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scholley007 07.10.2018 01:18

Finding Vivian Maier (2013)
 
Vor Jahren mal über einen Bericht über die Dame - die von der Kunstwelt der USA posthum gefeiert - im SPIEGEL gelesen.
Und fasziniert davon gewesen.
Das Leben schreibt wahrlich die seltsamsten und spannendsten Geschichten.

Wie im Fall jener Vivian Maier. Die nie viel Aufhebens um ihre Person gemacht hat. Auch weil sie wohl gemerkt hat, dass sie irgendwie nicht "dazu gehört" hat.
Aber die Welt in ihrer unmittelbaren Nähe durch die Linse ihrer Kamera "betreten" konnte.
Zeit ihres Lebens hauptsächlich als Nanny tätig, hält sie die gern übersehenen kleinen Momente des Lebens als Chronistin des Wunders im Augenblick fotographisch fest.
Ohne Jemanden der ihr nahe steht - soweit ihr außer den aktuellen Familien überhaupt jemand nahe steht - über ihr Hobby/ihre Obsession/ihre Berufung aufzuklären...

Als John Maloof für eine Arbeit Photos sucht, die seine Nachbarschaft zeigen, ersteigert er in dem Auktionshaus das seiner Wohnung gegenüber liegt, eine Kiste mit alten Fotos und unentwickelten Filmrollen.
Bei der Sichtung wird ihm klar, dass dieser Fund vielleicht mehr beinhalten könnte. So macht er sich daran, zuerst die restlichen bei der Auktion versteigerten Kisten und Kartons jener Person ankaufen zu können.
Was ihm gelingt.
Und ihn darüber hinaus über persönliche Fundstücke mit dem letzten Arbeitgeber der Verstorbenen in Kontakt bringt, über den er einen Container auftut, randvoll mit noch mehr Bildmaterial.
Doch wer war die Frau mit dem Sinn für aufregende Perspektiven und Arrangements?
Die Suche nach ihrer Person und ihrem Leben, lässt Maloof nicht los - und wird von ihm dokumentiert.
Um so ebenfalls ein Bild jenes Menschen entwickeln zu können, der sich - wie seine Recherchen ergeben - zeitlebens den Menschen erfolgreich entzog.

Wie das Kritikenzitat der "Kulturzeit" auf der Rückseite des DVD-Covers so schön auf den Punkt bringt: "Künstler-Biographie und irre Detektivgeschichte".

Wundervoll, berührend, traurig und hoffnungsvoll.
Manche der Bilder würde ich mir selbst in die Wohnung hängen wollen.
Weil sie wahrlich beseelt sind. Von einer Gegenwart, die einem über die Augen ins Innerste kriecht. Und einen von innen heraus wärmt.
Es würde mich kein Stück wundern, wenn - nach der Verfilmung des Lebens der Fotografin Diane Arbus ("Fell - Eine Liebesgeschichte" mit Nicole Kidman und Robert Downey, Jr.) und der kommenden Robert Zemeckis-Verfilmung von "Marwen" (mit Steve Carrell - Kinostart hierzulande Anfang Januar 2019) - auch diesem Stoff eine Hollywoodspielfilmumsetzung folgen sollte.
Die Oscarnominierung für den als bester Dokumentarfilm 2015 ging auf jeden Fall in Ordnung.


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