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Alt 17.03.2019, 19:17
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard The Florida Project (2017)

Selten dürfte Willem Dafoe für so viele Preise (Hauptsächlich Kritikerpreise) und Nominierungen (darunter u.a. bei den BAFTA-Awards, Golden Globes und Oscars) für die "beste männliche Nebenrolle" (die eigentlich die männliche Hauptrolle des Films ist) für einen Film am Start gewesen sein. Und dann hat ihn (den Film) - natürlich - kaum jemand gesehen.
Was schon schwer schade ist - so unspektakulär wirkte er selten (vielleicht noch in - den ebenso eher unbekannten - Streifen: "The Hunter"oder"Auto Focus").

Die sechsjährige Moonee (Brooklyn Prince - die hiernach einen ganzen Sack an kommenden Projekten hat, schwer begabt!) lebt mit ihrer Mutter Halley (Bria Vinaite - ähnlich schwer hassenswert wie Allison Janney in "I, Tonya") in einem Motel entlang der Route die zu Disney World Florida in Orlando führt.
Finanziert vom Wohlfahrtsscheck. Der aber immer seltener pünktlich zu kommen scheint. Einfach weil das Geld von Halley für "wichtigere" Dinge ausgegeben wird.
Mit einer Mutter geschlagen zu sein, die schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist - und daraus so gar keine Lehren gezogen hat - schlimmer noch: die Schuld grundsätzlich anderen gibt und sich sozial kompatibel auf dem Level einer Fünfjährigen befindet, kann vom erzieherischen Standpunkt fatal erscheinen.
Und das tut es.
Der Film bebildert den langsamen - aber konsequenten - Abstieg des Mutter/Tochter-Gespanns, während eines Sommers.
Einzig der das Motel leitende Manager (und Mädchen für Alles) Bobby (Willem Dafoe) ist sich der Misere von Halley und Moonee voll bewusst. Kann aber nichts für die auf ständig auf Krawall gebürstete - und somit für Ansätze von fürsorglicher Anteilnahme vollkommen aufnahmeunfähige - Halley tun. Einzig, weil die jegliche Form von Ratschlag als Schlag gegen ihren gelebten Nonkonformismus ansieht.
Eine Haltung, die sie immer weiter in die Isolation treibt. Und ihre Tochter - die es nicht besser wissen kann mit ihren jungen Jahren - mit....

Der Film tarnt sich als - größtenteils - sonnendurchfluteter Blick auf das Leben abseits des fröhlichen Tourismus des "Sunshine States".
Und da gelingen Regisseur/Drehbuchautor Sean Baker einige wundervoll zarte wie auch gleichzeitig niederschmetternde Momente.
Getragen von den drei Kindern - Moonee, ihrem besten Freund Scooty (Christopher Rivera - der, laut "imdb" wohl durch die Beteilung an diesem Film aus einer ähnlichen Situation herauskam, wie jene, die der Film erzählt; genaueres in der Abteilung "Trivia" zu "Florida Project") und der "neu dort gestrandeten" Jancey (Valeria Cotto) - ein "Geheimnis eines Sommers" der anderen Art.
Und Willem Dafoes Charakter möchte man ab einem bestimmten Zeitpunkt ob seines Verhaltens - sei es Mutter und Tochter gegenüber - sei es in Bezug auf eigentlich jeden Mieter in diesem Motel - einfach nur knuddeln.
Als er einen Päderasten auf dem Motelgelände bemerkt, der sich an die - ahnungslosen - Kids heranmachen will, entschärft er die Situation auf eine Weise, die man schlichtweg als bewundernswert ansehen muss. Bis er - nur für einen kurzen Moment - zeigt, zu was er wahrlich fähig wäre, würde man ihn tatsächlich bis zum Äußersten bringen.
Und die letzten 2 Minuten sind einfach so.... Sorry.
Aber ich habe - tatsächlich in all den Jahrzehnten -
Spoiler: Anzeigen
noch nie eine so junge Darstellerin so überzeugend weinen sehen.
Ihre Angst ist so raumfüllend, dass sie den Fernseher zu sprengen drohte, auf dem ich diesen feinen kleinen Streifen gesehen habe.
Ihr letzter Ausweg ebenso.
In das Magic Kingdom in uns selbst.
An der Hand von jemandem, der es gut mit uns meint.....
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (17.03.2019 um 19:20 Uhr)
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