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Borat (Larry Charles, 2006)

Veröffentlicht: 27.01.2009 um 23:57 von vogel

(Poster/Quelle)

Ich bin mir nicht ganz sicher, was der Film eigentlich sagen will. Dass in Kasachstan nur antisemitische, sexistische Hinterwäldler leben? Sicherlich nicht. Warum also Kasachstan? Ein fiktives Land hätte den Zweck doch genauso erfüllt.

Davon abgesehen, und somit von der einen Hälfte der Borat-Witze, bleibt dem Film die Konftrontation dieses antisemitischen, sexistischen Hinterwäldlers mit der US-Bevölkerung als zweite Hälfte der Gag-Grundlage. Auch schwierig. Wie reagiert wohl eine Femistinnengruppe, wenn man ihnen sagt "Frauen haben Eichhörnchengehirne"? Wie reagiert wohl ein voll besetztes Rodeo-Stadion, wenn man die US-Nationalhymne verarscht? Und wie reagiert wohl Pamela Anderson, wenn man sie in einen "Hochzeitssack" stecken will? Durchaus legitime Fragen, die selbstverständlich die zu erwartenden Antworten provozieren. Aber witzig. Weil: Leute verarschen war schon immer witzig. Der Humor liegt also eindeutig in der Dreistigkeit, die Sacha Baron Cohen an den Tag legt und eine ganze Reihe Fragen beantwortet, die eigentlich nie jemand gestellt hat. Das eigentlich Interessante an der ganzen Geschichte wird leider nur angedeutet, und zwar von diesem Rodeo-Typ, der Borat rät, sich den Bart abzurasieren, damit ihn niemand für einen Terroristen hält. In den herausgeschnittenen Szenen in den DVD-Extras findet sich da noch mehr: Zum Beispiel der Bericht, der im US-TV über Borats Rodeo-Episode gezeigt wurde: Hier hat man den schönen Kontrast zwischen den realen Aufnahmen im Stadion (dem Jubel bei Borats “Terrorkrieg”-Ansagen), und der später im TV propagierten, Buh-rufenden Ablehnung, die das Publikum angeblich von Beginn an gegenüber dem radikalen Fremden zeigte (was ja nicht stimmte, anfangs jubelten ja noch alle).
Keine Ahnung warum man das nicht im Film gelassen hat. Dazu interessant in den entfallenen Szenen: Wie oft Borat und Azamat von der Polizei anghalten wurden, weil man die beiden in ihrem runtergekommenen Eiscreme-Wagen für potenzielle Terroristen hielt, ob jetzt direkt vor dem weißen Haus oder nur mal so auf der Straße. Hier läge ja das eigentlich Interessante - und dafür wäre auch in einem Format wie Borat Platz gewesen: Womit muss ein aus dem Nahen Osten stammender Mensch mit Bart rechnen, wenn er einmal quer durch die USA fährt. Und dafür hätte Borat nicht einmal seine Exkremente mit an den Esstisch bringen müssen.

Keine Ahnung, was mir Borat sagen will. Oder ob er überhaupt irgendwas sagen will. Wahrscheinlich denkt man besser nicht drüber nach. Aber: Hätte mehr gekonnt.

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Kategorie: Filme
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