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Alt 21.04.2018, 10:55
...is mostly "Confuzzled"....
 
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Standard Lady Bird (2017)

Greta Gerwig hat in diesem Jahr mit ihrer zweiten Regiearbeit (ihre erste - "Nights and Weekends" aus dem Jahr 2008 ist bislang hierzulande nicht erschienen, ein Umstand, der sich nach dem Erfolg von "Lady Bird" doch wohl ändern sollte) 5 Oscarnominierungen und die Begeisterung der schreibenden Zunft gewonnen.
Und mit diesem klein budgetierten Independentfilm eine ähnliche Erfolgsstory am BO hingelegt wie z.B. "Little Miss Sunshine" oder "Juno"...

Christine (Saoirse Ronan) - die sich selbst den Namen "Lady Bird" gegeben hat - hat mit 17 Jahren ihre rebellische Selbstfindungsphase erreicht.
Und treibt ihre Mutter Marion (Laurie Metcalf) damit förmlich zur Verzweiflung (weitere Familienmitglieder mit eingeschlossen).
Und von dort ausgehend ihre gesamte nähere Umwelt: selbst ihre treue Freundin seit Kindestagen Julie (Beanie Feldstein - für mich die wahre Entdeckung des Films) will die Sprunghaftigkeit ihrer einzigen Freundin irgendwann nicht mehr ertragen.
Und "Lady Bird" - die ihre Heimat Sacramento ob ihrer Provinzialität Tag um Tag mehr verachtet - beginnt sich "ihr erträumtes" Leben in die Realität zu basteln.
Manchmal kann es ein Segen sein, dass Lügen nur deshalb einem nicht das Genick brechen, weil die Adressatin schon eine bemerkenswert stumpfe "so what"-Haltung erreicht hat, dass ihr auf ihrem weiteren Lebensweg wohl nichts mehr weh tun wird.
Weil da alles schon erfolgreich lobotomisiert wurde.
Als "Lady Bird" dies Stück um Stück klar wird, kann ihre "Menschwerdung" beginnen...

Klassisches "Coming-of-Age"-Dramödchen, das in seiner Grundnuance "Pretty in Pink" einen Kranz flicht über den Autorin/Regisseurin Greta Gerwig dann den - seit ebenso vielen Jahrzehnten bekannten - "Independent"-Spirit setzt. Schließlich gilt die Mrs. Gerwig als Schauspielerin seit Jahren als Aushängeschild jener Filmrichtung.
Demzufolge ist die erste Stunde in jenem realistisch-behäbig-kratzigen Bild- und Montagestil gereicht, der für dieses Genre mittlerweile ähnlich standadisiert erscheint, wie die Hochglanzoptik mit Brachialsound und Häkselschnittgewitter für Michael Bay und seine Epigonen.
Das uns die Figuren erreichen - und das tun sie, bis zur kleinsten Nebenrolle - ist dem Umstand geschuldet, dass die beiden weiblichen Hauptfiguren einfach blendend gecastet wurden. Man nimmt ihnen ihre Sorgen, Nöte für- und umeinander durchgehend ab.
Ein Film, den man Müttern und Töchtern von heute als hilfreiche Gesprächsgrundlage für all jene Situationen in denen sie anfangen sich an- und auszuschweigen als Pflichtfilm an die Hand geben möchte.
Männer hier drin sind doch eher auf das "Männchen"-Bild der emanzipierten Filmemacherin reduziert. Auch wenn diese den "Kampf im Leben" für sich selbst längst ausgefochten haben und daran ein Stück weit resigniert haben.
Nicht, das dies auch etwas erschreckend neues wäre - so ist das neue Jahrtausend halt (und die männlichen "Rolemodels" hier drin, sind kaum allzu weit von jenen echten Vertretern im wahren Leben entfernt).
Fazit: schöner kleiner Film - dem durch die allvorherrschende Genderdebatte vielleicht ein Übermaß an Wichtigkeit (frei nach dem Motto: "Der richtige Film zur richtigen Zeit") zugestanden wird.
Da ich aber mit anderem oscarwürdigem Material wie "La La Land" oder "The Revenant" schon nicht so warm wurde, mag es durchaus sein, dass "Lady Bird" in 5 Jahren in einem entsprechenden Kanon der Filmgeschichte seinen Platz gefunden haben wird.
Da bleib ich dann schön bei "The shape of water" und dem (leer ausgegangenen) "The greatest Showman"....
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (21.04.2018 um 10:59 Uhr)
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Alt 24.04.2018, 14:08
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Standard AW: Lady Bird (2017)

Für mich hatte der Trailer mehr Power als der ganze Film, leider.

Was keinesfalls heißen soll, dass der Film nicht gut ist. Er ist gut, er ist gut gespielt, kurzweilig, berührend, echt nett. Aber er bringt auch überhaupt nichts Neues an der Coming-of-Age-Front, und das ist schon schade.

7/10
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August: Osage County


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Alt 05.04.2021, 16:24
Benutzerbild von mati
Groupie
 
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Beiträge: 287
mati ist auf dem besten Weg
Standard AW: Lady Bird (2017)

Der Film war sicherlich damals etwas überhyped. Ein schöner kleiner Film ist es, wie ihr ja auch beide sagt, dennoch.

Ich mag es immer, wenn Filme einen realistischen Blick auf das Leben in den USA erlauben, was hier ja die meiste Zeit der Fall ist. Lediglich manchmal gibt es dann Momente, die ganz klar einfach auf Comedy aus sind, z. B. die Taktikbesprechung im Theaterkurs. Aber diese Momente funktionieren für sich genommen dann ja auch ganz gut.

Geeredete Filme wie dieser hier, die Extreme umgehen, sind von der Handlung am schwierigsten voraus zu ahnen, was ich immer sehr angenehm finde.

Zitat:
Zitat von scholley007 Beitrag anzeigen
Manchmal kann es ein Segen sein, dass Lügen nur deshalb einem nicht das Genick brechen, weil die Adressatin schon eine bemerkenswert stumpfe "so what"-Haltung erreicht hat, dass ihr auf ihrem weiteren Lebensweg wohl nichts mehr weh tun wird.
Weil da alles schon erfolgreich lobotomisiert wurde.
Schön gesagt. Hatte mir über deren Leben eigentlich wenig Gedanken gemacht, weil sie ja eigentlich nur eine Randfigur ist, aber das trifft es recht gut.

Zitat:
Zitat von scholley007 Beitrag anzeigen
(Beanie Feldstein - für mich die wahre Entdeckung des Films)
Ja, die war für mich auch positiv heraus gestochen. "Booksmart" soll ja, soweit ich gehört habe, auch ganz gut sein. Auf Letterboxd wurde mir "How to Build a Girl" mit ihr zeitweise recht prominent angezeigt.
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