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Alt 28.05.2018, 10:28
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S.W.A.M. S.W.A.M. ist offline
Irgendwas mit Raumschiffen
 
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Standard AW: Stephen King´s ES (2017) (IT)

Wir leben im Zeitalter der Mittelmäßigkeit...

Ich hatte sehr schlechte Erwartungen und insofern fand ich das Ergebnis ganz okay, aber der Brüller war das trotzdem nicht. Auch wenn mich Buch-Film-Vergleiche weiterhin stören, kann ich Lex insofern zustimmen, dass der Film keine Seele hat, sondern einfach nur das derzeitige Lehrbuch an 80er-Retro-Klischees abhakt und dazwischen Schockmomente auf Geisterbahn-Niveau einstreut. Und zwar völlig willkürlich.

Die Reihenfolge der "Schock-"Szenen ist teilweise völlig wurscht. Man könnte Szenen austauschen, weglassen, hinzufügen und es würde keinen Unterschied machen. Kind ist irgendwo allein, hört / sieht was Verdächtiges, geht hin, um mal nachzuschauen (... ...) und dann kommt der Clown, macht "Buh!" und dann ist er wieder weg. Ohne Sinn oder Verstand. Beängstigend war das an keiner Stelle.

Skarsgaard macht einen mäßig guten Job. Sein Clown ist einfach nur ein psychotischer Irrer, sehr ähnlich manchem Joker aus irgendwelchen "Batman"-Zeichentrickserien. Er hat nichts Clowneskes an sich und strahlt daher auch nie den Grusel aus, den Clowns haben, weil sie Clowns sind. Er hat auch nichts Lockendes an sich. Gerade in der berühmten Papierschiffchen-Gully-Szene ist er von Anfang an ein offensichtlich böses Monster und es ist völlig unerklärlich, warum das Kind nicht sofort abhaut. Da war Tim Curry doch deutlich subtiler und dadurch gruseliger.

Ein Freund von mir, der ebenfalls enttäuscht war, beschrieb den "Horror" als "In-your-face-Horror" und das ist tatsächlich eine zutreffende Beschreibung. Wenn's keine Angst macht, dann knallen wir es euch halt ins Gesicht und packen ein lautes Bröööm auf die Tonspur.

Die Kinder fand ich okay, allerdings waren zwei Figuren offenbar so unwichtig, dass ich mich nicht mal an ihre Namen erinnern kann (und das obwohl ich das Buch damals geliebt habe... vor über zwanzig Jahren... okay).

Die 80er-Nostalgie-Retro-Welle ist an einem Punkt angekommen, wo es keine 80er Reminiszenzen mehr gibt, sondern nur noch Reminiszenzen an andere Reminiszenzen, die wiederum 80er Jahre Film-Reminiszenzen zitieren.

Andere Frage:
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Wieso ist es mal wichtig, dass die Kinder Angst haben und mal nicht? Am Ende entführt er Beverly, hat sie schon, lässt sie aber schwebend zurück. Dann, wenn er Bill hat, sagt er den anderen, dass er nur noch den einen essen braucht, dann geht er schlafen... Warum hat er nicht einfach Beverly gegessen? Die hatte er doch schon. Okay, Beverly hatte keine Angst, aber Bill ja offenbar auch nicht mehr.
Und wenn er die Kinder alle gefuttert hat, warum schweben die dann da rum? Ach, wahrscheinlich ist es zu viel verlangt...
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