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Flex 20.10.2011 14:50

Contagion - Steven Soderbergh, 2011
 
Infos:
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Deutscher Trailer:
Contagion | Trailer | MovieGod.de

Filmkritik:
Contagion | Kritik | (Filmkritik) | MovieGod.de

Lex 217 21.10.2011 09:53

AW: Contagion - Steven Soderbergh, 2011
 
Die Kritik klingt genauso wie die anderen, die ich schon gelesen habe. Würde den Film eigentlich recht gerne gucken, weil mich das Thema reizt, ähnliches Szenario wie bei Stephen Kings "The Stand", weiß aber noch nicht, ob es sich zeitlich ausgeht bzw. ob ich meinen Mann genug dafür interessieren kann... vor allem, da ich selber nur so zu 3 Vierteln interessiert und motviert bin... icon_think

S.W.A.M. 28.05.2012 11:41

AW: Contagion - Steven Soderbergh, 2011
 
Hab ihn jetzt endlich mal geschaut und kann mich der Kritik größtenteils anschließen, wenn ich auch in keiner Minute bereut habe, den Film zu sehen.

Contagion ist zwar kein Episodenfilm im klassischen Sinne (siehe "Short Cuts" o.ä.), leidet aber tatsächlich unter dem gleichen Problem. Die permanenten Wechsel des Handlungsorts und der beteiligten Personen verlangsamen eine Story manchmal bis zur Unnachvollziehbarkeit und - was noch schwerer wiegt - bis zur Gleichgültigkeit.

Der ganze Anfang ist wunderbar geraten. Die sehr langsam aber dafür sehr konstant steigende Zahl an Infizierten (klingt nach Zombieschocker, ist es aber natürlich nicht) und die damit einhergehende wachsende Angst, die von gelangweiltem Desinteresse über skeptisches Abwinken bis zur blanken Panik geht, sind hervorragend eingefangen. Und tatsächlich kommt der Film an einen Punkt, an dem glaubt, man habe es mit einem sehr realistischen Endzeitdrama zu tun. An dieser Stelle hat sich bei mir das Gefühl eingestellt, der Film habe seinen Höhepunkt erreicht und da alles, was bis dahin geschehen ist, sehr glaubhaft geschildert wurde, entwickelt sich tatsächlich ein sehr ungemütliches Brummen in der Magengegend und man fühlt sich verpflichtet, sich sofort die Hände zu waschen und die komplette Wohnung zu desinfizieren.

Danach geht der Film allerdings noch lange Zeit weiter. Und ab da fangen auch die Handlungsstränge an, so weit auseinander zu driften, dass es einen ärgert, wenn die Perspektive gewechselt wird. Und manche Sachen wirken auch übereilt erzählt, weil man den Film nicht noch länger machen wollte.

Ich habe mich im Nachhinein trotzdem recht gut unterhalten gefühlt. Die Schauspieler/innen haben durch die Bank weg tolle Arbeit geleistet, Soderbergh (bzw. sein Kamera-Alter-Ego: "Peter Andrews") findet wie üblich klare, einfache und schöne Bildkompositionen und die zackige, stimmungsvolle Musik von Cliff Martinez ("Solaris", "Drive") ist zwar manchmal etwas dick aufgetragen, kontrastiert aber sehr schön den soderberghschen kühlen Erzählstil.

Nichts für schlichte Gemüter und nichts für solche, die bei Virenthrillern trotzdem große Explosionen, viele Hubschrauber und dramatischen In-letzter-Sekunde-doch-noch-ein-Heilmittel-find-Kitsch erwarten.

Flex's Vergleich mit "Outbreak" passt schon ganz gut, denn nebeneinander offenbaren beide ihre Stärken und ihre Schwächen. "Contagion" mangelt es am "mitfiebernden" Zuschauer und dem Grad der Anteilnahme mit den Charakteren, während man sich bei "Outbreak" die Zehennägel wegkaut. Gleichzeitig ist ein Regisseur wie W. Petersen aber auch doof genug, immer wieder ganz tief in die Klischee-Kiste greifen zu müssen und vor allem permanent maßlos zu übertreiben, während einem ein Steven Soderbergh einfach seinen Stinkefinger und das zeigt, was in der Realität passieren würde. Menschen infizieren sich, unabhängig ob Kind oder Erwachsener und bevor ein gerade entwickeltes Heilmittel in einem Reagenzglas als massentauglicher Impfstoff in großen Mengen produziert werden kann, vergehen ein paar Monate und nicht nur ein paar Stündchen.

Trotz aller Schwächen würde ich den Film also jederzeit empfehlen.

Dean Keaton 24.12.2015 14:30

AW: Contagion - Steven Soderbergh, 2011
 
ich fand den jetzt nicht so doll. das thema hat mich sehr interessiert aber ich fand die umsetzung so "sprunghaft". mir wäre es lieber gewesen, den verlauf in einem kürzeren zeitraum zu sehen, als so. ich bin da nicht wirklich mit irgendeinem der charaktere warm geworden, weil mir zu wenig auf die eingegangen wurde. das alles ist halt da und man guckt es sich an, aber mir feht das gewisse etwas, was ich von einem so einem Film erwartet habe.

scholley007 18.03.2020 14:18

AW: Contagion - Steven Soderbergh, 2011
 
Wie die Zeit die Wahrnehmung beeinflusst, bzw. verändern kann, lässt sich sehr schön an dem hier ablesen.
Ich hab den damals - anno 2011 - nicht gesehen. Und auch Flexos Rezi hat mich damals zusätzlich davon abgehalten, dem mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Jetzo - unter Corona-Nachrichtenüberpräsenz - hab ich den endlich mal gesichtet.
Vielleicht hat der S.W.A.M. in seiner Betrachtungsweise (besonders in der Aussage, dass der Film seinen dramaturgischen Höhepunkt schon nach knapp einer Stunde erreicht hat) recht. Sofort unterschreiben würde ich den kompletten letzten Absatz seines Posts bezüglich "Stärken und Schwächen" von "Outbreak" vs. "Contagion".
Aber ich empfand die gesamte Laufzeit nicht eine Minute als "langweilig" (so Flexos damaliges Fazit).
Und der treibende Score von Cliff Martinez kam mir auch kein Stück weit "aufdringlich" vor.

Passt - für mich - problemlos als filmischer Gegenentwurf zu Wolfgang Petersens "Outbreak". Und somit als eine Art "erste filmische Impfung" bezüglich des behandelten Themas.


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