie er soll oder nicht), den man nicht unbedingt hat, wenn man eine AOL Time Warner Company ist oder was auch immer.
Muss aber wohl auch nicht. Wer nach engagierten dramaturgischen Mustern sucht, sollte nicht unbedingt in einem Multiplex danach suchen, sondern eher in Programmkinos.
Nur, wie gesagt, die dort heimischen Filmemacher (von den bekannteren nenne ich grad mal als Beispiel David Lynch, der ja auch mal gelegentlich die Fronten wechselt) verweigern sich größtenteils mittlerweile der Katharsis, da sie ein recht problematischer und alles andere als unumstrittener Zugang ist, und zwar nicht nur wegen des Ob(-es-funktioniert) sondern wegen des: Wollen wir überhaupt eine Katharsis?
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Alt 24.06.2008, 14:41
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Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

Zitat:
Zitat von S.W.A.M. Beitrag anzeigen
Würde mich erstmal Marlow anschließen, wenn er fragt, ob diese Katharsis überhaupt möglich ist. Es gibt diese Theorie, die heutzutage beispielsweise benutzt wird, um die "Gewalt-im-Film-führt-zu-Gewalt-in-der-Realität"-Theorien zu bestreiten, insofern ist die Frage natürlich aktuell.
Gewalt im Film und Auswirkungen auf die Realität ist eine immer aktuelle Frage (hat nicht umsonst die US-Medienforschung begründet). Diesbez. ist die Katharsis-These allerdings längst veraltet/überholt, aus dem einfach Grund weil ständiges Anschauen von übertriebener Gewalt den Zuschauer gewiss nicht friedlicher macht. Wichtiger sind was das angeht Habituationsthese (Gewöhnung+Reizverstärkung), Imitationsthese und der Kompensationsansatz. Allgemein neigt man aber auch dazu, alles komplett überzubewerten und zu verallgemeinern.

Und eben genau WEIL die Katharsisgeschichte überholt ist, stellt sich für mich die Frage nach der Zukunft des Films.

Zitat:
Zitat von SWAM
Für eine Katharsis (sofern irgendwas an der Theorie dran ist) ist jedoch ein sehr strenger dramaturgischer Aufbau (vgl. Sophokles, auf den Aristoteles sich hauptsächlich bezog) der Geschichte nötig, weswegen "Transformers" doch ein herzlich ungünstiges Beispiel ist, da er einfach mal so gut wie gar keinen dramaturgischen Aufbau besitzt, jedenfalls nicht im Sinne eines klassisch-antiken Fünf-Akters...
Dem möchte ich widersprechen. Es geht um einen kathartischen Effekt, nicht 1:1 um das Ding von Aristoteles, ich habs oben schonmal geschrieben. Für mich beinhaltet das jegliche Figurenentwicklung, siehe Coming-of-Age-Filme oder allein das Pay-Off-Prinzip, das im Mainstreamkino immernoch allgegenwärtig ist (und IMO überdeutlich mit dem "just earned concept" der "gerechten Welt" in Verbindung steht). Es geht ja nicht darum, 1:1 den Aristoteles anzuwenden, den wir reden hier ja immernoch von Filmen und nicht dem Theater der griech. Antike, sind ja völlig unterschiedliche Medien und Zeiten. Es geht allein um das Wiederfinden bestimmter Aspekte und Tendenzen - und die sind schon vorhanden m.M.n. Ob jetzt Transformers das beste Beispiel ist oder nicht (ich habs einfach gewählt, weils das beste Beispiel bombastischen Mainstreamkinos der letzten Zeit ist), müsste man in einer vergleichenden Analyse klären. Bin mir allerdings sicher da findet sich einiges. Zu dem Thema allgemein ist "Aristoteles in Hollywood" (Hiltunen) ganz lesenswert, wobei natürlich Skepsis gegenüber allem was sich als "neues Standardwerk" präsentiert angemessen ist. Aber ein paar Ideen und Parallelen find ich sehr nachvollziehbar.

