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Alt 04.10.2004, 09:35
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tyler tyler ist offline
Planeten-Konfusionist
 
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tyler hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
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Zitat:
Ausserdem will ich hier nochmal klarstellen, dass das System nicht dazu dient Benutzer oder Admins zu "bashen", sondern dass es helfen soll andere Benutzer einzuschätzen und auch die User selbst unterstützen soll. Wenn jemand gute Beiträge schreibt und dafür positive Bewertungen bekommt, kriegt er auf diese Weise ein Feedback, das er sonst oftmals nicht bekommt. Wenn jemand sich ständig im Ton vergreift oder nur sinnlose Äußerungen verstreut, dann wird er auch darauf aufmerksam gemacht und kann so vielleicht aus seinen Fehler lernen.
Auch haben Admins keinen "Infovorteil", schließlich soll soll das System nicht dazu dienen, um "Rache" üben zu können oder sich zu revanchieren, sondern eben um aus diesen Bewertungen vielleicht Schlüsse für zukünftige Postings zu ziehen.
Zunächst mal: Ich wäre natürlich froh, wenn dein Optimismus sich als wahr herausstellen würde, aber ich habe da durchaus so meine Bedenken. Deshalb hierzu meine 2 Cents, die auch daraus resultieren, dass ich ja mit "Bewertungen" durchaus Erfahrungen habe

1.) Was ist ein "guter" Beitrag? Natürlich würde am grünen Tische jeder sagen, dass sich ein guter Beitrag dadurch definiert, wieviel denkanregungen usw. er bringt. Meine Erfahrung mit Forensystemen sagt aber (ich lasse mich da gerne eines besseren belehren, insofern hat Foxys Hinweis auf eine Testphase durchaus Berechtigung), dass meistens die Leute die Dinge als positiv bewerten, die sie "angenehm" finden (mir fällt jetzt grad leider kein besseres Wort ein). Dinge, an denen man sich reibt, und die sozusagen so eine Art "Jucken auf der Haut" darstellen, sind oft zwar fruchtbar, werden aber logischerweise zunächst als unangenehm empfunden.

2.) Aber selbst wenn das nicht der Fall sein sollte: Welche Schlüsse soll denn der User ziehen? Ein Bewertungsinstrument ist kein Diagnoseinstrument, das sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe. Wenn unter einer Arbeit einfach nur kommentarlos "mangelhaft" steht, und es nichtmal Randvermerke gibt, dann ist der Diagnosewert gleich null. Man weiss wohl: "Oh, mein Gegenüber findet das offenbar nicht so toll" und sicher, wenn das sich häuft, wird man sich evtl. so seine Gedanken machen, aber für eine genaue Diagnose, woran es denn jetzt liegt, bringt es einen nicht weiter. Sicher, man kann hier einen Kommentar anfügen, doch das macht die Sache nicht unbedingt einfacher (siehe unten).

Ich plädiere immer dafür, dass wenn es um solche Dinge geht, die ja irgendiwie mit Kommunikationsproblemen zu tun haben, man diese auch ausführlich verbalisieren sollte, denn ansonsten ist die Gefahr groß, dass Diskussionen nur unnötig emotionalisiert werden - was in Foren nur allzu schnell passiert.

Hinzu kommt noch ein Problem, das aber wohl eher mein persönliches Problem ist: Wie soll ich denn bitte die Sachen bewerten. Ich nehm mal Foxys Beitrag, auf den ich hier ja rekurriere, als Beispiel: Ich finde ihn auf der einen Seite sehr positiv, weil der die Diskussion weiterbringt, auf der anderen Seite stimme ich - wie diese unnötig langatmigen Hinweise zeigen - inhaltlich nicht überein. Was soll ich denn dann machen? Natürlich, ich kann ja auch noch einen Kommentar schreiben, aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass ich mich entscheiden muss, was in diesem Falle der Sache halt nicht gerecht wird. Zugegeben, es wird nicht wenige Fälle geben, wo das einfacher fällt, doch das sind dann halt meistens eher Postings peripherer Natur....

Ufff,
tyler

P.S.: Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass ich gleich angefangen hab, zu nörgeln, ohne erst mal zu sagen, dass ich das neue Forensystem echt schnieke finde. Auch wenn ich mich auf Dauer dann wohl mal von meinem Christopher Walken trennen muss...
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Look, I can see you're really upset about this.
I honestly think you ought to sit down calmly, take a stress pill, and think things over.

Geändert von Tyler (04.10.2004 um 09:38 Uhr)

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