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Alt 09.03.2019, 11:06
...is mostly "Confuzzled"....
 
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Standard The Sisters Brothers (2018)

Ein Film der Kategorie Spätwestern. Gefilmt in Spanien, sowie Frankreich und Rumänien. Was nicht wirklich auffällt.
Basierend auf dem Roman von Patrick Dewitt, den Hauptdarsteller John C. Reilly vor Jahren optionierte. Und von einer Unzahl an europäisch/amerikanisch/kanadischen Produktionsfirmen gestemmt wurde (ehrlich: selten eine solch lange Liste zu Beginn gelesen).
Was - abgesehen von den Preisen die der bislang eingefahren hat (darunter 4 Cesars) - zu einem traurigen Einspiel weltweit führte: etwas über 7 Millionen Dollar bei einem Budget von 38 Millionen.
Nach zwei Besprechungen (Spiegel/Cinema) die den wahrlich feierten ("Meisterwerk"), war die Erwartungshaltung vorab vielleicht ein Stück weit oben...

Oregon 1850. Die Brüder Sisters - Charlie (Joaquin Phoenix) und Eli (John C. Reilly) - sind Handlanger und Kopfjäger im Dienste des Commodore (Rutger Hauer in einem Auftritt, der zwei Einstellungen währt und außer Präsenz ohne Dialog nichts von ihm abverlangt - soviel sei mal gespoilert) unterwegs. Ihnen obliegt es ihrem Brötchengeber unlieb gewordene Herrschaften zurück zu führen. Ob tot oder lebendig.
Nachdem ihr letzter Einsatz im wahrsten Sinne des Wortes verbrannte Erde hinterlassen hat, ist Charlie vom Commodore zum "Chef" des Duos benannt worden.
Einfach, weil der eine Spur Erwachsener wirkt, im Gegensatz zu Eli, der nie ein Blatt vor den Mund nimmt.
Aber wesentlich sanftmütiger und nachdenklicher ist, als sein heißblütiger jüngerer Bruder.
Der einst ihren gewalttätigen Vater erschoss - eine Aufgabe, die eigentlich ihm, dem älteren Bruder, zugefallen wäre.
Was - auch heute noch - an ihm nagt.
Entsprechend "degradiert" ist Eli nicht übermäßig erbaut, sofort wieder in den Sattel zu steigen, als es gilt, einen Chemiker namens Hermann Kermit Warm (Riz "Venom"/"Nightcrawler" Ahmed) wieder "einzufangen", der dem Commodore etwas gestohlen haben soll.
Der Scout John Morris - Jake Gyllenhaal als Mitglied einer reichen aristokratischen Familie, der sich in diesem Job seiner familiären Verantwortung entzieht - ist Warm schon auf den Fersen und soll diesen festsetzen, damit die Brüder ihn bequem einsammeln und mitnehmen können.
Doch auf dem Weg - der auch gesundheitliche Risiken während der Übernachtung im Freien birgt
Spoiler: Anzeigen
(Spinnenphobiker dürften bei der Szene schwer schlucken)
- bekommt Eli langsam Zweifel an ihrem Auftrag.
Die Charlie ein ums andere Mal mittels Alkoholbetankung und Waffeneinsatz gegen böse Buben immer ein Stück eindämmt.
Bis sie schließlich erkennen, dass John Morris inzwischen gemeinsame Sache mit Warm macht. Dessen - angebliches - Diebesgut nichts weiter ist, als seine ureigenste Erfindung. Die es möglich macht, Gold wesentlich einfacher als bisher finden zu können.
Kein Wunder, dass der Commodore es darauf abgesehen hat...

Wenn hier die Kugeln fliegen, dann steht auch niemand mehr hinterher auf. Zumal die Brüder ihren am Boden liegenden Gegnern dann noch den ultimativen Fangschuss verpassen. Man möchte halt keine bösen Überraschungen erleben - Tot soll gefälligst tot bleiben.
Während sie ihre Verfolgung absolvieren - eine Reise, die sie von Oregon nach San Francisco führt (eine Strecke immerhin von rund 700 Kilometern - was für damalige Verhältnisse schon ein Stück weit ist), haben sie mehrere Begegnungen mit der Bevölkerung, die besonders Eli immer mehr dazu zwingen, ihr Tun zu hinterfragen.
Während er - als hoffnungsloser Romantiker (es gibt eine Szene mit einer Prostituierten, die so zart wirkt, als käme sie aus einer anderen Welt - weshalb die Dame auch genau so reagiert, wie sie reagiert: mit Unverständnis und Angst) während der Reise von Hygienehelferlein wie Zahnbürste (mit gereichter Anleitung) und Wasserklosett ein ums andere Mal fasziniert wird, scheint Charlie sich in seiner Haut wohl zu fühlen, an der mögliche Veränderungen abzuprallen scheinen.
Als die beiden schlussendlich Morris und Warm einholen, scheint kurzzeitig eine selbstgetroffene Entscheidung möglich. Bis Charlie sich hinreißen lässt....

Ein Film, der darauf pfeift, eine heutzutage so beliebte Drehbuchstruktur nach Mainstreamwünschen vorweisen zu müssen. Sondern zwischenzeitlich auch einmal bedächtig voranzockelt.
Weshalb der Streifen zwei- dreimal vielleicht auch eine Spur zu behäbig daher kommt.
Und somit der Entwicklung der Hauptfigur - Eli - Rechung trägt. Manchmal fällt der Groschen halt nur Pfennigweise. Aber wenn, dann ist das Echo nachhaltig.
Der - gegen den Strich gebürstete - Score von Alexandre Desplat (Shape of Water/Florence Foster Jenkins/Grand Hotel Budapest/ Der phantastische Mister Fox), der auch die Scores zu den Filmen "Ein Prophet" und "Der Geschmack von Rost und Knochen" von Regisseur Jacques Audiard komponiert hat, der dieses Werk inszenierte, soll keinesfalls unterschlagen werden.
Ebenso nicht die Kameraarbeit von Benoit Debie (Enter the void/Get the Gringo/Lost River).
Aber alles in allem ist es John C. Reillys Film - vermutlich die beste Leistung, in der ich diesen Darsteller bislang erleben durfte. Was wieder mal beweist, dass Komödianten verdammt gute Charakterdarsteller sind, wenn man sie mal lässt.
Und die - in einem Take gefilmte - Schlußsequenz kann wirklich zu Tränen rühren. Mich jedenfalls hat sie in ihrer Geschlossenheit und Stimmung vollkommen eingesackt.
Wer Spätwestern a la "Appoloosa", "The Homesmen" oder auch "True Grit" mag, sollte auch bei diesem Ritt glücklich werden können.
Auch wenn ich - letztendlich - ein Meisterwerk hier drin nicht wirklich ausmachen konnte....
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")
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