Zitat:
Zitat von SWAM
Daneben hat die Frage, ob die Katharsis heute noch funktioniert, das Problem, dass viele Filmemacher dem Katharsisprinzip äußerst skeptisch gegenüber stehen und selbige verweigern bzw. zerstören. Jeder B-Horror-Film, in dem das Böse am Ende nochmal aufsteht und einfach im "zwischenweltlichen" Abspann verschwindet, entlässt die Zuschauer nach dem Durchleben der Ängste und der Gewalt NICHT in eine vom Bösen gereinigte Welt, sondern macht klar, dass sich das Böse nicht aus der Welt wegreinigen lässt... Filme wie "Irreversible" sind wohl kaum darauf angelegt, einen Zuschauer mit einem reinen, unschuldigen und wohlgelaunten Gemüt aus dem Kinosaal laufen zu lassen und - um ehrlich zu sein - ich finde das auch gar nicht schlimm. Die Katharsis hat nämlich auch ihre negativen Seiten, nämlich die Überzeugungen, dass alle Probleme und Schwierigkeiten sich in 120 Minuten durch einen zumeist ausreichend überlebensgroßen Protagonisten/Helden rest- und problemlos beseitigen lassen und, da ja beim Fallen des Vorhangs alle Probleme geklärt sind, man sich einfach zurück fallen und die Welt wieder Welt sein lassen kann.
Da muss ich sagen, ich versteh deine Argumentation nicht. Erst sagst du, dass du bezweifelst, dass es dieses Prinzip gibt. Dann schreibst du, dass es genügend Filmemacher gibt, die sich diesem Prinzip verweigern.
Es geht ja nicht darum, dieses Prinzip als Patentrezept anzuwenden, sondern allein darum, dass es als Phänomen im Raum steht. Weil wie kann man sich gegen etwas stellen, von dem man überzeugt ist, dass es überhaupt nicht existiert?
Bertolt Brecht hat sich mit seinem epischen Theater übrigens auch schon der Katharsis verweigern wollen, hat aber meines Wissens die Existenz nicht bezweifelt. Know your enemy, haha

Zitat:
Zitat von SWAM
Dass man bei vielen Filmen mit einem völlig katharsisfreien und fast schon lethargischen Gefühl von "Na und? Jetzt war ich im Kino und es sind zwei Stunden rum und das war's." herauskommt, liegt dagegen tatsächlich daran, wie Vogel schon angesprochen hat, dass diese Filme aufgrund von Effektgerausche, Stargears*hkrieche und endlosen Drehbuchstreitereien mit den Studios (so dass ein Film manchmal fünf oder sechs Drehbuchautoren hat, von den ungenannten Script-Doctors mal ganz zu schweigen) gar keine Chance haben, einen einheitlichen kohärenten Aufbau zu bekommen, was aber zumeist auch gar nicht in der Absicht der Macher liegt. Letztlich ist die Katharsis eine Art pädagogischer Impetus (unabhängig davon ob er so funktioniert wie er soll oder nicht), den man nicht unbedingt hat, wenn man eine AOL Time Warner Company ist oder was auch immer.
Muss aber wohl auch nicht. Wer nach engagierten dramaturgischen Mustern sucht, sollte nicht unbedingt in einem Multiplex danach suchen, sondern eher in Programmkinos.
Womit wir wieder bei der Katharsis wären.

Zitat:
Wollen wir überhaupt eine Katharsis?
Das war meine Frage. (ich glaube, wir sind jetzt darüber hinweg, ob es das Phänomen gibt oder nicht)
Ich glaube einfach, dass der Katharsis-Ansatz bis zu einem gewissen Grad notwendig ist, eine Geschichte zu erzählen - und wenns nur heißt, dass eine Figur am Ende schlauer ist als vorher. Die Frage ist aber auch, inwieweit Belehrungen jedweder Art nicht manchmal notwendig sind (ich denke da auch an Dokus von zB Michael Moore), und ab wann wir sie als zu platt und simpel empfinden -> Pay-Off/gerechte Welt ?
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Alt 24.06.2008, 14:58
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Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

Ich checks nicht: Was ist deiner Meinung nach der "Katharsis-Effekt" Vogelus? - Das is mir bislang zu schwammig.

- "bloß" ein Film, der "etwas mit einem macht" (auch schon schwammig: Transformers hat auch was mit mir gemacht und damit mein ich nichts Megan-Fox-Spezifisches)?!

- Moral, die man mitnimmt?

- Läuterung im wahrsten Sinne - ich geh als besserer Mensch aus dem Kino?

....?

