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Alt 08.12.2019, 16:46
scholley007 scholley007 ist offline
...is mostly "Confuzzled"....
 
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Standard Revolution (1985)

Nach der Beteilgung an diesem Prestige-Objekt, das als möglicher Oscarkandidat in der Weihnachts-Wintersaison 1985 in die US-Kinos kam (und bei einem Budget von damals rund 28 Millionen Dollar in den USA die "Kleinigkeit" von 328.000 Dollar einspielte). machte Hauptdarsteller Al Pacino hiernach eine Kinopause von vier Jahren (bis zu seinem fulminanten Comeback mit "Sea of Love"). Und der Film startete hierzulande rund ein Jahr später.
Regisseur Hugh Hudson (Oscarnominiert für "Chariots of Fire - Die Stunde des Siegers" und verantwortlich für den schönen "Greystoke - Die Legende von Tarzan") bekam hiernach karrieremäßig kaum mehr ein Bein auf die Erde.
Was eine gewisse Ähnlichkeit mit Michael Cimino (nach dessen "Heaven´s Gate") nach sich zieht....

Der Trapper Tom Dobb (Pacino - scheint größtenteils durch den Film zu schlafwandeln, das legt sich zumindest im Zusammenspiel in seinen Szenen mit Nastassja Kinski) und sein Sohn Ned (Dexter "Bube, Köng, Dame, GrAs" Fletcher - heute als Regisseur unterwegs: er stellte "Bohemian Rhapsody" nach dem Rauswurf von Bryan Singer fertig und inszenierte das Elton John BioPic "Rocketman") werden in die Wirren der Amerikanischen Revolution hineingezogen, als sie in New York ihre Felle verkaufen wollen. Und die Revolutionsarmee ihnen ihr Boot unter dem Hintern weg "für die Gute Sache" beschlagnahmt.
Als sich Ned beschwatzen lässt, in die Armee einzutreten, folgt ihm sein Vater nach.
Nach den ersten Kämpfen sehen sie sich in der Gefangenschaft der britischen Rotröcke. Als Sergant Major Peasy (Donald Sutherland in der ansprechendsten Performance des Films) Ned als Trommler zwangsrekrutiert, setzt sich Tom auf die Fährte seines verschleppten Jungen und befreit diesen.
Danach werden sie von den Mohikanern aufgenommen, da sich Tom als "Feind von deren Feinden" (den Huronen, die mit den Briten paktieren) erweist.
Sie treffen Daisy McConnahey (Nastassja Kinski) wieder, die sich von ihrer bürgerlich-mondänen Familie abgewendet hat, da diese mit den Briten paktierte.
Und nehmen an der letzten Schlacht teil, die den Unabhängigkeitskrieg beendet....

Insgesamt zerfällt der Film - der einen Zeitraum von 5 Jahren umschließt - ein wenig zu offensichtlich in seine Einzelteile.
Einst nicht nur mit dem Desinteresse des Publikums geschlagen, sondern mit 4 Nominierungen des Razzie-Awards (darunter "worst picture", "worst actor" und "worst director") versehen, verschwand der Film für Jahrzehnte von meinem Radar.
Aber eine gewisse Grundneugier blieb erhalten.
First of all: Sutherland und Mrs. Kinski sind vollkommen okay in ihren Parts, Dexter Fletcher reißt keine Bäume aus - ist aber immer noch erträglicher als Pacino. Der schlafwandelt doch größtenteils durch die Szenerie.
Die wirklich spektakulär geraten ist.
Da sieht man jeden Penny.
Und die Steadycam, die sich durch die menschenverstopften New Yorker Straßen schlängelt nötigt einem vom technischen Standpunkt durchaus ein wohlwollendes Kopfnicken ab.
Wer sich an Scorseses (für meinen Geschmack vollkommen zu Unrecht) gescholtenem "Gangs of New York" berauschen konnte, sollte hier definitv einen Blick riskieren.
Wenn sich Vater und Sohn den Indianern anschließen, sind diese Szenen in der Wildnis durchaus späteren Bildern ebenbürtig, die Michael Mann in seinem großaritigen "Der letzte Mohikaner" gefunden hat (und sich hier drin vielleicht vorab auch ein Fünkchen Inspiration herausgezogen haben mag). Somit ein Kopfnicker hin zu Kameramann Bernard Lutic, dessen Arbeit hieran eine Erwähnung wert ist.
In der Szenerie selbst sind noch Richard O´Brian (der Mastermind und "Riff Raff"-Darsteller der "Rocky Horror Picture Show") als snobistischer britischer Adliger und "Eurythmics"-Sängerin Annie Lennox als Freiheitskämpferin der Amerikaner im Einsatz. Wie "imdb" zu vermelden weiß, wurde ihre Sangesstimme hier drin gedubbt. Warum auch immer...
Fazit: Mit Sicherheit nicht die Vollkatastrophe, zu der er zur Entstehungszeit gemacht wurde. Mit Sicherheit allerdings auch nicht der Wurf, den Ciminos (für meinen bescheidenen Geschmack) Meisterwerk darstellt.
Kein wirkliches "Muss" aber auf jeden Fall ein "Kann". Und sei es nur entweder die Pacino-Filmographie zu komplettieren (und da ziehe ich es vor, dem hier in diesem Leben tatsächlich irgendwann noch einmal zu begegenen, bevor mir der unsäglich mittelmäßige "Righteous Kill" mit de Niro oder "Jack und Jill" mit Adam Sandler über den Weg laufen).
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"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")
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