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Alt 31.12.2005, 14:42
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Ich schreibe hier einfach mal meine Jahresbilanz rein, die ich in einem anderen Forum seit Jahren schreibe (etwas andere Regeln als bei Mark, aber dafür werde ich das ganze dann noch anpassen und ihm per Mail schicken):

Passend zu Silvester gibt es meinen berühmt-berüchtigten Kino-Jahresrückblick mit den Top15, den Flop5 und den Best Guilty Pleasures.
Die Regeln haben sich nicht geändert: In die Wertung kommen alle Filme, die ICH persönlich in diesem Kalenderjahr gesehen habe - außerdem handelt es sich streng genommen nicht um eine Bestenliste, sondern um eine rein subjektive Liste meiner Lieblingsfilme aus dem Jahr 2005.
Beginnen wir also ganz traditionell mit den Top15 - wobei der Kampf um die Nummer 1 wie schon im vergangenen Jahr ("Lost in Translation" vs. "Vergiß mein nicht!") extrem eng war, nur daß diesmal zwei Filme darum kämpften, die uunterschiedlicher kaum sein könnten: "Hotel Ruanda" und "King Kong"!
Ein weitgehend unbeachtet gebliebener, extrem emotionaler Film über ein sehr wichtiges Thema, das eine Schande für die Weltpolitik darstellt - oder ein adrenalingeschwängertes, kaum weniger emotionales Action-Abenteuer, das seinesgleichen sucht. Wer gewonnen hat? Sehen wir mal ...

1. "Hotel Ruanda" - letztlich vor allem deshalb, weil er bereits zu Beginn des Jahres lief und sich mir dennoch sehr tief eingeprägt hat; ob Kong das auch schafft, muß sich erst zeigen ...
2. "King Kong" - ein grandioses Epos mit minimalen Schwächen
3. "Wenn Träume fliegen lernen" - traumhaft schönes romantisches Drama mit Johnny Depp und Kate Winslet
4. "Serenity" - für einen Fan der Serie "Firefly" ist die Kinoversion ein absoluter Traum ...
5. "Charlie und die Schokoladenfabrik" - mein zweitliebster Burton-Film nach "Big Fish"
6. "Sin City" - vermutlich die genaueste Comic-Umsetzung aller Zeiten; extrem brutal, aber ungeheuer intensiv und fesselnd
7. "A History of Violence" - David Cronenbergs Psycho-Studie der Gewalt überzeugt mit starker Besetzung und furiosem Showdown
8. "Die Tiefseetaucher" - skurrile, absurde Komödie mit einem Bill Murray in Hochform
9. "The Descent" - ein Horrorfilm schafft es bei mir immer in die Bestenliste, diesmal ist es dieser klaustrophobische, kompromißlose Schocker aus England
10. "Die Dolmetscherin" - Altmeister Sydney Pollack hat wieder einmal einen starken Politthriller mit Top-Besetzung (Nicole Kidman, Sean Penn) geschaffen
11. "Kiss Kiss Bang Bang" - herrliche Action-Komödie von "Lethal Weapon"-Autor Shane Black
12. "Garden State" - Zach Braffs ("Scrubs") Regiedebüt überzeugt mit viel Humor und Gefühl.
13. "Red Eye" - atemloser, äußerst unterhaltsamer Action-Thriller mit einer bezaubernden Rachel McAdams und einem dämonischen Cillian Murphy
14. "Mathilde - Eine große Liebe" - Das "Amélie"-Team hat erneut einen umwerfenden Film geschaffen, dessen viele liebevolle Details man vermutlich erst bei mehrmaligem Sehen vollends genießen kann
15. "Match Point" - Woody Allens düsteres Psycho-Drama zeigt, daß man den Altmeister noch lange nicht abschreiben darf!
UND
"L.A. Crash" - auch wenn ich vom versöhnlichen Ende dieses wichtigen Rassismus-Dramas etwas enttäuscht habe, darf der Film in dieser Liste einfach nicht fehlen

So, das waren sie also, meine 15 (naja, 16) Lieblingsfilme des Jahres. Wobei - einer fehlt eigentlich, nämlich "Königreich der Himmel". Der würde auf jeden Fall reingehören, aber er war doch merklich unfertig und wird vermutlich erst mit dem bereits angekündigten, rund 45 Minuten längeren Director´s Cut (der in den USA sogar in einigen Kinos läuft) zu einem echten Meisterwerk werden.

Kommen wir also zu den Flop5 - auch hier gilt wie immer, daß es eine rein subjektive Liste ist, in der vor allem auch das Potential der Filme und die Erwartungen im Vorfeld eine wichtige Rolle spielen. Ich habe schlechtere Filme gesehen, die trotzdem nicht vorkommen, weil es bei ihnen zu erwarten war (z.B. "Doom"). Also, zur Liste:

1. "Die Insel" - pseudo-anspruchsvoller Action-Langweiler, bei dem es nur um die tolle Darsteller-Riege (Johansson, McGregor, Bean, Hounsou, Buscemi) schade ist
2. "Amityville Horror" - der langweiligste Horrorfilm des Jahres ...
3. "Flightplan" - Robert Schwentkes Hollywood-Debüt ist ein solider Thriller mit einer überzeugenden Jodie Foster ... bis zum haarsträubend unoriginellen Showdown!
4. "Lemony Snicket" - trotz Jim Carrey in Hochform ein weiterer Langweiler
5. "Blade: Trinity" - mit Abstand schwächster Film der Vampir-Reihe

Und schließlich die erst vor ein oder zwei Jahren eingeführte Kategorie "Best Guilty Pleasure" - also Filme, die einem tierisch gut gefallen haben, obwohl man sich absolut im Klaren darüber ist, daß es sich um keine Meisterwerke handelt ...

1. "Kung Fu Hustle" - der erfolgreichste chinesische Film aller Zeiten ist ein rasantes und höchst amüsantes Comic-Martial-Arts-Feuerwerk, über das man nur stauen kann ...
2. "Vier Brüder" - nicht so kunstvoll wie "Kill Bill", aber dennoch ein geradlinig erzählter und actionreich inszenierter Rachefeldzug von Regisseur John Singleton
3. "Die Hochzeits-Crasher" - der Überraschungshit des Jahres in den USA ist bei uns zu Unrecht gefloppt - Vince Vaughn und Owen Wilson sorgen als windige Herzensbrecher, die ihre Meisterinnen finden, für herzliche Lachanfälle am laufenden Band!
4. "Creep" - trashiger, aber sehr spannender Horrorfilm mit einer Franka Potente, die sichtlich Lust an der ungewohnten Rolle hat
5. "Final Call" und "Transporter 2": Beides völlig anspruchslose, aber sehr unterhaltsame Action-Filme

So, das war´s dann auch schon wieder.
Ein kleines Fazit:
2005 war ein Jahr ohne viele wirklich große oder gar gute Blockbuster - aber dafür mit jeder Menge hervorragender "kleiner" Filme, die vom Großteil des Publikums leider übersehen wurden. Sowohl für die Top15 als auch für die Flop5 hatte ich mehr als genug Filme zur Auswahl ...
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