Einzelnen Beitrag anzeigen
  #47 (permalink)  
Alt 06.03.2006, 16:48
Benutzerbild von antagon
antagon antagon ist offline
Fanatiker
 
Registriert seit: Jun 2005
Beiträge: 2.494
antagon wird hier gern gesehenantagon wird hier gern gesehen
Standard

Jon Stewart war gut.
Er ist besser als sämtliche Hosts der letzten Jahre, die die Stars mit Dreck beworfen haben

Dieser Oscar-Jahrgang ist phantastisch. Nur gute Filme (Etikett: Independent). Wer davon gewinnt, ist zweitranging.
Das "gute Kino" hat auf jeden Fall gewonnen!

Es gab Favoriten, die waren bekannt, da gab es keine großen Überraschungen. Das ist völlig in Ordnung so.

Und es gab zum Schluss eine RIESENÜBERRASCHUNG.
Von der Dramaturgie her, die es bewußt ja nicht gab, ein absoluter Knaller! BROKEBACK MOUNTAIN ist meiner Ansicht nach sehenwert (aber nicht überragend), L.A. CRASH ist ambitioniert, hat mich mit seinem penetrant vor sich her getragenen Rassismus-Thema zu vordergründig-plump angegangen - trotzdem ein guter Film, auf jeden Fall komplexer als BROKEBACK MOUNTAIN, der gradlinig und emotionaler ist.

Was war entscheidend? Man kann nur spekulieren. Homophobie wird kolportiert, es gibt dafür auch (schwache) Indizien, aber wenn dem so wäre, wieso wird er achtfach nominiert, so oft wie kein anderer Film? Und mit CAPOTE wird die Darstellung eines Homosexuellen ausgezeichnet. TRANSAMERICA bekam zudem zwei Nominierungen. Homophobie? Not really.

Mir scheint etwas anderes plausibler. BROKEBACK MOUNTAIN, so gut er ist, so sympathisch er auch ist, er räumt immer und überall ab. Zuletzt bei den Independent Spirit Awards. Ein bißchen haben die Leute "die Nase voll" - es ist langsam too much. Zumal es eben auch noch andere gute Filme gibt.
Wie knapp das alles vor sich ging kann man daran ersehen, dass Ang Lee ja den Regie-Preis bekam.

L.A. CRASH kann in Hollywood wohl auch einen gewissen Heimspiel-Bonus geltend machen, zumal - wie Jon Stewart erwähnte - "jeder im Saal an dem Film mitgearbeitet hat".
Mit Zitat antworten

Diesen Beitrag teilen: