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scholley007 08.08.2019 17:25

Can you ever forgive me? (2018)
 
Ein Film mit Melissa McCarthy - der (pardon the pun) "Wuchtbrumme" aus Werken wie "Tammy" (Grusel!), "The Boss", "How to Party with Mom", "Brautalarm", "Voll abgezockt" den female "Ghostbusters" sowie durchaus akzeptablen Werken wie "Taffe Mädels" oder "Susan Cooper, Spy" (und letzterer ist einem Großteil der heutigen Mainstreamcomedies immer noch überlegen... allein Jason Statham in dem Teil...) - in dem sie "Ernst" macht. Kann man sich nach dem Großteil dieser dahingeschluderten Mainstream...ähem.. "komödien" nicht vorstellen.
Einen Eindruck davon, dass sie durchaus diszipiniert sein kann, bewies ihre Rolle als "Sookie St. James" in der legendären (doch ja, kann man inzwischen so schreiben) TV-Serie "Gilmore Girls". Ebenso wie ihr Part in der kurzweiligen TV-Serie "Mike und Molly".
Dass meine (für mich schon vor Jahren aufgestellte) Theorie, dass Komödianten durchaus zu tollen Dramatikern taugen, mal wieder untermauert werden kann, beweist dieses Werk....

New York zu Beginn der Neunziger Jahre: Lee Israel (McCarthy) ist in den siebziger und achtziger Jahren eine angesagte Ghostwriterin. Gewesen. Doch so galant ihr das Leben der Anderen gelang in Sätze zu gießen - so desaströs verläuft inzwischen ihr Eigenes.
Auf ihr persönliches literarisches Werk, das sie als selbständige Autorin (sprich. also jemanden, der nicht andere Grundlagen benötigt um Erfolg zu haben) bestätigen würde, warten ihre Literaturagentin und eigentlich sonst niemand mehr schon viel zu lange.
Weshalb sich die mittlerweile als Korrektur-Leserin tätige Lee einer fetten Diät aus Aggression (gegen eigentlich jeden auf der Welt), Frustration (gegen eigentlich jeden auf der Welt - aber besonders sich selbst, was sie sich aber keinesfalls eingestehen könnte/wollte) und Alkoholismus (der die beiden ersten Punkte ihres Wesens tagtäglich schmiert und in einer - verhältnismäßig - filigranen Balance hält) überantwortet hat.
Als ihre Katze krank wird, die Miete auch überfällig ist und sie zu allem Überfluss auch noch (wegen wiederholtem Alkoholkonsum und vorherigen Verwarnungen) auf ihrer Arbeitsstelle gefeuert wird, ist guter Rat teuer.
Da kommt ihr der Zufall zu Hilfe: ihr fällt ein Originalbrief einer Prominenten in die Hände. Der ihr Geld einbringt, als sie ihn an entsprechender Stelle verkauft.
Doch wären Briefe persönlicher Natur (sprich: mit Details aus dem Privatleben von Prominenten) von weitaus einträglicher Natur. Wenn man schon im Namen von Promis deren Worte gewichtiger bzw. gewitzter als diese selbst für Memoiren erdachte, kann man gleich gänzlich lügen.
Gedacht - getan.
Mehr - oder doch eher weniger - unterstützt von dem unerschütterlichen Bonvivant (und "Gerne-Mittrinker" - und auch sonst keiner Form von Drogen abgeneigten) Jack Hock (Richard E. "Hudson Hawk"/"Warlock - Satans Sohn"/"Withnail & I"/"Spice World - Der Film" Grant), schafft es Lee binnen kürzester Zeit dem ewig hungrigen Markt der Eitelkeiten und dem daraus entstandenen Fandom selbst erdachte Briefe en masse zu liefern.
Leider werden die beiden "Partner in crime" binnen kurzem schlicht zu gierig......

Basierend auf der wahren Geschichte von Lee Israel - deren Memoiren sich dann letztendlich bestsellermäßig verkauften (die Realität schreibt immer noch die besten Geschichten) - darf Melissa McCarthy hier eine misanthropische Glanzleistung abliefern. Eine, die vermutlich den legendären Groucho Marx entzückt hätte (Groucho Who? Kinders, dann googelt doch bitte mal die "Marx Brothers"! Auf dass die gefälligst nicht in Vergessenheit geraten!).
Nominiert für 3 Oscars, nominiert für 2 Golden Globes (in beiden Fällen waren die beiden Hauptdarsteller auf den entsprechenden Zetteln) und darüber hinaus mit einem wahren Füllhorn an Nominierungen und Auszeichnungen der rennomiertesten Kritikervereinigungen und Festivals weltweit gesegnet, hatte der Verleih hierzulande null Interesse irgendwas mit diesem Film zu veranstalten. Kunststück: bei einem Budget von 10 Millionen hatte der in den USA nur gerade 8 Millionen eingespielt. Die Reaktion des hiesigen Verleihs:"Also weg damit....." (mehr als ein paar Sondervorstellungen im Vorfeld der Oscarverleihung 2019 wurden dem nicht eingeräumt)
Echt schade drum.
Wer also - inmitten des gegenwärigen "Blockgebustere" mal wieder eine (durchaus angenehme) Schauspielstunde erleben möchte, sollte hiermit mal sein Glück versuchen.
Ich gebe zu - wenn man die Liste an Auszeichnungen auf "imdb" sieht, könnte man vielleicht zu sehr im Vorfeld "gehyped" werden.
Denn - da bin ich ehrlich - was an Richard E. Grants Leistung nun so überaus preiswürdig ist (er wurde im Verhältnis zur Hauptdarstellerin mit Preisen für seine Darstellung geradezu überschüttet) hat sich mir nicht wirklich erschlossen.
Vielleicht hat ja jemand diesbezüglich Erkenntnisse, die mich "Unwissenden" ins recht Bild setzen (können).


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