Einzelnen Beitrag anzeigen
  #1 (permalink)  
Alt 12.03.2020, 11:39
scholley007 scholley007 ist offline
...is mostly "Confuzzled"....
 
Registriert seit: Nov 2007
Ort: Da wo ich hingehöre
Beiträge: 7.280
scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Marschier oder stirb (1977) (March or die)

Irgendwann begegnet einem als Jungspund ein Film, den man nicht zu sehen kriegt, weil man eben noch "zu kurz" ist. Dann fliegen die Jahre so dahin, auf Video und DVD hat man ihn irgendwie verpasst (die Neuheiten sind jedesmal viel interessanter) und dann landet man im "Streaming Heaven" der Neuzeit. Und da serviert einem Prime das Teil im Rahmen des Abos - mal ohne Zuzahlung, wie bei gefühlt 70 Prozent des aktuellen Angebots..... also - auch aus dem Grund neben einer Erstsichtung dem soeben verstorbenen Max von Sydow zu gedenken: Marschierstiefel geschnürt und los geht´s...

Marocco 1919. Kurz nach dem Ende des ersten Weltkrieges, wünscht der Archäologe und Kurator Francois Marneau (Max von Sydow - milde gesagt: auf Autopilot) Unterstützung seitens der französichen Regierung. Unter militärischem Schutz will er eine über die Kriegsjahre brach liegende Ausgrabungsstätte wieder "beleben" - sprich: den dort vermuteten Sarkophag der "Königin der Wüste" finden. Dumm nur, dass er damit den Unmut der Araber unter Führung von El Krim (Ian Holm - "Bilbo Beutlin", wahrlich "arabisch" typecast) auf sich zieht. Dies ist auch Major Sherman William Foster (Gene Hackman - sympathisch bärbeißig bar jeglicher Illusionen; deutsch stimmlich John Wayne/Bud Spencer hier drin unterwegs) klar, der darin ein Himmelfahrtskommando sieht. Ein besonerer Dorn ist ihm dabei im Auge, dass die Fremdenlegion hierfür von der Regierung "rekrutiert" wird - die reguläre Armee hat für dererlei kein Personal übrig.
Doch vor dem Zug zur Ausgrabungsstätte, steht den neu rekrutierten Freiwilligen und weniger Freiwilligen (die so einer möglichen Gefängnisstrafe in Frankreich entgehen können) - allen voran der Hallordri und Schmuckdieb Marco (Terence Hill - bestenfalls 5 cm von seinem "Nobody"-Schtick entfernt) noch die Ausbildung bevor.
Die nicht jeder lebend abschließt.
Derweil sorgt die Tochter eines Ausgrabungsmitgliedes - Simone Picard (Catherine Deneuve) - für erhöhten Blutdruck unter den Anwesenden....

Wenn ich den mit so zehn Jahren im ZDF gesehen hätte, wäre die Verklärung über die Jahrzehnte vermutlich vollkommen. Optisch macht der doch ein Stück weit was her. Doch die Figuren sind wirklich nicht mehr als Funktionshelfer im Dienste des dahin schlurfenden Plots.
Dessen Dramatik viel zu oft vor Erreichen eines relevanten Augenblicks droht vom Wüstensand verweht oder sogar zugedeckt zu werden.
Statt in Marocco in Analusien, Spanien und Yuma, Arizona, USA gedreht, bietet der Film durchaus was fürs Auge - hinterlässt aber letztendlich nicht viel mehr als Sand im Schuh des filmisch Interessierten.
Der zweite Versuch, Terence Hill für das Ami-Publikum - nach "Mr. Billion" - kompatibel zu machen, flotte damals auf breiter Front.
Der mag damals in Europa noch ein paar Franc eingespielt haben - in Deutschland interessierten sich anno 1977 doppelt soviel ZuschauerInnen für die Marty Feldman-Parodie "Drei Fremdenlegionäre" als für die wirklich kernigen Herrschaften von "Marschier oder stirb" (in Zahlen: 1,5 Millionen : 800.000).
Zählt wohl überdies zu einer der ersten Produktionen von Überproduzent Jerry Bruckheimer. Der wohl bei Regisseur Dick Richards von "Marschier oder stirb" quasi "in die Schule" ging - der Mann kommt nämlich auch aus der Werbebranche und zählte während der Werberevolution der Sechziger Jahre zu DEN Werbespotregisseuren und -fotographen überhaupt.
Deshalb würde es mich kein Stück weit wundern, wenn Bruckheimer nicht irgendwann noch was filmisches bezüglich Fremdenlegion für Kino oder TV produzieren würde.
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (12.03.2020 um 11:43 Uhr)
Mit Zitat antworten

Diesen Beitrag teilen: