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Lex 217 13.10.2014 12:49

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
Zitat:

Zitat von Nils vom Dach (Beitrag 380167)
@Lex 217
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Vielleicht erwarte ich zu viel, aber an dieser Stelle habe ich doch ein Problem mit dem Film, weil er nach meinem Gefühl sehr authentisch sein möchte. Hier hakt es einfach. Vielleicht wird es im Buch näher erläutert, aber das würde den Film nicht von seiner Bringschuld entbinden.

Ich denke der Stoff wäre vielleicht eher was für einen Coen-Film gewesen. Ein Film der trotz ernster Story immer noch einen gewissen Humor mit sich trägt und man ihm daher nicht so viel übel nimmt.

Eines meiner Probleme mit dem Film war auch, dass er imho völlig unrealistisch ist, überhaupt nicht authentisch. Und insofern stimme ich dir da zu, hätte lieber jemand anderer inszenieren sollen.

Nils vom Dach 13.10.2014 13:41

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
Zitat:

Zitat von Lex 217 (Beitrag 380168)
Eines meiner Probleme mit dem Film war auch, dass er imho völlig unrealistisch ist, überhaupt nicht authentisch.

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Ich denke, dass es bis zum Aufenthalt in dem Luxushaus noch machbar wäre. Mit viel Glück machbar, vor allem dank ihrer Verkleidungskünste aus der Clark Kent Schule für perfekte Tarnung. Beim Rest werden einem aber entweder wichtige Details vorenthalten oder es wäre durch ein Mindestmaß an Polizeiarbeit aufgeflogen.


Noch eine Sache: Lag es bei mir an der dt. Synchro oder hat noch jemand Neil Patrick Harris seine Rolle nicht wirklich abgenommen?

scholley007 13.10.2014 17:10

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
@Nils: ich bleib weiterhin bei meiner Einschätzung. Und das umschließt auch Neill Patrick Harris.

Nils vom Dach 13.10.2014 21:54

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
Hast du ihn im OT gesehen? Ich kann mir gut vorstellen, dass seine Performance für mich durch die Synchro gelitten hat. Die Originalversion werde ich noch nachholen wenn sie außerhalb des Kinos verfügbar ist.

scholley007 14.10.2014 00:01

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
Ich hab ihn in der deutschen Synchro gesehen. Und da "How I met your mother" nicht zu meinen Leib- und Magen-SitComs gehört, hab ich zwar seine dortige Synchronstimme im Ohr (ebenso in dem eher ungenießbaren "A Million ways to die in the west"), mach sie aber nicht unbedingt an ihm fest. Für mich ging die hier in "Gone Girl" in Ordnung - und ließ seiner Andersartigkeit gegenüber der "Barney"-/"A Million ways.." und seiner selbstreferentiellen Rolle in den "Harold und Kumar"-Filmen noch ein zusätzliches Plus angedeihen....

Als Robin Williams eine neue Synchronstimme bekam, ebenso wie Mitte der Neunziger Sean Connery oder wenn Santiago Ziesmer plötzlich nicht mehr "Spongebob Schwammkopf"´s Stimme wär, hatte/hätt ich (eventuell) ein größeres Problem.... ;-)

Dean Keaton 18.10.2014 12:43

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
Der Film hat sehr gut angefangen und mir gefielen auch die Rückblenden sehr gut, vor allem, weil die nie besonders lang waren. Das war richtig gut und die Rolle der Medien wurde wunderbar dargestellt, weil die nun mal wirklich solche Hetzjagden veranstalten. Aber als dann die erste Wendung kam und man sah, was dahinter steckt, wurde es mir zu lang und ich verlor das interesse. Das war dann auch nicht mehr neu oder was besonderes und so zog sich das alles ziemlich hin.

