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Alt 11.02.2019, 09:57
scholley007 scholley007 ist offline
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Standard Harold & Kumar - Alle Jahre wieder 3-D (2011) (A very Harold & Kumar 3-D Christmas)

Der Abschluss der Trilogie um die beiden Kifferköppe Harold und Kumar, die hierzulande kaum bekannt wurde. Dafür in den USA immens populär war.
Der erste war recht unterhaltsam, Teil 2 (in dem die zwei in Guantanamo landeten) hab ich nach rund 25 Minuten abgeschaltet: da wollte einfach gar kein Funke überspringen. Doch Teil 3 - wie schon Teil 2 hierzulande "Direct-to-DVD" gegangen - blieb mir durch die Werbung aufgrund der eingesetzten 3-D Technik im Hinterkopf. Was, bitte, kann man bei einem doch eher schmalen Budget denn visuell dreidimensional servieren? Antwort: eine ganze Menge....

2 Jahre nach den Geschehnissen im zweiten Teil haben sich die Wege von den einstigen best buddies Harold und Kumar getrennt. Asiate Harold (John "Star Trek" Cho) hat Karriere gemacht, arbeitet an der Wallstreet und muss sich vor Protestlern in acht nehmen, die den Mitarbeitern der Hochfinanz an den Kragen wollen. Wie gut, wenn man Untergebene hat, die in ihrer Unterwürfigkeit den Hagel an geworfenen rohen Eiern abfangen. Zuhause in Suburbia erwartet ihn - in einem auf Hochglanz für die heiligen Weihnachtsfeiertage mit Tonnen von Nippes im Vorgarten herausgeputzte Wohntraum - die bildhübsche hispanische Gattin. Begattungswillig, weil grad der Eisprung eingesetzt hat. Doch da klingelt schon Harolds Schwiegervater (Besetzungscoup: Danny "Machete" Trejo) an der Tür - im Gepäck die mexikanische Großfamilie.
Harold hat vor dem Mann einen Heidenrespekt - und will, nachdem der Plastikweihnachtsbaum von "Paps" entsorgt und durch eine echte Tanne ersetzt wurde eben jenen schmücken, während Frau und ihre Familie sich in die Stadt zur Mitternachtsmesse begeben haben.
Doch da klingelt es auch gleich an der Tür. Der alte indische Kumpel Kumar (Kal "Dr. House" Penn) hat ein - versehentlich bei ihm für Harold abgeliefertes - Päckchen abzugeben.
Das - ÜBERRASCHUNG - einen Megajoint enthält.
Den der begeisterte Kumar sofort wegquarzen würde - was der inzwischen drogenabstinente (weil erwachsen gewordene) Harold ihm untersagt. Und die Megatüte zum Fenster hinaus befördert.
Ohne zu bemerken, dass das kokelnde Entspannungshelferlein vom nächsten Windstoß durch das Fenster nebenan wieder herein geweht wird.
Wo es die von Schwiegerpapa gestellte Weihnachtstanne in Flammen aufgehen lässt.
Nun ist guter Rat teuer. Nur wenige Stunden vor der Bescherung und kein Baum da.
Harold sieht zu, dass sein einstiger Kumpel (der ob dieser Behandlung doch leicht angefressen ist) Leine zieht und macht sich mit seinem neuen "best Buddy" und Nachbarn Todd (Tom Lennon) und dessen Kleinkind auf den Weg noch auf die Schnelle einen Baum zu organisieren. Leider hat Kumar - in Begleitung seines neuen best Buddies Adrian (Amir Blumenfeld: Abziehbild des Vollpfostens) - genau dieselbe Idee. Auftakt für eine wilde Reise "kopfüber durch die Nacht".....

...und die sich daraus entwickelnden Katastrophen sind schlichtweg herrlich bekloppt, einfallsreich und irre. Allein wenn sie auf einer Weihnachtsparty auf der Adrian eine per Handy verabredete Entjungferung durchführen möchte, mit dem Vater jener Dame - Elias "Dämon"/"God´s Army"/"Crash" Koteas - einem russischen Gangster aufeinandertreffen und bei der Flucht (zusätzlich zu einer einem vorab mit Drogen versetzten Eierpunsch) durch einen Koksregen zu entfliehen haben, bis dann die Wirkung im Fahrstuhl auf dem Weg nach unten einsetzt. Nahezu unbeschreiblich - inklusive "Ghostbusters"-Zitat in Claymation!. Ihr in den vorherigen beiden Teilen alter Bekannter Neil Patrick Harris (How I met your mother/Starship Troopers) tritt - wie immer - als "er selbst" auf. Und zertrümmert mit Gusto sein eigenes Klischee.
Das - in dieser Weihnachtssaison - vollkommen angesagte Weihnachtsgimmick, der "WaffelBot" - darf nicht auch unerwähnt bleiben.
Kumars Buddy Todd darf an seiner zweijährigen Tochter erleben, wie Kleinkinder auf erhöhten Drogenkonsum reagieren.
Und dazwischen pfeift der Film mit Gusto auf jede Form von political correctness, sprich: lässt die sorgsam gepflegten Stereotypen der unterschiedlichen hier auftretenden Kulturvertreter und -vertreterinnen gerne verbal in den Sparringsring steigen.
Um am Ende dann den Weihnachtsgeist - vertreten durch Santa, der auch einen an die Waffel bekommt - siegen zu lassen. Bei einem gerauchten Tütchen vor der Haustür, während drinnen die Familie glücklich vereint feiert.
Und die Rauchschwaden der konsumierten Rauchwaren schweben in sattem 3-D aus dem Fernseher ins heimische Wohnzimmer.
Ernsthaft - wo sich nahezu jede große 3-D Produktion nur noch im Tiefeneffekt suhlt, erlaubt sich der hier voll "nach vorne" zu gehen.
Da kommt wirklich so einiges nach vorne in Richtung Pupillen. Und die gehen einem dabei so richtig über. Zählt somit zu den besten 3-D Filmen, die mir überhaupt unter gekommen sind.
Herrlich sympatisches Vollpfosten-Werk mit absolut jenseitigem Humorempfinden, das dennoch mehr als zwei Dutzend Mal ins Schwarze trifft.
Deftiger Nonsens - ohne dass dabei der Eindruck entsteht, dass dabei (wie so oft in den letzten Jahren) die Kamera bei Improvisationen eingeschaltet wurde.
Die 90 Minuten sind knackig und dramaturgisch rund. Der 96minüte "Extended Cut" in 2-D wird dann kommende Weihnachten fällig.
Seit den Weihnachtsfeiertagen der legendären Griswalds (mit Chevy Chase) und Bill Murray´s Charles Dickens Variante "Die Geister, die ich rief", die wohl gelungenste und wildeste filmische Mainstream-Weinnachtsfeier, die sich Hollywood erlaubte. Man merkt allen Beteiligten an, dass sie eine saugute Zeit gehabt haben. Und sie diese auch an die Zuschauer weiterzugeben verstehen.
Wird wohl im Hinblick auf die vorherrschende PC-Zeit auf lange Sicht nicht mehr auf diese Weise serviert werden (können/dürfen).
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"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (11.02.2019 um 10:01 Uhr)
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