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Alt 12.12.2018, 11:02
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Frau ohne Gewissen (1944) (Double Idemnity)

Wenn es um Frauen in (scheinbaren) Nöten geht, die sich dann als gerissener Vamp entpuppen, steht Billy Wilders Film Noir nach all den Jahrzehnten immer noch ganz weit vorne im Genre des Kriminalfilms (eine Bezeichnung, die heute nahezu ausgestorben scheint).
Im Jahr 2007 wurde er vom "American Film Institute" auf Platz 29 der "Greatest movies of all time" gewählt - auf "imdb" hält er derzeit Platz 90 inne.
Sicherlich sind Dramaturgie wie auch Darstellung streckenweise heute ein wenig "dated" - dennoch entwickelt der Film immer noch genügend Suspense um mit seinen für die damalige Zeit höchst unmoralischen Haupt-(und somit Identifikations-)Figuren über die Distanz problemlos einem Großteil dessen was heute so als Thriller angeboten wird, eine Nase zu drehen....

Ein Auto schleudert durch die nächtlichen Straßen von Los Angeles. Erreicht ein Bürogebäude. Der Fahrer steigt aus, begehrt Einlass - und schleppt sich (nachdem der Nachtportier ihn einließ) in das Büro seines Vorgesetzten. Wo er eine Beichte beginnt, die er auf einem Diktaphon aufnimmt:
Der Versicherungsvertreter Walter Neff (Fred "Die Caine war ihr Schicksal"/"Der fliegende Pauker" MacMurray) ist nach Jahren in seinem Job mit allen Wassern gewaschen. Glaubt er. Bis ihn die Begegnung mit Phyllis Dietrichson (Barbara "Meet John Doe"/"Du lebst noch 105 Minuten"/TV-"Der Denver-Clan" Stanwyck), der gelangweilten Frau eines in Öl machenden Erfolgsmenschen aus den Schuhen haut: die isses.
Und eben Jene macht aus ihrer Sympathie für den schwer von sich eingenommenen lässigen Charmebolzen auch kein Geheimnis.
Die offensichtlich im goldenen Käfig "einsitzende" Dame rührt Ego und Libido von Walter gleichgut auf und an.
Und ehe er sich versieht, will er sie ganz für sich.
Da wäre allerdings die Kleinigkeit einer Lebensversicherung zu Gunsten Phyllis, die - auf den ahnungslosen Ehemann von Phyllis abgeschlossen - das Zusammenleben der beiden moralisch doch recht fehl geleiteten Liebenden sanieren könnte.
Denn Phyllis Stieftochter ist als Alleinerbin des vorhandenen Vermögens eingesetzt.
So konstruiert Walter einen Plan, an dessen Ende Phyllis für ihn frei, das Geld verfügbar und Phyllis Mann doch empfindlich tot sein soll.
Doch jeder erfolgreiche Plan hat (bekanntlich) irgendeinen noch erfolgreicheren Grund, der ihn zum Scheitern bringt....

Die beiden Turteltäubchen - und ihr gemeinschaftlicher Niedergang - sind schon eine Show für sich. Unterkühlt bis ins letzte - mit emotionalen Ausbrüchen, die (vielleicht eine Spur zu aufgesetzt wirken). Am allerbesten sind MacMurray und die Stanwyck, wenn sie einander anfänglich sprachlich "abtasten". Da sprüht die Erotik zwischen den Zeilen - und lässt einen ob der Tatsache, dass heute kaum mehr solche Dialoge in Kinofilmen vorzukommen schienen doch ein wenig traurig werden.
Allerdings haben beide Hauptdarsteller keine Chance gegen die dritte Hauptfigur - Barton Keyes (Edward G. "Little Caesar"/"Orchid, der Gangsterbruder"/"Soylent Green - Jahr 2022...." Robinson) als Walters Vorgesetzter.
Der - mit allen Wassern gewaschene - Versicherungsdetektiv ist eine wandelnde Enzyklopädie in Sachen Versicherungsbetrug. Und hat sich mit der Tatsache arrangiert, dass es keinen Menschen für ihn gibt, dem er überhaupt noch Vertrauen schenken würde.
Bis auf Walter.
Seine Dialoge übertreffen die von dem amoralischen Pärchen qualitativ noch um eine fette Kelle.
Schön gefilmt, wenn auch der Film nach hinten raus ein wenig an "Wumms" verliert.
Aber das Diktaphon, das Walter benutzt um seine Beichte abzulegen - mannomann. Das Speichervolumen hätte wohl Rechner der Neunziger Jahre noch neidisch gemacht...
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (12.12.2018 um 11:06 Uhr)
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