Oder siehst du das Ganze aus dem Blickwinkel des Filmschaffenden, also der Katharsis-Effekt als quasi unterstützendes oder auch übergeordnetes erzählerisches/konzeptionales/... Mittel, den Sehern was auch immer zu vermitteln?
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Alt 24.06.2008, 15:02
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Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

Ich stelle mir gerade vor, ich würde einen typischen Repräsentanten der "Boah-Ey-Generation" (bzw. der SAW/HOSTEL-Fraktion) danach fragen, ob ihm z.B. THE FAST AND THE FURIOUS aufgrund einer gelungenen bzw. missratenen Katharsis nun gefallen hat oder nicht... ist für mich daher schon eher ein theoretischer und abstrakter Begriff. Vor allem aber ein analytischs Konstrukt der Macher, und selten ein Bewertungskriterium der "Konsumenten" bzw. Zuschauer. Die Produktionsphase eines Filmes mag ja zeitweise gewissen formalen Strukturen folgen, die Zuschauer tun dies aber nicht. Hier herrscht pure Evolution - "Survival of the fittest". Letztlich kommt es einfach darauf an, dass Filme von der Zuschauerseite auch angenommen und akzeptiert werden, unabhängig von den formalen Intentionen der Macher. Kino wird nicht zielgerichtet auf einen bestimmten Anspruch oder eine Form hin im Labor 'entwickelt', sondern es wird eine gewisse Variation an Themen und Ausdrucksmöglichkeiten (die sich üblicherweise auch am Zeitgeschehen orientieren) angeboten, und die Akzeptanz der Zuschauer bestimmt dann durch den kommerziellen Erfolg/Misserfolg den "Mainstream" über einen gewissen Zeitraum. Aktuell tendiert man zwar dazu, traditionelle 'Schauspielkunst' (Non-Acting, Method-Acting, Over-Acting) einem CGI-Overkill oder Torture-Porn zu opfern, aber auch diese "Stilrichtungen" werden sich im Kontext von Zeitgeist, Mainstream und Sehgewohnheiten (hoffentlich) irgendwann von alleine überleben...

Als Fazit sehe ich daher auch kein formales Problem um die Definition von Begrifflichkeiten wie "Katharsis", sondern einen generellen medialen Overkill. In der verzweifelten Orientierungslosigkeit, einen Film aus der grauen Masse hervorzuheben und einem satten und trägen Publikum geradezu anzubiedern, werden immer neue Grenzen ausgelotet und mit traditionellen Konventionen gebrochen. Ohne Publicity bleibt ein Film unbemerkt auf der Strecke. Für mich eine Art "Fortschritt durch Degeneration" dem man mit formalen Mitteln nicht mehr begegnen kann...

Ein neues Kino? Gerne, aber ich wüsste echt nicht nicht wie...
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Alt 24.06.2008, 15:03
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Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

Vielleicht ist es nötig, den Begriff der Katharsis noch ein bisschen weiter einzugrenzen; teilweise habe ich den Eindruck, wir reden etwas aneinander vorbei.
In meiner Sicht ist die Katharsis nur im übertragenen Sinne etwas, das mit einer Figur der Handlung geschieht (die etwas dazulernt o.ä.). Sie ist, zumindest in aristotelischer Sicht, etwas, das mit dem Publikum geschieht. Auch da kein bewusstes Lernen, keine intellektuelle Einsicht, sondern ein rein affektiver, gefühlsmäßiger Vorgang.
Zitat:
Zitat von vogel Beitrag anzeigen
Da das Theater oft tagelang dauerte und mit dem Volksfestcharakter und allem..
...und obendrein dem Dionysos-Kult angehörte, weshalb dabei auch ordentlich konsumiert wurde, habe ich den leichten Verdacht, der kathartische Effekt entspricht vielleicht dem heutigen Mit-sich-und-der-Welt-im-Einklang-Sein an einem wohlig verkaterten Sonntag nach einer richtig guten Party.

Scherz beiseite. Mein Studium ist ein Weilchen her, aber wenn ich mich recht entsinne, geht es bei der Katharsis nicht um die Reinigung der Seele von irgendeinem "Übel", sondern um die Reinigung von üblen Affekten, mithin Gefühlen, die einem Menschen unwohl sein lassen. In erster Linie phobos und eleios, wie man immer die nun auch übersetzen mag.
Es ging also - das ist nun meine weitergehende Interpretation, bei der ich nicht sicher bin, ob sie der Lehrmeinung entspricht - darum, das Theaterpublikum in gewisser Weise zu desensibilisieren, damit es mit seiner rauen Lebensrealität besser klarkommt.

Laut Aristoteles, das stellt die obige Definition ganz gut heraus, verläuft das so, dass man dem Publikum die Einfühlung in eine Figur ermöglicht, die üble Affekte erleidet. Nach der Katharsis-Theorie hat der Zuschauer, indem er sozusagen stellvertretend "mit"-leidet, mit der Figur diese Gefühle erlebt, diese im Anschluss überwunden. Ob das Ding ein Happy-End hat oder nicht, ob am Schluss alle Probleme gelöst sind oder nicht, ist unwichtig, es geht nur darum, unangenehme Emotionen zu durchleben und so zu überwinden.
Dass Identifikation und Einfühlung funktionieren, bezweifle ich nicht. Ob das wirklich diesen reinigenden Effekt hat, ist eine andere Frage. Es mag zumindest dazu dienen, mit derlei Emotionen besser umgehen zu können, da man sie ja schon mal qua Einfühlung durchlebt hat. Ausschließen mag ich das nicht.

Im Übrigen haben die vergangenen Jahre durchaus auch im Mainstream Filme hervorgebracht, die der guten alten Tragödie stark verhaftet sind; ich denke an Sachen wie "Mystic River" oder "Million Dollar Baby". Ganz zu schweigen dann wieder von Programmkino-Produktionen wie denen eines Lars von Trier.
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Geändert von Marlowe (24.06.2008 um 15:07 Uhr)
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  #9 (permalink)  
Alt 24.06.2008, 15:11
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Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

@Emma:
Wie schwammig? Streng nach Aristoteles soll durch eine "Läuterung" der Figuren in der erzählten Geschichte eine "Läuterung" des Zuschauers eintreten, ein reinigender Effekt. Natürlich ist das sprachlich übertrieben, im Prinzip ists ja nur ein "am Ende ist man schlauer als vorher", die Figuren haben was gelernt und somit auch der Zuschauer, der (größtenteils unfreiwillig) Rückschlüsse auf sein eigenes Leben zieht. Das geht dann von einfachen Belehrungen, die sich an Normen und Werten orientieren bis hin zur Beeinflussung und Realitätsbildung. Es werden Ideale geschaffen und Maßstäbe gesetzt, die evt. mit der Realität unvereinbar sind (man denke an Liebesgeschichten und dass am Ende immer das Gute gewinnt).

Ursprünglich soll man wohl als "besserer Mensch" aus der Geschichte kommen, doch wie das umzusetzen ist, ist ja irgendwie fraglich, den wer definitiert bitte was richtig und falsch ist. Dass Film+TV einen Effekt auf den Zuschauer haben, ist jedenfalls unbestritten. Die Frage ist, welchen. Und der Katharsis-Effekt ist bei Aristoteles natürlich ein Idealzustand (damit man was davon hat, sozusagen).

@Marlowe:
Jau, das ist die Theater-Variante. Wobei ich zugeben muss, zwischen emotionaler Befreiung und etwas dazulernen nicht wirklich unterschieden zu haben. Muss ich mir mal überlegen, ob das überhaupt sein muss
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Geändert von vogel (24.06.2008 um 15:15 Uhr)
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  #10 (permalink)  
Alt 24.06.2008, 15:20
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Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

@K:
Ich bin überzeugt davon, dass die wenigstens TOMB RAIDER-Gucker bewusst mitgekriegt haben, dass sie gerade ein streng nach aristotelischem Grundprinzip aufgebauten Film gesehen haben. Aber darum gehts ja auch gar nicht. Es geht natürlich um theoretische Konstrukte, die über gesellschaftliche Phänomene gestülpt werden, um von diesem Ansatz aus zu interpretieren und womöglich was zu verändern. Der Praxisbezug ist dabei natürlich IMMER wichtig. Aber der erste Schritt in der Praxis was zu ändern, ist immernoch in der Theorie zu erkennen, was wie funktioniert.
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Alt 24.06.2008, 15:32
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Schwammig deshalb weil du in den vorhergegangen Postings meiner Meinung nach eben nicht nur von der aristotelischen Ursprungsversion gesprochen hast, sondern mehrere Abstufungen getroffen hast, die sich im Endeffekt für mich in einem allgemeinen Zustand des "Berührt-Fühlens" sammelten. Das geht dann schon mal von einem tiefgreifenden Gefühl des Verstehens menschlicher Schwächen und den daraus folgenden sozialpsychologischen Lehren (z.B. <i>Dogville</i>) bis hin zu zu einem enorm romantisierten, demnach gut gelaunten und offenkundig nicht mit Küssen für seine Liebste geizenden Emmarich nach einer supersüßen RomCom wie Dan! - Mitten im Leben.