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als ihr dann noch das Geld geklaut wird und die bei ihrem reichen Ex rumheult, war ich nur noch genervt. Was dann allerdings zum Ende hin kommt und sie ihn umbringt und dann zurück geht, fand ich wieder besser. Das Ende, war dann richtig gut, weil es mal etwas anderes ist. Ich hätte erwartet, dass er sie doch noch an die Bullen verpfeift oder sie sogar umbringt, aber als er sich dann arrangiert und bei dieser Irren bleibt, fand ich super, weil es mal etwas anderes war.


der Film war nicht schlecht, aber die große Begeisterung und den hohen IMDB Wert kann ich nicht nachvollziehen.

Lex 217 18.10.2014 15:00

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
Ach, bin ich froh, dass sich da noch jemand meiner Meinung anschließen kann :buddies:

Flex 18.10.2014 15:02

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
Ich denke, dem Film geht's weniger darum, Hetzkampagnen im Allgemeinen anzuprangern.
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Ich denke, er soll aufzeigen, wie Medien mit Männern umgehen und wie mit Frauen. Eine Frau ist automatisch das Opfer, ein Mann ist automatisch der Täter.
Wenn er sie wirklich umgebracht hätte, wäre die Message des Films gewesen, dass die Medien zwar aggressiv sind, aber wenigstens den Pfad der Rechtschaffenheit wandeln.

da_godfather 05.11.2014 09:31

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
Ich fand ja, dass die Medienvertreter vor dem Haus bemerkenswert zurückhaltend agierten. Keiner kletterte an den Fenstern hoch, keiner aufs Dach, keiner arbeitete mit Minikameras im Briefschlitz - und das, obwohl vor dem Haus (auch bei der Schwester) - keine Polizei stationiert war.

Aber die Erzeugung der öffentlichen Meinung war für mich eigentlich nur eine Konsequenz aus der eigentlichen "Bedeutung" des Films - im Englischen wurde dieser Ausdruck einige Male verwendet: "Marriage is WORK". Und den Aspekt fand ich sehr gelungen dargestellt (wenn auch überzogen): was geschieht, wenn diese Arbeitsleistung nicht mehr erbracht wird, sondern der persönlichen 'Lust' (im doppelten Sinne) nachgegangen wird.

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Damit meine ich aber weniger, dass er fremd geht, sondern dass er aufhört, Mr. Perfect zu sein und beginnt, wieder er selbst zu werden.

Lex 217 05.11.2014 10:28

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
Zitat:

Zitat von da_godfather (Beitrag 380636)
"Marriage is WORK". Und den Aspekt fand ich sehr gelungen dargestellt (wenn auch überzogen): was geschieht, wenn diese Arbeitsleistung nicht mehr erbracht wird, sondern der persönlichen 'Lust' (im doppelten Sinne) nachgegangen wird.

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Damit meine ich aber weniger, dass er fremd geht, sondern dass er aufhört, Mr. Perfect zu sein und beginnt, wieder er selbst zu werden.

Ich will dem "Marriage is work"-Gedanken nicht vollständig widersprechen, aber verstehe ich dich jetzt richtig,
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besteht diese Arbeitsleistung für dich/laut dem Film vor allem darin, nicht man selbst zu sein, sondern ständig versucht die "Illusion" aufrecht zu erhalten, die der andere in gutem Glauben geheiratet hat?

da_godfather 05.11.2014 11:33

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
(at) Lex
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Genau das war die Kernaussage des Films (nicht unbedingt meine persönliche Auffassung). In ihrem Fake-Tagebuch kommt das in den entsprechenden Rückblickszenen nicht vor, nur die "Erinnerung" daran, wie perfekt er war, wie begeistert sie war, während er - besonders in Fernsehinterview - offen zugibt, dass sie jemand ist, der etwas besonderes in ihm sah, dem er gerecht werden wollte - weshalb er sich anstrengte, ihrem Bild zu entsprechen. Sie später verweist dann auch mehrere Male darauf, dass er nicht mehr der war, der sie dazu brachte, sich in ihn zu verlieben, ihn zu "lieben". Ob das nun Liebe ist oder nicht... der Satz "Marriag is Work" stammt auch von ihr und wird mehrfach als Begründung dafür verwendet, dass sie ihm nicht mehr trauen kann, in den späteren Einträgen in ihrem Tagebuch auch dafür herhalten muß, dass sie ihn zu fürchten beginnt, nicht weiß, wer er ist und was er vorhaben könnte

Flex 05.11.2014 11:41

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
Die Message des Films ist, dass man in einer Ehe nicht man selbst sein soll?

