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Alt 28.03.2021, 22:31
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Der Verlorene (1951)

...unter dem weltweiten englischen Titel "The lost man" bzw. "The lost one" in späteren Jahren dann auch ein Stück weit bekannter geworden.
Denn bei seiner Erstaufführung floppte die einzige Regiearbeit von Schauspieler Peter Lorre (eigentlich Laszlo Löwenstein) auf breiter Ebene. Weil die Thematik knappe 6 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges einfach noch früh wagte, Fragen nach dem "Warum" und der "Schuld" zu stellen.
Somit kann dieses Werk problemlos zu dem Kreis der Filme gerechnet werden, die zum Zeitpunkt ihres Erscheinens schlicht "ihrer Zeit voraus" waren - als da wären u.a. "Peeping Tom - Augen der Angst", "Eins Zwei Drei" von Billy Wilder oder "Die Nacht des Jägers" von Charles Laughton....

Kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges, arbeitet der Arzt Neumeister (Peter Lorre) in einem Flüchtlingslager, in dem er den neben den Untersuchungungen auch Impfungen durchführt. Dabei trifft er auf einen Mann namens Novak, der ihm bei seiner Arbeit beistehen könnte - der ihm aus den letzten Jahren des "tausendjährigen Reiches" kein Unbekannter ist. War dieser unter seinem richtigen Namen Hösch dort in seinem Labor beschäftigt, in dem er als Serumforscher tätig war. Undercover. Als Spitzel von der Abwehr - der bekannt geworden war, dass Neumeisters (damals Dr. Rothe) Arbeit von dessen Ehefrau ausspioniert und an den Feind weitergeleitet wurde - eingesetzt, verband dieser damals das angenehme mit dem nützlichen und begann eine Affäre mit Rothes Frau.
Als Rothe darüber informiert wird, tötet er seine Frau im Affekt. Und die entsprechenden Stellen schützen ihn, da seine Arbeit kriegsrelevant ist, indem sie den Mord als Selbstmord klassifizieren.
Rothe ist von diesem Moment in seinen Prinzipien erschüttert und kann sich selbst nicht vergeben. Und projiziert seinen eigenen Selbsthaß auf Frauen, die ihm zu nahe kommen....

...dieser kleine Kratzfuß Lorres - der auch mit am Drehbuch schrieb - in Richtung seiner berühmtesten Figur (der des "Hans Beckert" in "M - Eine Stadt sucht einen Mörder"), ist die Grundlage für den Fillm eine Betrachtung über die Schuld, die Erklärung warum man diese Schuld nicht als Schuld anerkennen kann/sollte, die Flucht vor sich selbst und die Lüge die daraus entsteht und eine neue Nickhaut des Betrachters entstehen lässt.
Damit man sich selbst noch - mit bestem Gewissen - im Spiegel betrachten kann. In knappen klaren Bildern und mit einer Nüchternheit versehen, ohne den Hang hin zu visuellen Spielereien zu suchen.
Auch wenn der Film - der zum Finale noch eine Verschwörung hineinwebt, in die die Hauptfigur per Zufall stolpert (und die dem "Stauffenberg"-Attentat Referenz und Respekt erweist) - manchmal in seinem Bemühen hier und da eine Spur zu bühnenhaft und zu theatralisch geschwätzig erscheinen mag (Lorres Prägung als Theaterschauspieler kommt da ein Stück weit durch), darf sich ans Revers heften, dass er sich für ein Ende entscheidet, dass wahrlich endgültig sein muß. Damit der Weg frei ist, für eine neue Generation.
Ohne Altlasten.
Es ist Schade, dass genau das der Punkt ist, an dem die Menschheit ziemlich offensichtlich krankt.... weil die Erinnerung an "die gute alte Zeit" einem ziemlich oft die Gegenwart vernebelt...
Lorres Film ist die notwendige bittere Medizin wider dem Vergessen, dass es die "gute alte Zeit" so nie wirklich gegeben hat!
Und dies auch heute noch allzu gern vergessen wird....
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (28.03.2021 um 22:34 Uhr)
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