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Alt 15.03.2019, 15:03
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Willkommen in Marwen (2018) (Welcome to Marwen)

Robert Zemeckis - der Mastermind von "Zurück in die Zukunft", "Falsches Spiel mit Roger Rabbit", "Der Tod steht ihr gut", "Forrest Gump", "Schatten der Wahrheit" und "Cast Away" - hat offensichtlich seine beste Zeit hinter sich. Wie anders ist es zu erklären, dass nach - nach dem mäßigen Lauf von "Flight" mit Denzel Washington - nacheinander der (für meinen Geschmack großartige) "The Walk", das Superstar-Kriegsdrama "Allied" (mit Brangelina kurz vor dessen Trennung) und nun dieser hier kolossal floppten....

Mark Hogancamp (Steve Carell) war Illustrator. Besonders für WeltkriegsII-Szenarien. Und Photograph. Und Damenschuhfetischist. Also quasi ein Mensch wie Du und Ich. Mit einer Neigung leicht neben der Spur. Die aber niemandem weh tat. Sollte man glauben.
Bis ein paar Herrschaften in Bierlaune - und Hogancamp ebenfalls in selbiger - in Marks Stammpinte aneinander gerieten. Und die selbsternannten "besseren" Herrenmenschen mit entsprechender Gesinnung den nach ihrer Sicht "aus der Art geschlagenen" Menschen vor der Kneipe halbtot prügelten.
Und der Mensch Hogancamp dabei einen Großteil seines Gedächtnisses verlor. Dafür aber immer wieder kehrende Angstzustände und Panikattacken (Depressionsschübe inklusive) erhielt.
Nach der körperlichen Rekonvaleszenz, ist Hogancamp in soweit "genesen", dass er sich eine eigene Welt in der realen geschaffen hat: MarWen - ein kleines Dörfchen, gelegen in Belgien. In dem sein Alter Ego von fünf wehrfähigen Damen beschützt wird.
Das in seinem Vorgarten beheimatete Dorfmodell wird von Mark mittels Puppen bevölkert, die er als eine Art Fotoroman in eben dieser Szenerie arrangiert und fotographiert. Um überhaupt eine Form von Erinnerung in seinen Kopf zu bekommen.
Denn die Gerichtsverhandlung gegen seine Peiniger steht an (vor der er am liebsten so weit weg laufen möchte wie möglich).
Und gegenüber zieht die aparte wie auch freundliche Nicol (Leslie "Jungfrau (40), männlich,sucht.."/"Wie das Leben so spielt" Mann) ein.
Ein Mensch, der Mark sehr gut gefällt. In jeder Hinsicht. Leider entgeht ihm - aufgrund seiner eingeschränkten Wahrnehmung - doch, dass die Gute auch ihr "Päckchen" mit sich trägt...

Es ehrt Zemeckis (der das Drehbuch zusammen mit Caroline Thompson - Drehbuchautorin von "Corpse Bride";"Nightmare before Christmas" und "Edward mit den Scherenhänden"), dass er sich von der wahren Geschichte von Mark Hogancamp zu dieser fiktionalisierten Darstellung inspirieren ließ.
Vermutlich auch, weil die Inspiration die von dem Menschen Hogancamp ausging, auch jenen Kern in sich trägt, die man in Hollywood nur allzu gern in Filme verwandelt, die dann preiswürdig werden. Oder halt nicht.
In diesem Fall "schlachtete" die Presse den Film pünktlich zum US-Filmstart, als Universal den als "Oscar-Prestige"-Projekt für die Weihnachtssaison aufbauen wollte.
Drei Wochen nach Start, war davon nicht mehr die Rede, weil der ähnlich einging, wie andere Oscar-Hoffnungen. Da fallen mir Frank Darabonts "The Majestic" (mit Jim Carrey in einer seiner schönsten Rollen) und Denzel Washington als "Roman J. Israel, Esq." ein - zwei Filme die (ähnlich von den Studios geplant) auf "Grund" am BO und bei den Kritikern liefen und kaum bekannt wurden.
In beiden Fällen gibt es - für meinen Geschmack - Gründe, warum das breite Publikum den Werken fern blieb. Vielleicht erschien in erster Linie eine Art erhobener "moralischer Zeigefinger" als zu unübersehbar. Da gibt´s für mich schlimmere Filme, die mit mehr Preisen überhäuft wurden. Aber das hatte IMMER und wird IMMER mit dem Befinden der Academy und der augenblicklichen kulturellen Strömung zu tun, der sie immer (brav) Rechnung trägt.
"Willkommen in Marwen" - der (wie schon "The Walk" auf "Man on wire") auf einem Dokumentarfilm basiert (in dem Fall "Marwencol") - hat einen etwas holperigen Beginn in den ersten zwanzig Minuten. Was es etwas schwierig macht, sich anfänglich von dem Geschehen einnehmen zu lassen. Ist diese Phase überwunden, macht es problemlos "Klick".
Sicherlich ist diese Geschichte einer "Teilgesundung" eines an Leib und Seele verletzten Menschen vielleicht nicht unbedingt das, was man am Ende eines Abends als Unterhaltung gereicht bekommen möchte.
Dass er es schafft den - nicht immer ganz einfachen - Menschen Hogancamp dem Zuschauer in soweit Nahe zu bringen, dass man mit ihm und für ihn fühlt, und auch zulassen kann, dass man ihn ein Stück weit versteht, ist der große Verdienst dieses filmischen Seltsamkeits-Wunderwerks. Denn die "Actionfiguren" - Hogancamps "Alter Ego" und die puppenhaften "Alter Egos" der wichtigsten Frauen in seinem Leben - sind in seinen Visionen schon großartig zum Leben erweckt.(es ist schon interessant, dass es keine wichtige männliche Figur für ihn gibt, dies mag in diesen unseren Zeiten auch gern als "männliche Phantasie" gelesen werden; jede Wette: ein paar "metoo"-Debattierer haben sich mit Freude auf den hier gestürzt) . Ebenso seine Peiniger als deutsche Nazi-Soldaten.
Das mag hierzulande mit Sicherheit entsprechende Kritiker oder auch Gegner finden.
Das wohl abgefahrendste "Zurück in die Zukunft"-Selbstzitat, das sich Zemeckis hier drin gönnt, mag mit Sicherheit auf lange Zeit nicht übertroffen werden...
Warum der Mann als nächstes Regieprojekt nun die Neuverfilmung von Roald Dahls "Hexen hexen" in Angriff genommen hat - die achtziger Jahre-Verfilmung mit Angelica Huston ist IMMER noch ein Klassiker des Jugendkinos - mag nur er selbst beantworten können..... ob Anne Hathaway in der Rolle der Oberhexe ebenso viel Boshaftigkeit verströmen kann, werden wir dann 2020 erleben.
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (15.03.2019 um 15:07 Uhr)
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