Kinoforen.de

Kinoforen.de (http://forum.moviegod.de/)
-   ab 2010 (http://forum.moviegod.de/ab-2010/)
-   -   Black Death (2010, Regie: Christopher Smith) (http://forum.moviegod.de/ab-2010/20456-black-death-2010-regie-christopher-smith.html)

S.W.A.M. 17.04.2017 13:29

Black Death (2010, Regie: Christopher Smith)
 
Ich hab in letzter Zeit wenig Glück mit meinen Filmen...

Nachdem Regisseur Christopher Smith dreimal hinter einander mit "Creep", "Severance" und "Triangle" wirklich geniale Horrorthriller vorgelegt hatte, wollte ich den nächsten "Black Death" unbedingt sehen. Aber aus irgendeinem Grund hat es 7 Jahre gedauert, bis er mir vor die Linse kam. Und es hätte auch ruhig noch 7 weitere Jahre dauern können.

Auch der Trailer ist nichts für Zartbesaitete:
Blut, Matsch, Dunkel, Tod, Kreuze


Während der Zeit der schwarzen Beulenpest in England breitet sich das Gerücht aus, es gäbe ein abgelegenes Dorf, in dem alle Menschen gesund seien und niemand die Pest habe. Der Verdacht, dass es sich dabei nur um Hexerei handeln könne, liegt natürlich nahe, denn noch fragen sich alle christlichen Geister, ob denn die Pest nun von Gott oder vom Teufel geschickt worden sei.
Eine kleine Gruppe übler christlicher Ritter und Folterer (angeführt von Sean Bean, dessen Besetzung an sich mal wieder ein Spoiler ist) macht sich unter der Wegführung eines zart besaiteten und selbst versündigten Mönches (Oscarpreisträger Eddie Redmayne, den damals noch keine Sau kannte) auf den Weg durch ein dunkles, dreckiges, mittelalterliches England auf der Schwelle zwischen Vor-Zivilisation, Heidentum, Feudalismus und blanker Barbarei (ein Ziel, dem man sich dank Brexit-Wahl offenbar wieder anzunähern trachtet).
Am Ende dieser Reise steht das auffallend saubere Dorf unter der Führung von Hexe (?) Carice Van Houten ("Black Book", "Game of Thrones"). Und dort ist natürlich nichts so, wie es scheint.

Die Auflösung wird dann in Minutenschnelle abgehandelt und interessiert zu diesem Zeitpunkt schon eh keine Sau mehr, denn der komplett in Deutschland mit Wackelkamera von der Schulter gedrehte Film gibt sich überhaupt keine Mühe, irgend eine seiner Figuren sympathisch oder zumindest glaubhaft zu machen. Am Ende ist einem wurscht, ob die Dorfbewohner oder angereisten Folterer den Sieg davon tragen. Hauptfigur Eddie Redmayne bleibt dermaßen blass (und unnachvollziehbar), dass man nur noch darauf wartet, dass doch endlich der Abspann kommt.

Christopher Smith hatte offenbar gehofft, hier seine Version von Joseph Conrads "Heart of Darkness" bzw. "Apocalypse Now" abzuliefern, doch dieser Wunsch bleibt bereits am Anfang im blutgetränkten Matsch stecken. Die Reise ins "Herz der Finsternis" lebt davon, dass man in einer Art Zivilisation startet und dann Stück für Stück tiefer in die dunklen Ursprünge dieser Zivilisation schreitet und mehr und mehr aufdeckt, dass es sich nur um eine Fassade für die Barbarei in uns allen handelt. Wenn man von Anfang an in verhärteten, blutgetränkten christlichen Klöstern startet, dann führt einen der Weg nicht tiefer, sondern bleibt immer auf derselben Ebene. Und so wird die Reise nicht erschreckend und der "Horror" wird nicht fühlbar sondern schlicht behauptet.

Zugute halten kann man dem Film, dass sich nur wenige andere Werke (außer vielleicht Verhoevens großartiger "Flesh and Blood") trauen, das Mittelalter wirklich so dreckig und fühlbar stinkend darzustellen. Vor allem, wenn der Film in Deutschland produziert wurde, wo das Mittelalter sonst immer aussieht, als hätte man grad eben noch mal mit dem Rasenmäher drüber gebügelt. Das und ein paar wirklich tolle Landschaftsaufnahmen können den Film leider nicht vor dem Absacken in völlige Belanglosigkeit retten.

Danach kam auch leider nie wieder was von Herrn Smith (außer einem Film namens "Get Santa"...). Sehr sehr schade.

scholley007 17.04.2017 14:52

AW: Black Death (2010, Regie: Christopher Smith)
 
Hab den mal in einer Sneak erlebt.
Hatte gänzlich vergessen, dass Eddie Redmayne damals die Hauptrolle spielte.
Einzig, das die (ans Gute glaubende) Hauptfigur ob der erlittenen Traumata am Ende sich quasi in sich selbst verlaufen durfte und charakterlich zur "dunklen Seite" wechselte um überhaupt weiterleben zu können, war schon ein echter Magenhieb.
Seither aber kein Bedürfnis mehr gehabt, das Erlebnis nochmal wiederholen zu wollen......

Lex 217 17.04.2017 19:11

AW: Black Death (2010, Regie: Christopher Smith)
 
Mir wurde der mal sehr ans Herz gelegt von einem Bekannten - aber ich war auch eher enttäuscht. Zwar wars alles in allem recht unterhaltsam, aber die Begeisterung konnte ich nicht nachvollziehen :-?


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 14:29 Uhr.

Powered by vBulletin® Version 3.8.0 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2020, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.3.0
Dieses Forum wird gehostet von MovieGod.de - Wer mit Popcorn schmeißt, fliegt raus.