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Alt 13.08.2003, 20:51
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Standard Ein äusserst heikles Thema am Beispiel Kobe Bryant

Nach meiner USA-Schelte (die ja in freiedenkenden Communities eigentlich schon zum guten Ton gehört) und dem Viagra-Posting geht es mir nun um ein ungleich heikleres Thema, nämlich Vergewaltigung.

So, erstmal Kloß im Hals runterschlucken.

Jetzt die Fakten.

Was ist das schlimmste, das ein Mann einer Frau antun kann?
Richtig, Vergewaltigung.

Warum?
Abgesehen davon daß es physisch extrem wehtun muß, ist bei männlichen Akten der Aggression gegenüber Frauen auch immer ein starkes Element der Demütigung mit im Spiel. Bei jeder Vergewaltigung, jeder Ohrfeige, jeder gesperrten Kreditkarte kommen in der Frau Jahrtausende der patriarchalischen Unterdrückung zu Tage.
Und so spürt jede Frau in einem solchen Moment den kollektiven Schmerz sämtlicher Millionen von unterdrückten Frauen der Menschheitsgeschichte in sich versammelt - ein Trauma, das sie nie vergessen wird.
Nun, was ist die gerechte Strafe für jemand, der etwas derartiges verbrochen hat, das man niemals wieder gutmachen kann? Lümmel im Dienste der Evolution ab, und rein in eine zwei Kubikmeter große Dunkelzelle, da sind wir uns vermutlich alle einig.


Und was ist das schlimmste, das eine Frau einem Mann antun kann?
Ganz einfach, sie kann ihn der Vergewaltigung bezichtigen.

Wird ein Mann der Vergewaltigung angeklagt, ist sein Leben wie er es kennt effektiv vorbei.
Von diesem Zeitpunkt spielt es gar keine große Rolle mehr, ob er es getan hat oder nicht. Stellt sich heraus, daß die Frau einfach einen schlechten Tag hatte und das ganze Verfahren eine Farce war, wird die Anklage dem Mann dennoch sein ganzes Leben nachhängen.
Ich hoffe, daß ich jetzt nicht irgendwelche unausgeglichenen PMS-Opfer auf dumme Gedanken bringe, aber es ist nunmal so.

Was für sogenannte Privatleute gilt, gilt natürlich zehnfach für Personen des öffentlichen Lebens.

Beispiel Kobe Bryant.
Der (schwarze) amerikanische Basketball-Star wird beschuldigt, eine (weiße) Hotelangestellte vergewaltigt zu haben, beteuert aber, der Sex sei in gegenseitigem Einverständnis passiert. Wessen er definitiv schuldig ist, ist Ehebruch, aber das muß er mit Ehefrau und Gewissen ausmachen.

Nun, wem soll man glauben?
Daß Bryant der Saubermann der Liga ist, ist kein Beweis seiner Unschuld. Daß die besagte 19-jährige Angestellte ein emotional instabiles Mädchen ist, das Beziehungen häufig wechselt, ist da eher ein Hinweis. Daß sie schon so einiges versuchte, um ins Rampenlicht zu kommen (wiederholte Teilnahme an der Talentshow "American Idol") ebenfalls.
Von ihrer Herkunft, einem kleinen Kaff in Colorado, dessen Bewohner durch die Bank zu arm sind, sich ein Zimmer in ihren eigenen Hotels zu leisten, und die daher generell den Reichen und Schönen gegenüber eher negativ eingestellt sind, mal ganz abgesehen.

Aber all das kann immer noch ein dummer Zufall sein.
Sicher ist nur eins. Bricht die Klägerin nicht vor laufenden Kameras in Tränen aus und gesteht TV-gerecht, daß alles nur eine Lüge war, wird Bryants Schuld niemals zweifelsfrei bewiesen werden können. Auch wenn der Richter eins und eins zusammenzählt und ihn gehen lässt wird er von jetzt an immer der Basketballspieler sein, der 2003 der Vergewaltigung an einer wehrlosen 19-jährigen angeklagt wurde.
Vor kurzem hat er einen 45 Millionen-Dollar-Vertrag mit Nike abgeschlossen. Er war pures Gold für die Sponsoren, weil seine Weste weiß war.
Nun, nach der Anklage, ist es damit vorbei, egal wie das Verfahren ausgeht.

Solche Geschichten geben dem Begriff "Waffen einer Frau" eine ganz neue Bedeutung. Auf die schnelle bieten sich zwei Lösungen an.

Der naheliegende ist, sich nicht mit Frauen einlassen, die man nicht kennt. Eine Garantie gibt es aber natürlich nie.
Ungleich makaber wäre die Variante, das Verbrechen auch tatsächlich zu begehen, wenn man so oder so dafür bestraft wird. Das ist aber natürlich noch schwerer, da man das im Vorfeld durchführen müßte. Andererseits kann man, zumindest in den USA, des selben Verbrechens nur einmal angeklagt werden...

Wo liegt also der Ausweg?

Es gibt noch zwei Lösungen, die mehr Sinn machen.

Die eine ist natürlich, auf einen Baum in Maine zu klettern, und nicht mehr runterzukommen. Bestsellerautor William Kotzwinkle hat es vorgemacht.

Die andere ist, einfach ein Diktiergerät unter dem Kopfkissen zu verstecken. Und im Zweifelsfall lässt man die liebe Partnerin einfach davon wissen, das wirkt Wunder
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