Kinoforen.de  

Zurück   Kinoforen.de > Blogs > (B)Logbuch Sternzeit 2012


Dies und das und jenäs und säb
Bewerten

Das Gourmet-Dinner - Teil 2

Veröffentlicht: 09.03.2012 um 18:17 von rost
Also dann, wie könnte ich auch den vielseitigen Wunsche eines (wie ich sehe mittlerweile schon zwei) Lesers ignorieren.

Das Dinner liegt nun schon fast einen Monat hinter mir. War es ein Erfolg? Bin mir nicht so sicher, die Kollegschaft liess mich wissen, dass es dieses Jahr bisher das beste Gourmet-Dinner war. In Anbetracht, dass es bisher auch das Einzige war, weiss ich nicht so recht was ich mit dieser Bemerkung anfangen soll. Zumindest das Zeitmanagement hat aber funktioniert. Bei meinem ersten Auftritt Jahre zurück, habe ich den Hauptgang erst irgendwann nach Mitternacht aufgetischt, weil das Teil mehrere Stunden im Ofen schmoren musste und ich es erst nach Ende des vorhergehenden Ganges auch dem Ofen übergab. Aber wie gesagt, das hat dieses Jahr ganz gut geklappt, da man einen Grossteil der Speisen im vornherein zu- bzw. vorbereiten konnte.

Die Vorbereitung der Spätzle hab ich im ersten Teil geschildert. Am Tag darauf machte ich mich nach der Arbeit an die Vorbereitung des Desserts. Gewählt hab ich was Einfaches ... wie meist: flambiertes Mandelparfait.

Die Zubereitung ging flott. Man musste sie nur in Formen kühl stellen und zum Servieren brauchte man sie nur in die Teller zu stürzen, etwas zu verzieren mit Mandelsplittern und mit Grand Marnier anzufeuern.

Am Samstag war es dann soweit. Früh auf und letzte Einkäufe erledigt und ab Mittag dann in der Küche mit Gemüse hacken, Dips vorbereiten, Fleisch marinieren, etc. beschäftigt. Jo, hat erfreulicherweise alles keine Schwierigkeiten bereitet. Das Problematischste war die Zubereitung der Spätzle zwei Tage vorher; werde ich NIE mehr machen! Aber ich vermute mittlerweile, dass mein Teig einfach Schrott war und der natürlich auf meinem unbeholfenen und ungeschickten Getue basierte.

16.00 Uhr, die vier Herren Kollegen trafen und forderten sogleich ihre Getränke ein. Zur Wahl standen Bier, Weisswein oder Aperol-Sprizz.
Aperol ? Wikipedia


Heute und jetzt.

Mich dünkt, das Getränk hat in den letzten 2-3 Jahren einen regelrechten Kreuzzug durch Bars, Clubs und Restaurants hingelegt und man sieht jeden Sommer mehr und mehr Leute mit dem unverkennbaren orangenfarbenen Getränk in der Hand rumlungern. Wer es immer noch nie kosten durfte, spätestens jetzt ist der Moment gekommen.

Dazu gab es dann als Fingerfood die zum Inventar gehörenden Grissini und Satay-Spiesse. Für diese findet sich eine Unmenge an Rezepten und man kann da auch etwas experimentieren und variieren. Am Mittag mariniert und aufgespiesst, kann man sie später nur noch in die Bratpfanne schmeissen. Die anspruchsvollen Herrschaften meinten zwar, ohne Erdnuss-Sauce seien es keine Satay-Spiesse aber das war mir eigentlich ziemlich egal.


Jo ... das sieht ja schon ein bisschen mager aus.

Der nächste Gang wurde erstmalig zu Tisch getilgt, eine gute alte Lauchsuppe. Nix besonderes aber die ganze Sauce nimmt dann für die Zubereitung doch mehr Zeit in Anspruch als angenommen. Grösstenteils habe ich mich dafür an folgendes Rezept gehalten, Lauchsuppe Vichy - Rezept vom Chefkoch, und yes ... ein Bild; mid-eating.


War kalt.

Eine wichtige Erkenntnis: ich hab nur 3 Suppenlöffel. Also während ich mich mit nem ollen Kaffeelöffel begnügte, wählte ein anderer einen Kochlöffel zur Einnahme. Abgehackt.

Nächster Gang: Rauchlachs / Forellen-Tartar auf Salat.
Meine Schwester ist immer etwas meine Inspirationsquelle für das Gourmet-Gekoche und auch dieses Rezept hab ich von ihr entlehnt. Man hacke die genannten Fische klein, etwas Dill und Worcester-Sauce zugeben, in einer Form auf ein kleines Salatbeet stürzen, selbstgemachte Vinaigrette dazu und auf den Tisch. Kam gut an, schmeckt und ist auch für die grösste Küchenbanause herstellbar. Check.

Und schon kams zum Hauptgang und dem Öffnen des Rotweins. Den Wein liess ich mir von meiner Schwesters Mann empfehlen. Der hat da ne Ahnung von und ich hab manchmal das Gefühl, ein gewichtiges Problem beim Kochen, mir fehlt ein ausgeprägter Geschmackssinn. Îch habe meist keine Ahnung ob eine Speise genug gesalzen ist, bis ich es dann irgendwie versaue oder einfach ungewollt fad sein lasse. Aber der Wein war gut gewählt und hat zum Fleisch des Hauptgangs gepasst. Wie bereits angesprochen hat das auch zeitlich geklappt und ich habe das Ungetüm bereits vor dem Tartar in den Ofen geschoben und genau 90 Minuten bei 80° niedergegart, bis mit Hilfe eines Fleischthermometers eine Innentemperatur von 55° diagnostiziert werden konnte.

Wie es der Vorgabe des Gourmet-Zirkels entspricht, hab ich mich für etwas entschieden, was nicht alltäglich und auch nicht ganz einfach zu kriegen ist. Ich hatte davon in einer Zeitschrift gelesen und das die beste Zeit zur Beschaffung in die Zeit zwischen November und Februar fällt. Perfekt, hab ich mir gedacht und zu meiner Freude hatte dies auch noch keiner der Anwesenden vorher gegessen. Fohlenfleisch … jetzt ist es raus. Mir ist klar, dass das Essen von Pferdefleisch in Deutschland nicht sehr verbreitet ist. Wie es darob in Österreich steht, hab ich keine Ahnung. Jedenfalls ist es in der Schweiz nichts Besonderes und Pferdefleisch findet man in jeder Metzgerei; nur halt das Fohlenfleisch nicht. Auf meiner Suche nach einer Garanleitung bin ich auch auf Rezepte für die Zubereitung von Eselfleisch gestossen … hmmmmmm(!).

Jedenfalls hab ich auch zum ersten Mal Fohlenfleisch gegessen und aus dem Ofen war es rosa, zart und auf den Punkt; wie Fleischbutter im Mund. Sehr gut, hab es sicher nicht zum letzten Mal gehabt und ich hab noch nen gesunden Vorrat von ca. 1 kg. im Kühler.


Dazu gab es Bohnen im Speckmantel und die vermaledeiten Spätzle. Kurz angebraten in Butter schmeckten diese wie Popcorn aber halt nur wie die harten Kerne, welche bei einer Tüte Popcorn zum Ende hin immer übrigbleiben. The horror, the horror ….

Auch vom Dessert hab ich ein noch ein Bildchen, nach dem vergeblichen Versuch die Teile in Flammen zu setzen.


Hmm, schon etwas verwackelt.

Mann, wenn man da nicht gerade nen Flammenwerfer zur Hand hat, fängt das einfach nie an zu brennen. Anstatt anzufangen zu feuern, verflüssigte sich das Parfait unter der Hitze nach und nach und verteilte sich im Teller. In der promillehaltigen Hektik vergass ich dann auch noch das schmückende Beiwerk und das Fest für die Augen ward nicht mehr. Essen konnte man es trotzdem.

Den Abschluss bildete Kaffee, Grappa und die mittlerweile institutionalisierte Platte mit einer Auswahl verschiedener Käsesorten.

Es gab keine Besuche der Polizei und keine Reklamationen der Nachbarn obwohl ich das Gefühl habe, es sei ein Riesenlärm gewesen. Es wurde nicht so viel Wein getrunken wie auch schon, dafür war dieses Mal Bier (Quöllfrisch, der Name) wieder sehr angesagt. Auch der Aperol-Sprizz hat sich vom Anfang bis zum bitteren Ende einer grossen Beliebtheit erfreut. Und natürlich kamen wieder ungeladene aber durstige Nasen vorbei.

So, hat sich der ganze Aufwand gelohnt? Natürlich, es war laut und lustig und man hat die Jungs aus Zürich wieder einmal gesehen und beim nächsten Dinner in der Runde, angesetzt auf den 28. April, kann ich mich wieder bedienen lassen und ungefragt Kritik üben. Ich konnte jetzt die Pfannen, die Rapse, die Kochlöffel, den Stabmixer und sonstige Geräte wieder für die nächsten ca. 1½ Jahre verstauen. Nur die Weingläser stell ich nicht zu weit weg, die werden häufiger benutzt.

Als Abschluss ein Bild eines meiner Gäste. Ich rede mir ein, es war nicht das Essen, welches ihm zu schaffen machte.








... der Rest der Spätzle landete übrigens dort, wo ich ihn von Anfang an hätte hinschmeissen sollen.




Bookmark Post in Technorati Mister Wong Ping.fm Google Bookmarks Twittern Auf Facebook teilen
Kategorie: Kategorielos
Hits 1916 Kommentare 1 Hinweis auf diesen Blog-Eintrag per E-Mail verschicken
Kommentare 1

Kommentare

  1. Alt
    Benutzerbild von Celdur
    Vor allem schaut's aus, als hätte das mehr gekostet, als ich in meinem ganzen Leben (inkl. verbleibender Restzeit) für Nahrung ausgegeben habe.

    Gratulation zum gelungenen Mahl.
    permalink
    Veröffentlicht: 10.03.2012 um 08:27 von Celdur Celdur ist offline
 
Trackbacks 0

Trackbacks


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 18:50 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.0 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2019, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.3.0
 
  MovieGod.de Film-News
Cobra Kai: Neuer Trailer kündigt Season 3 an
2020 bei youtube (Premium)

Legion: Der Trailer zu Season 3 der Marvel-Serie
Ab Juni im TV

Sonic the Hedgehog: Der Trailer zur Realverfilmung mit Jim Carrey
und James Marsden

Star Wars Jedi: Fallen Order: Schicker Trailer zum Actionspiel
Ab November im Handel

Star Wars Episode IX: Der Trailer ist da
An Weihnachten im Kino

Der König der Löwen: Der Trailer zur "Real"verfilmung
Kommenden Sommer im Kino

Cobra Kai: Reese und Johnny in neuem Clip
Season 2 des etwas anderen Karate-Kid-Sequels

John Wick 3: Parabellum: Neuer Trailer online
Ab Mai im Kino


  amazon.de Top-DVDs