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Alt 20.02.2019, 20:36
scholley007 scholley007 ist offline
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Hard Powder (2018) (OT: Cold Pursuit)

...wieder so eine "englische Eindeutschung", die (für mein dafürhalten)... albern wirkt... von "Eiskalte Verfolgung" hin zu "Hartem Puder" (in Anspielung auf den Schnee/den Koks, der hier Motivationsgrundlage der Figuren ist - bzw. Ort und Jahreszeit )... das wäre in den Neunzigern als Videopremiere noch durch gegangen.
Heute erscheint das doch... ein Stück weit verzweifelt. Irgendwie...
Anyway..... zum Film selbst:

Nels Coxman (Liam Neeson als großer stoischer Schweiger, ein Mann, der nie viel auf Worte gegeben hat) ist als Angestellter der Stadt Kehoe in den Rocky Mountains mit seinem Schneeräumer dafür verantwortlich, dass die Touristen (neben den Bewohnern) immer sicher durchkommen. Bei den Schneemassen, die hier runter kommen, ein tagtägliches Einerlei. Dass er - aufgrund seiner lakonisch-"zuvorkommenden" Art - in diesem Jahr um seiner Verdienste für die Gemeinde von jener zum "Bürger des Jahres" gewählt wird, entlockt ihm kaum einen erhöhten Pulsschlag. Als sein Sohn jedoch tot - und mit Drogen im Körper - aufgefunden wird, ist für Nels klar: da stimmt etwas nicht. Denn - auch wenn er zuhause auch eher der große Schweiger war (ein Umstand, den seinen nun in Trauer erstarrte Ehefrau - Laura Dern - nun gegen ihn verwendet, weil sie seine jahrelang akzeptierte Haltung nicht mehr ertragen will und kann) - mit Drogen hatte Filius nie im Leben etwas zu tun.
Und richtig: sein Sohn war nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Und wurde von ein paar unfreundlichen Zeitgenossen, die sich an seinem Kollegen für die Unterschlagung von Drogenware "bedanken" wollten, als zufälliger Zeuge (und somit Kollateralschaden) um die Ecke gebracht.
Bei seinen Nachforschungen schaltet Nels binnen kürzester Zeit mehrere Mitglieder des Drogenversorgungsnetzes "aus. Und setzt somit eine Kette an Ereignissen in Bewegung, die zwei in Denver ansässige Drogenkartelle binnen kurzer Zeit sehr effektiv gegen einander arbeiten lässt.
Weil sie anfangs nicht ahnen, dass da noch eine dritte Partei auf dem Spielfeld erschienen ist....

Das Remake eines norwegischen Films namens "KraftIdioten" (DAS wär mal ein Titel gewesen!), der den internationalen Titel "In Order of Disapperance" trägt (hierzulande: "Einer nach dem Anderen") und Stellan Skarsgard in der Hauptrolle besetzt hat. Sowie den jüngst verstorbenen Bruno Ganz als Kopf einer der beiden Drogenkartelle. Wird also mal eine Sichtung nach sich ziehen.
Hier wie dort fungiert der Regisseur Hans Peter Moland (dem wir Werke wie "Ein Mann von Welt" - auch mit Skarsgard - und "Erlösung" - der großartige dritte Teil der "Department Q"-Serie nach den Büchern von Jussi Adler-Olsen verdanken) als Arrangeur des lakonisch unterfütterten Irrsinns.
Der eine ganze Menge an schön schrägen Einfällen aufzufahren weiß. Sich - trotz seines stetig ansteigenden Bodycounts - aber herzlich wenig darum schert, hier einen standardisierten Actionfilm zu servieren (was der - den potentiellen Konsumenten mittels Kinotrailer doch ähnlich falsch appetitlich macht, wie vor kurzem der Trailer zu "Glass").
Tonal "Fargo" (Film wie auch TV-Serie) am nächsten, mit ein paar Logikfehlern (über die der Film gänzlich großzügig hinweg stapft), jeder Menge schräger Typen, ein paar tollen Dialogen, entsprechend lässiger Inszenierung und den wohl überflüssigsten Cops (Emmy Rossum/John Doman) seit langer Zeit in einem Film (damit überhaupt ein paar moralisch aufrechte Figuren dabei sind, vermute ich).
Wer von einem Liam Neeson-Film sowas in der Art wie "Non Stop" oder (Schüttel!) "Taken II + III" braucht, um glücklich zu sein, sollte den weiträumig umfahren.
Allen anderen könnte bei dieser sympathisch-coolen Fahrt ins Winterwonderland des Verbrechens (die ein ums andere Mal beweist, dass Ganoven und Verbrecher auch "nur" Menschen wie "Du und ich" sein können) doch eine Spur warm ums Herz werden...
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"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (20.02.2019 um 20:40 Uhr)
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