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The 5 Times I Fell for Errol Flynn

Veröffentlicht: 08.05.2015 um 12:01 von Lex 217
Das erste Mal war ich gerade fünf Jahre alt und hoffnungslos verknallt in den gezeichneten Fuchs, der in Disneys „Robin Hood“ aus 1973 die Hauptfigur war. Wer beide Filme kennt, wird mir wohl zustimmen, dass die Anleihen, die Disney bei „The Adventures of Robin Hood“ aus 1938 genommen hat, relativ offensichtlich sind. Ist die Zeichentrick-Version der Geschichte des geächteten Robin, der mit seinen Kumpanen in den Wäldern gegen den bösen Prinz John kämpft, auch bei weitem keine bloße Kopie des Realfilms, gibt es doch genügend Parallelen, die meiner Meinung nach keinesfalls nur Zufall oder auf den identen Stoff zurückzuführen sein können. Eine dieser auffallenden Ähnlichkeiten besteht in der Interpretation des Robin Hood. Disneys Fuchs basiert auf Errol Flynns Darstellung. Natürlich ist er ein bisschen kindergerechter angelegt, aber Flynns Schatten ist deutlich spürbar. Als ich den 1938er-Film etwa 15 Jahre nach der Disney-Version zum ersten Mal sah, war es ein pures Wiedererkennen: „Ich kenne dich. Ich kenne dich schon lange. Du bist ER.“

Das zweite Mal war ich 19 oder 20 und Errol immer noch nicht er selbst. Diesmal war er Jude Law in seinem Kurzauftritt als Errol Flynn in Martin Scoreses „Aviator“.
Ein nur wenige Minuten dauernder, und eigentlich nicht sehr schmeichelhafter Auftritt, der mich jedoch sofort faszinierte. „Uh, Errol Flynn, über den weiß ich ja quasi gar nichts. Sieht interessant aus! Sollte mir mal einen Film mit ihm ansehen!“ dachte ich mir. Und bekam den Kerl, den ich für den Moment nur in der Jude Law-Version kannte, tagelang nicht mehr aus dem Kopf. Etwas abstrakt, zugegeben, nichtsdestoweniger faszinierend.

Ich hatte Glück – gerade zu dieser Zeit zeigten die deutschen Regional-TV-Sender eigentlich fast alle wichtigen Errol Flynn-Streifen. Vielleicht hatte irgendeine Redakteurin ein ähnliches Erweckungserlebnis wie ich, keine Ahnung. Jedenfalls sah ich im Laufe der Jahre 2005 und 2006 von den 64 Filmen, die in Flynns IMDB-Liste aufscheinen immerhin 10 oder 11 und jeden einzelnen davon mit Genuss.
Das dritte Mal verknallte ich mich also im ersten Film, in dem ich Errol dann endlich selbst sah, im „Herr der sieben Meere“ von Michael Curtiz. Mag von ihm heute eher nur noch die typische Klischeerolle mit flottem Spruch und breitem Grinsen in Erinnerung sein, so gibt es doch ein paar Filme, in denen er auch anders kann. Und das war das vierte Mal, dass sich Errol in mein Herz bohrte, mit dieser anderen Seite, die sich hie und da zu erkennen gab und nicht minder faszinierend war als der charmante Abenteurer.

Das fünfte und bislang letzte Mal war, als ich Flynns Autobiographie „My Wicked, Wicked Ways“ las. Ich lege dieses Buch allen ans Herz, die gerne eine spannende Abenteuergeschichte lesen. Flynns Leben war schon buch- und filmwürdig, bevor er ein Hollywood-Phänomen wurde – und im Grunde auch ein ganzes Stück interessanter. Dieses Mal konnte ich mich in mehr als nur das ansprechende Äußere und den Charme verlieben, diesmal hatte ich Gelegenheit nach innen zu schauen, soweit er es halt zuließ. Ein Blick, der hochinteressant, bewegend und faszinierend war.

Ich hätte kein Problem damit, diese Liste fortzusetzen. Zum Beispiel mit Kevin Kline, der in dem scheinbar eher miesen Film „The Last of Robin Hood“ eine scheinbar perfekte Performance als Errol Flynn abliefert. Das würde mich rasend interessieren, zwei meiner Lieblingsschauspieler in einem… Daher hoffe ich auf einen europäischen DVD-Start, wenn der auch unwahrscheinlich ist. Bis dahin kaufe ich mir noch ein paar der alten Klassiker und lese die Biographie noch mal. Und wieso hab ich den Disney-Film immer noch nicht im Regal stehen?

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Kategorie: Filme
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Kommentare 3

Kommentare

  1. Alt
    Benutzerbild von Celdur
    Schöne Idee und sehr schöne Herangehensweise. Der Blogeintrag gefällt mir gut - und ich bin selbst noch ziemlich Errol-Unerfahren.
    permalink
    Veröffentlicht: 11.05.2015 um 15:39 von Celdur Celdur ist offline
  2. Alt
    Yo, schön zu lesen. ROBIN HOOD, okay... aber ich persönlich habe ihn eigentlich immer nur dann wirklich wahrgenommen, wenn er einen Säbel in der Hand und Schiffsplanken unter den Füßen hatte. Jetzt erst über Google realisiert, dass der Mann nur 50 Jahre alt wurde. Erinnert mich irgendwie an das Zitat aus BLADE RUNNER: "The light that burns twice as bright burns half as long".
    permalink
    Veröffentlicht: 11.05.2015 um 22:05 von Agent K Agent K ist offline
  3. Alt
    Benutzerbild von Doc Lazy
    Mein Favorit ist natürlich "Captain Blood". Errol's Break-Through. Niemals wieder danach war er so gut wie hier. Der Film zeigte auf, welch Leinwand-Charisma der Typ besaß. Und welche Chemie mit Olivia...

    Auch wenn ich immer wieder lachen muss, wenn der englische Botschafter mitten in der Endschlacht sagt:

    "Das erste Schiff ist bereits kampfunfähig..."

    Naja, so kann man es auch ausdrücken...
    permalink
    Veröffentlicht: 08.06.2015 um 22:32 von Doc Lazy Doc Lazy ist offline
 
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