Und wenn beides und das viele dazwischen ein katharsischer Effekt ist, dann isser für mich des öfteren noch da, erzielt auf unterschiedlichste Art und Weise eine Wirkung, geht manchmal über die der Unterhaltung hinaus und ist nicht Genre-gebunden.
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Alt 24.06.2008, 15:57
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Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

Okay, da bin ich dann zu früh von Aristoteles weggegangen, deshalb Missverständnisse, mein Fehler! Natürlich kommts drauf an, wie man den Katharsis-Effekt im heutigen Kino definiert - so ganz grundlegend, und ob man ihn überhaupt akzeptiert - Ich hatte den einfach grob als belehrenden Effekt ausgelegt: Entwicklung der Figuren -> Rückschlüsse des Zuschauers auf sein eigenes Leben, bestenfalls "reinigender" Effekt, emotional/intellektuell wie auch immer.

Zitat:
Zitat von Emmarich
Und wenn beides und das viele dazwischen ein katharsischer Effekt ist, dann isser für mich des öfteren noch da, erzielt auf unterschiedlichste Art und Weise eine Wirkung, geht manchmal über die der Unterhaltung hinaus und ist nicht Genre-gebunden.
Juhu!
Also grob kathartischer Effekt vorhanden!
Bei mir auch.

Stellt sich mir die Frage, wie sowas ausgelöst wird. Und obs eine Änderung in der letzten Zeit gab. Stichwort Blockbuster: Machen die noch was mit einem? Ich glaube ich stumpfe da ab.
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Alt 24.06.2008, 16:00
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Zitat:
Zitat von vogel Beitrag anzeigen
@K:
Ich bin überzeugt davon, dass die wenigstens TOMB RAIDER-Gucker bewusst mitgekriegt haben, dass sie gerade ein streng nach aristotelischem Grundprinzip aufgebauten Film gesehen haben.
Aristoteles mag ja ein fähiger Regisseur gewesen sein, ich hab aber noch nix von ihm gesehen bzw. gelesen...
Soll heißen: Mir fehlt es hier wohl neben dem geschichtlichen auch am medienwissenschaftlichen Hintergrundwissen...


Zitat:
Zitat von vogel Beitrag anzeigen
Aber der erste Schritt in der Praxis was zu ändern, ist immernoch in der Theorie zu erkennen, was wie funktioniert.
Und ich denke halt, nicht formale Vorgaben der Macher bestimmen letztlich die stilistischen Trends der Medien, sondern die intellektuelle Reife bzw. die Dummheit der Konsumenten - schon BILD-Zeitung oder die bloße Existenz der SAW/HOSTEL-Sequels scheinen mir diese kausale Logik zu widerlegen...

"Katharsis" ist ein definiertes stilistisches Werkzeug... aber der Geschmack der Zuschauer entscheidet letztlich darüber, in welchem Ausmaß es benutzt wird...
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  #14 (permalink)  
Alt 24.06.2008, 16:01
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Teebeutel
 
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Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

Sehr komplizierte Diskussion hier, deswegen möchte ich mit meinem Senf nochmal auf die Ausgangsfrage zurückommen, da die lautete:
Haben Filme heutzutage überhaupt noch einen wirklichen Katharsis-Effekt?
Man beachte das kursiv Formatierte.

In meinen Augen ist es problematisch, Aristoteles Definition auf Kinofilme anzuwenden. Die Fragestellung impliziert fälschlicherweise, dass früher Filme diesen Effekt hatten. Das ist falsch, da sich Aristoteles auf epische Theateraufführungen bezogen hatte.

Die Frage müsste daher korrekt lauten und auch dahingehend diskutiert werden:
Haben Kinofilme (auch) einen Katharsis-Effekt?, im Sinne von: Kann es so etwas bei einem Kinofilm überhaupt auch geben?
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Ludwig Erhard (1897 - 1977), Bundeskanzler.
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  #15 (permalink)  
Alt 24.06.2008, 16:05
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Standard AW: Katharsis heute: Mainstream, Effekt, Notwendigkeit?

Zitat:
Zitat von vogel Beitrag anzeigen
emotional/intellektuell wie auch immer.
Da liegt der Hund begraben - im Unterschied zwischen Moralstück und Tragödie. In meinen Augen ein ganz eminenter Unterschied. Klar werden heute nicht mehr viele Moralstücke produziert (obwohl... ein paar schon noch), weil die Erzählschemen dafür einfach abgenutzt sind. Gute Tragödien gibt's hingegen immer wieder.
__________________
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