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Alt 08.10.2018, 19:50
scholley007 scholley007 ist offline
...is mostly "Confuzzled"....
 
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Standard Bad Times at the El Royale (2018)

Drehbuchautor und Regisseur Drew Goddard hat sich - nach Scritpts zu "Cloverfield","World War Z", "Der Marsianer" und "The cabin in the woods" vom Gebiet des Phantastischen hin zum Thriller (auf dem er als Drehbuchautor bei "Alias" am Anfang seiner Karriere tätig war) begeben.
Mit einem mehr als nur beachtenswerten Ergebnis...

Im Jahr 1969 treffen in dem einst angesagten Hotel "El Royale" mehrere einander unbekannte Personen im Verlauf eines Abends ein: der Staubsaugervertreter Seymour "Laramie" Sullivan (Jon Hamm), die Loungesängerin Darlene Sweet (Cynthia Erivo - bislang "nur" Musicalstar in einer wahren Breakthru-Performance. Ihre Stimme: WOW!), der alternde Priester Father Flynn (Jeff Bridges - as cool as ever), die toughe Emily Summerspring (Dakota Johnson - kilometerweit weg vom "50 Shades"-Unfug). Jeder von ihnen hat ein Geheimnis.
Jede/r von ihnen wird den anderen nahe kommen - meist unerwartet. Noch mehr unerwünscht.
All dies wird im Verlauf der regnerischen Nacht enthüllt werden.
Im Beisein des an seinem Leben verzweifelten Concierge Miles (Lewis Pullman) - der seine Dämonen nur noch durch den ständigen Fix auf Abstand halten kann.
Und als man gerade glaubt, dass es schlimmer nicht mehr kommen kann, trifft Billy Lee (Chris Hemsworth) ein.
Ein Mann mit Charisma und einem wahren Sendungsbewusstsein....

Smooth, lässig und smart. Mit unerwarteten Wendungen - die ähnlich aus der Tiefe des Raumes kommen, wie in "Die üblichen Verdächtigen".
Dramaturgisch ähnlich gereicht, wie die Endneunziger (als "Tarantino"-Epigonen einst von der Kritik verschmähten aber heute rehabilitierten) Crime-Ensembledramen "Das Leben nach dem Tod in Denver" und "2 Tage L.A.".
Allein das Setting des "El Royale" (in dem die Figuren ähnlich zunehmend verloren verortet werden wie in "Identität" mit John Cusack) lädt zum verweilen ein.
Einigen Zuschauern wurden die 140 Minuten Aufenthalt wohl in der Preview ein wenig zu lang.
Konnte ich nicht sagen - da erschienen mir Teile der 112 Minuten von "Venom", den ich am selben Tag vorab "genoss" doch erheblich lang...weiliger.
Wer sich mit einer durchaus langsam aber stetigen Spannungkurve, serviert von einem Cast, der mit Gusto dabei ist, in einer Kulisse die (für meinen Geschmack) die Oscarnominierung für die beste Ausstattung zu recht verdient hat, hat hier drin alles - nur KEINE "bad time".
Im Gegensatz zu den Charakteren.
Die einem durchaus ans Herz wachsen können.

Wenn der Film nicht binnen der kommenden 3 Jahre einen feinen kleinen Kultstatus weg hat.... dann kann das einfach nur daran liegen, dass ich inzwischen jenseits des angesagten Geschmacks zuhause bin.
Und dort gerne bleibe.
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"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")
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