Lex 217 05.11.2014 12:14

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
@godfather: danke für die nähere Erläuterung, ich hab dich also richtig verstanden. Es passt schon irgendwie, ich habe selber auch diese Ansätze gesehen, aber ich wollte es halt nicht glauben.

Diese Idee läuft nämlich völlig konträr zu meiner eigenen Meinung. In der Ehe (und jeder Beziehung) sollte man einander so annehmen und lieben, wie man ist, jeder darf "er/sie selbst" sein und wird genau dafür geliebt.

Wer sich in einer Beziehung zu lange verstellt und nicht zeigt, wie er/sie wirklich ist, darf sich nicht wundern, wenn die Beziehung irgendwann nicht mehr läuft, imho.

Insofern, jetzt hasse ich Amy noch viel innbrünstiger :grin:

scholley007 05.11.2014 12:28

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
@Flex: nicht direkt

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"Amazing Amy" wurde ja von ihren Eltern durch die (ho hum) "Kinderbuch"-Serie ja quasi immer und immer wieder mit der Nase darauf gestoßen, dass die reale Amy im Vergleich zur literarisch idealisierten Amy immer ins Hintertreffen geriet.. sie erwähnt es - meine ich - mehr bitter als scherzhaft - zu Beginn, als sie mit den Vertretern der schreibenden Zunft (war´s ne Feier - ich meine ja) zusammensitzen.
Insofern sind es gerade die von Amy in ihrem "kleineren" Leben als "Perfect Moments" hochstilisierten Momente, die umso zerstörerischer auf ihre angegriffene Wahrnehmung einwirken, wenn sie denn NICHT mehr einzigartig (oder für sie "amazing") wirken können. Besonders schön demonstriert, wenn der Augenblick von ihrem und Bens Kennenlernen in der Gasse im Mehlstaub bei der Bäckerei durch dieselbe Gestik bei der jungen Studentin dann wiederholt und damit "klein" gemacht wird.

@Lex:
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ich würde Amy deshalb nicht zwangsläufig als "hassenswert" bezeichen - wenn man entsprechend konditioniert wurde, besonders von fürsorglichen "Übereltern", kann das halt mal echt "nach hinten los gehen" (Ein sehr schönes Vergleichsbeispiel liefert da für mich John Lithgow in Brian de Palmas "Mein Bruder Kain")

Agent K 05.11.2014 12:48

AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
 
Die "konditionierte" Perspektive durch die "Amy-Brille" kann ja schwerlich die Botschaft des Filmes sein. Ich persönlich halte diese "Arbeits-These" auch für wertlos und realitätsfremd. Das Problem in allen Beziehungen ist weniger die Tatsache, dass sich da eine Seite bewusst verbiegt, verstellt, beschönigt, sondern es ist eine Sache der Wahrnehmung. Gemäß dem uralten Motto "Liebe macht blind" werden "Knackpunkte" (Klobrille, Zahnpastatube) während der "rosarote Wolken"-Zeit problemlos toleriert bzw. geduldet. Sind diese Konfliktpunkte aber nicht "alltagstauglich", dann werden sie zum Problem, obwohl sie schon von Anfang an veranlagt waren...

Und "Marriage ist Work" steht an Türschildern von Eheberatern/Analytikern. Soll heißen: Hier finden sie Lösungen zu Problemen, die sie ohne mich gar nicht hätten...


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