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Alt 03.12.2018, 20:50
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Gundermann (2018)

Dieses Jahr kann als durchaus als eine Art "Vergangenheitsbewältigung" im Hinblick auf den Osten Deutschlands und die Geschichte seit den Sechzigern Jahren angesehen werden. Eine gewisse Anhäufung dieses Grundthemas, fällt - knapp ein Jahr vor dem 30. Jahrestages des Falls der Mauer - auf, wenn man sich vergegenwärtigt, dass sowohl "Das schweigende Klassenzimmer", Bully Herbigs "Ballon" als auch "In den Gängen" (den man daraus als Gegenwartsstudie begreifen kann) einen "Ritt durch die Jahrzehnte" liefert. Auch in "Werk ohne Autor" wird das politische System der DDR thematisiert - der einzige, der mir von diesen Filmen bislang fehlt.
Nach Sichtung all dieser Filme - die ihr Anliegen mittels der Wahl als fiktionale oder teil-fiktionale Unterhaltung gelungen servieren - war "Gundermann" ein ebenso packender wie auch berührender Film...

Gerhard "Gundi" Gundermann (Alexander Scheer - dafür wäre durchaus der deutsche "Oscar" fällig, wenn wir so etwas hätten) ist glühender Sozialist. Und ein Anhänger des Systems der Deutschen Demokratischen Republik. Also dem, was das System gerne sein möchte - aber von den Vertretern des Staatsapperates halt konsequent korrumpiert wurde. Weswegen Gundermann Zeit seines Lebens mit seiner unversöhnlichen Haltung aneckt. Und es auch seinen unmittelbaren Mitmenschen nicht einfach macht. Doch seine Liebe und sein Talent die Missstände die jedem bekannt waren in Worte und Musik zu formen, ließen aus ihm einen im Osten immens populären Barden werden - quasi eine Kreuzung aus Reinhard Mey und Wolfgang Niedecken. Wobei ihm die Kommerzialisierung stets ein Greul und er deshalb bis zum Jahr 1997 als Schaufelradbaggerführer im Tagebau tätig war.
Auch dieser Spagat - der ihn mehr als einmal nach erfolgreichem Auftritt direkt zur Frühschicht fahren ließ - hinterließ Spuren in der Beziehung zu seiner Frau Conny (Anna Unterberger), die ihm durch alle Widrigkeiten beistand. Besonders, als nach der Wende bekannt wurde, dass er als inoffizieller Mitarbeiter der Stasi Spitzeldienste ausgeführt hatte, die ihm - als er sie in der ersten Hälfte der Achtziger Jahre ausführte - selbst als nicht so schlimm vorkamen. Bis er - konfrontiert mit den Ergebnissen (die in erster Linie wohl Vertrauensbrüche darstellten) - sich verpflichtet fühlte, seinen Fans (sprich: den Menschen) gegenüber ehrlich zu sein....

Der Film - inszeniert von Andreas Dresen, dessen "Sommer vorm Balkon" immer noch zu den schönsten deutschen Filmen dieses Jahrtausends für mich zählt und der (bis auf das ziemlich missratene "Timm Thaler"-Remake/Reboot) bislang nur Sehenswertes geschaffen hat - erlaubt sich, zeitlich zwischen 1976 und 1992 achronologisch hin und her zu springen. Und den Zuschauer damit konsequent zum konzentrierten Sehen zu animieren.
Dafür wird man von der Darstellung eines Menschen, seiner Haltung und seiner Musik belohnt, die mir Streckenweise eine Gänsehaut bescherte.
Poetisch, politisch - emotional ergreifend und immer nah am wahren Leben.
Wer die Gelegenheit hat, den noch irgendwo im Kino mitzunehmen, sollte dies wirklich tun.
Bin selten bei einem BioPic so wundervoll "überfahren" und "mitgenommen" worden wie hier.
Und die auf youtube zu findenden Originalvideos von Gundermann sind allemal wert, entdeckt zu werden.
Selten funkte Magie mir aus dem Alltag so sehr ins Gemüt wie hier.
Nie war es wichtiger als gegenwärtig, sich mal auf etwas "Unerwartetes" einzulassen......

Hier mal ´ne alte Aufnahme von Mr. Uneitel... (Ich gaube er und Shane McGowan von den "Pogues" wären gute Kumpels gewesen - auch wenn Gundermann Asket war; er Alkohol, Drogen und Zigaretten ablehnte!)

https://youtu.be/nifeDKmIVI8
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (03.12.2018 um 20:54 Uhr)
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