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Talez 15.11.2009 22:21

Das Cabinet des Dr. Caligari (1920)
 
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Dr. Caligari stellt auf einem Jahrmarkt den somnambulen Ceasare aus, der nur von Caligari geweckt werden kann.
Im Wachzustand sagt Ceasare die Zukunft voraus, preist ihn Caligari.
Alan, der Freund von Francis, frägt nach dem Tag seines Todes, worauf Ceasare antwortet, dass er Morgen Abend sterben werde. Am Tag darauf wird Alans Leiche gefunden und Francis begibt sich auf die Suche nach dem Mörder. Besonderes Augenmerk bei seinen Ermittlungen gilt dem eigenartigen Dr. Caligari. Auch Francis geliebte Jane wird entführt, doch kann der Entführer verfolgt werden, bis er schließlich die junge Frau zurücklassen muss. Zum Ende macht der Film eine unvorhersehbare Kehrtwende.
Sofort fallen bei dem surealistischen Stummfilm die ungewöhnliche Schrift der Texte, die verzerrten Kulissen und die kontrastreichen Bilder auf. Die Einstellungen werden durch übermalen in ihrer Wirkung verstärkt und machen Das Cabinet des Dr. Caligari zu einem Vorzeige Film des Expressionismus von dem sich unter anderem Tim Burton hat inspirien lassen.
Wer mit Stummfilmen was anfangen kann, sollte sich Robert Wienes Klassiker nicht entgehen lassen.

Agent K 15.11.2009 22:31

AW: Das Cabinet des Dr. Caligari (1920)
 
Und das Ding ist "public domain", darf also kostenlos heruntergeladen werden:

Internet Archive: Free Download: Das Kabinett des Doktor Caligari ( The Cabinet of Dr. Caligari )

S.W.A.M. 08.07.2014 21:13

AW: Das Cabinet des Dr. Caligari (1920)
 
Wie schon im "Neueste Disc"-Thread beschrieben, habe ich mir neulich die gerade erschienene BluRay-Edition von der Murnau-Stiftung zugelegt.

Und der Film, von dem ich bis dahin nur ein paar zwar vielsagende aber dennoch (qualitätstechnisch) miserable Ausschnitte mit extremen Bildsprüngen, Schmutz, Staub und ausgewaschenen Kontrasten kannte, hat mich richtig weg gehauen. Was die Restauratoren hier geleistet haben, geht sogar noch über die neue "Metropolis"-BluRay-Fassung hinaus. Das Bild ist glasklar, die verschiedenen Grauabstufungen sind alle wieder da, es sind fast alle Kratzer beseitigt und das Bild, durch das der Film ja hauptsächlich immer hervor stach, ist endlich wieder so genießbar, wie es sich für einen solchen Klassiker gehört.

Zum Film selber muss vielleicht nicht mehr viel gesagt werden, aber dem Ruf als Meisterwerk wird er absolut gerecht. Kurzweilig, spannend, gruselig und wie die Ausgeburt eines düsteren Fiebertraums kommt dieser Mystery-Horrorstreifen (wenn man solche modern anmutenden Genrebegriffe überhaupt auf solche Werke anwenden kann/darf) daher und fesselt einen von der ersten Minute an.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist die teilweise unpassend wirkende Musik, die anhand von wenigen Überbleibseln der Originalkompositionen Giuseppe Becces von der Freiburger Musikhochschule komponiert und eingespielt wurde. Aber trotzdem ist "Caligari" nach wie vor ein unterhaltsamer und mysteriöser Alptraumtrip in die düsteren Seiten von menschlicher Besessenheit, Eifersucht, Mord und nächtlichen Dämonen.

Er wird immer wieder mit ähnlich gelagerten Klassikern wie "Nosferatu" verglichen, aber meiner bescheidenen Meinung nach ist "Caligari" mit das Beste, was das großartige und durchgeknallte Weimarer Kino zu bieten hatte. Und mit seinen 77 Minuten Laufzeit ist er, glaube ich, auch für ZuschauerInnen geeignet, die ansonsten mit Stummfilmen nur wenig bis gar nichts anfangen können. Wer seinen Spaß mit David Lynch und Konsorten hat, der kommt nicht um "Caligari" herum.

Auch die um den Film kreisende Doku über die damalige Epoche und den prestigereichen Erfolg des damaligen deutschen Films (an dieser Stelle spare ich mir mal ausnahmsweise schnoddrige und trotzige Kommentare und Vergleiche zum heutigen deutschen "Film"), ist äußerst sehenswert. Und dazu gibt's noch ein 20-seitiges, ebenfalls sehr informatives Booklet.

Die Scheibe ist ihre 18 Euro MEHR als wert!


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