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Crank: High Voltage – Mark Neveldine & Brian Taylor, 2009

Veröffentlicht: 17.03.2009 um 14:26 von Leisure Lorence
lalala



Zitat:
Chicken and broccoli
Chev Chelios ist zurück. Drei Monate, nachdem er seine tödliche Rache genommen an den Gangstern genommen hat, denen er das tödliche Gift in seiner Blutbahn verdankte, steht er auf einmal allein auf der Straße, mit einer elektrischen Pumpe wo normalerweise sein Herz sein sollte. Dieses Mal droht ihm nicht nur die Zeit sondern auch der Saft auszugehen, als er sich aufmacht, der neuen Verschwörung gegen ihn auf den Grund zu gehen, seine Beziehung zu kitten und nebenher sein „strawberry tart“ wieder aufzutreiben.

Als die Stunt- und Kameraexperten Mark Neveldine und Brian Taylor Crank drehten, war ihr erklärtes Ziel, ein verfilmtes Videospiel auf die Leinwand zu bringen. Der irrwitzige Adrenalintrip spielte am ersten Wochenende seine Kosten wieder ein und war eines der Actionhighlights des Jahres 2005. Nach den Gesetzen der Branche bedeutete dies: Eine Fortsetzung musste gedreht werden, obwohl die Voraussetzungen dafür denkbar ungünstig waren, hatte doch Chevos im ersten Teil sein konsequentes Ende gefunden. Man musste sich also fragen: Würden die Macher wieder eine gute Motivation für die Hauptfigur finden, würden sie den anarchischen Humor und die kompromisslose Action des ersten Teils aufrecht erhalten können und dürfen oder würde das Franchise den Transporter machen?

Die Antwort trage ich nun direkt aus dem Kinosaal in euere Wohnzimmer: Ich habe das Licht gesehen!

Crank: High Voltage ist mehr von allem. Mehr „Mayem, murder and nude behavior“. Das rund doppelt so hohe Budget ermöglichte es den Machern, eine noch rundere, noch abgedrehtere und noch konsequentere 90minütige Achterbahnfahrt zu inszenieren. Referenz ist wieder der First-Person-Shooter, der mit seinen typischen Egokameraeinstellungen zitiert wird, aber auch der Comic mit seinen Panels, die immer wieder als Splitscreens auftauchen und die Handkamera von Reality Shows wie „Jackass“ . In diesem Arsenal der Popkultur bewaffnen sich Neveldine und Taylor, um ein Konzentrat der täglichen Pornographie von Sex und Gewalt und des allgegenwärtigen Zynismus unserer Medienwelt auf die Leinwand zu bannen. Die Homophobie, Frauenfeindlichkeit und der Rassismus unserer Gesellschaft werden in den grellsten Farben reflektiert. Die Schießereien finden in Szenerien und mit Personal statt, die direkt einem Hip-Hop-Video, das vormittags auf MTV läuft, entnommen sein könnten. Vom Stripclub geht Chelios‘ Amoklauf auf eine Demonstration von Pornodarstellern, von dort auf eine Pferderennbahn, auf der er öffentlich Sex hat, und von dort aus zu einer klassischen Bad-Guy-Villa mit Frauen, die Bikinischönheiten wären, wenn sie ihren Bikini noch trügen. Winnenden verleiht dieser Tour de Force brennende Aktualität. Näher als Neveldine und Taylor hat uns noch kein Filmemacher gebracht, wie es im Kopf eines heutzutage aufwachsenden, mental geforderten 16jährigen aussieht.

Das werden viele nicht gerne sehen, und so wird gerade diese Aktualität die Empörungsbeauftragten wieder dazu bringen, lieber den Botschafter zu verdammen als sich mit seiner Botschaft zu beschäftigen. Das ist umso bedauerlicher, da Crank: High Voltage das Potential hat, zumindest für 90 Minuten die Kluft in dieser Welt zwischen den Schlauen und den Dummen zu überbrücken, wenn sie gemeinsam dieses Evangelium unserer Zeit schauen, deren Heilsbotschaft das Rating der MPAA ist:

Zitat:
„Rated R for frenetic strong bloody violence throughout, crude and graphic sexual content, nudity and pervasive language.“
Da Neveldine/Taylor seit ihrem ersten Streich als Regisseure und Drehbuchschreiber gereift sind, ist Crank: High Voltage deutlich runder, besser getimet und auch mutiger als sein Vorgänger. So findet sich Raum für Chevios‘ Vorgeschichte, ohne dass das Tempo gedrosselt würde, und sogar der Abspann wurde direkt in den Film eingearbeitet. So lässt Crank: High Voltage sowohl den Vorgänger als auch den bisherigen Klassenprimus Shoot 'em up und erst recht das letzte Zucken der Die Hard-Frenchise oder die Transporter-Franchise im Staub liegen. Damit hat Hauptdarsteller Jason Statham dem bisher unangreifbaren Bruce Willis endgültig die Krone als unser aller Actionheld abgenommen. Daher sollte er schnellstmöglich von dem toten Gaul, der das Remake des Novelle-Quark-Rohrkrepierers „Tzameti“ ist, absteigen und sich für Crank 3 wappnen.

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Crank: High Voltage kommt am 16.04.09 in die deutschen Kinos.

Stichworte: action, crank 2
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Kategorie: Fuilm , Filme
Hits 2155 Kommentare 3 Hinweis auf diesen Blog-Eintrag per E-Mail verschicken
Kommentare 3

Kommentare

  1. Alt
    Benutzerbild von Doc Lazy
    Hihihi, jetzt bin ich auf Flexos Kritik gespannt.

    Wird's nen Videoreview geben?
    permalink
    Veröffentlicht: 17.03.2009 um 14:45 von Doc Lazy Doc Lazy ist offline
  2. Alt
    Die Botschaft eines Erleuchteten... allein der Glaube fehlt mir...

    Bei 4.0 habe ich gesühnt, mit SHOOT 'EM UP habe ich Buße getan...

    So viel Weihwasser kann ich gar nicht trinken, um da ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen...
    permalink
    Veröffentlicht: 17.03.2009 um 15:24 von Agent K Agent K ist offline
    Aktualisiert: 17.03.2009 um 15:47 von Agent K
  3. Alt
    Benutzerbild von Finch3r
    Geht doch
    permalink
    Veröffentlicht: 17.03.2009 um 20:36 von Finch3r Finch3r ist offline
 
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