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Alt 03.06.2019, 12:20
scholley007 scholley007 ist offline
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Standard Good Omens (2019)

...auch bekannt unter dem Titel "Ein gutes Omen". Die 1991 erschienene schriftliche Kollaboration der beiden Fantasyspezialisten Terry Pratchett (Discworld) und Neil Gaiman (Sandman/Der Sternwanderer/American Gods) gehört seit mehr als zwei Jahrzehnten zu meinen Lieblingsbüchern.
Jetzt also die Verfilmung - bei der Neil Gaiman als Drehbuchautor wie auch als Produzent dafür Sorge trug, dass die Umsetzung so adäquat wie möglich verlief....

Über die Jahrtausende - genauer: seitdem Adam und Eva den Garten Eden verlassen haben - eint den Engel Erziraphael (Michael Sheen) und den Dämon Crowley (David Tennant) eine freundschaftliche Komplizenschaft, da sie im ewigen Ringen im Kampf Gut gegen Böse die Erkenntnis gewannen, dass es aufgrund des Gleichgewichtes der Kräfte eigentlich immer zu einem "Unentschieden" kommt.
Warum sich dann über Gebühr verausgaben?
So klärt man vorab einfach, was man tut und gibt die entsprechenden Maßnahmen einfach den entsprechenden Leitstellen bekannt. (Und nutzt die so gewonnene Zeit doch wesentlich sinnvoller.... die Menschheit bietet da so manche Form der Zerstreuung, die sowohl Himmel als auch Hölle sowas von fremd ist....)
Und da behördliche Gänge IMMER mit sich bringen, dass man gar nicht so sehr daran interessiert ist, dass sich etwas grundlegend ändert, könnte das Spiel auf ewig so weiter gehen.
Doch jetzt sieht der unerfindliche Plan des Schöpfers vor, dass das Armageddon eingeläutet wird.
Zu diesem Zweck bekommt (der ob dieser Tatsache nicht sonderlich begeisterte) Crowley den (neugeborenen) Sohn des Teufels ausgehändigt - dieser soll der Gattin des amerikanischen Botschafters "untergeschoben" werden - und (nach elfjähriger "Ausbildungsphase") dann dafür sorgen, dass die Erde untergeht.
Ganz klar, dass das schon im Ansatz schief geht - und sowohl Erziraphael als auch Crowley bei der Beeinflussung des jungen Gemütes des kommenden Weltenzerstörers - der auf den reizenden Namen "Warlock" hört - langsam Zweifel an den Qualitäten des Burschen bekommen.
Was nicht von ungefähr kommt: gab es doch in der Nacht der Geburt eine folgenschwere Verwechslung...
...und während die Uhr dem Zeitpunkt immer schneller entgegen tickt, gesellen sich - zu den bürokratisch verpesteten (und extrem selbstgefälligen) Vertretern von Himmel (unter Führung von Jon Hamm) und Hölle - noch eine ganze Schar an weiteren schrägen und nicht so schrägen Charakteren, die dafür sorgen, dass die Apokalypse in Stellung gebracht wird.....

Da Neil Gaiman sein eigenes Buch umsetzen konnte, gibt es - tatsächlich - so gut wie keinen Verlust.
Einzig die Besetzung des so rüstigen wie durchgeknallten Hexenjägers Shadwell durch Michael McKean ("Better call Saul"/"Alle Mörder sind schon da"/"Spinal Tap") unterlief meine optische Erwartungshaltung. Aber McKean macht das mehr als ordentlich, deshalb "Schwamm drüber" - gewisse Abstriche sind bei filmischen Umsetzungen ja immer mal zu machen.
Und hier kann man wirklich sagen, dass es locker 85 bis 90 Prozent der Vorlage in die Verfilmung geschafft haben - inklusive des wunderbaren schrägen Humors des Buches.
Einzig der Wegfall einer herrlich bekloppten Rockertruppe, die sich den Vier Kriegern der Apokalypse zum Finale hin anschließen (wollen), stimmte mich ein wenig enttäuscht. Aber das macht dramaturgisch durchaus Sinn. Dafür gibt es eine kleine Änderung in der sechsten und letzten Folge.
Und Tennant als Crowley wie auch Sheen als Erziraphael sind allein die halbe Miete dieses TV-Events. Eine großartige Chemie.
Und dass das Ganze in sechs Episoden a 50 Minuten auf den Punkt gebracht wurde (ein zwei leichte Längen bemerkt man in der letzten Episode - da hätten es auch 10 bis 15 Minuten weniger sein können, aber das ist Erbsenzählerei auf höchstem Niveau)
Eine Zweitsichtung auf Englisch (wegen meinem Schatz gab´s den auf Deutsch) findet irgendwann mit Sicherheit statt - allein dafür, dass Frances McDormand als "The voice of God" im Original zu hören ist.
Ansonsten gilt: der sollte binnen kurzem zu einem Kultklassiker des Fantasygenres herangewachsen sein.
Jede Wette.
Wenn sich "Amazon Prime" jetzt noch die Rechte an Matt Ruffs "Fool on the hill" sichern könnte?
Auf die Verfilmung warte ich seit einer kleinen Ewigkeit....
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (03.06.2019 um 12:24 Uhr)
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