Thema: Walker (1987)
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Alt 08.02.2017, 15:11
scholley007 scholley007 ist offline
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Standard Walker (1987)

Alex Cox war in den Achtzigern eine kurze Zeit als wilder und unbequemer Regisseur "en vogue" (Repo Man/Straight to hell/Sid and Nancy). Die Verfilmung eines Scripts von Rudy Wurlitzer (Two-Lane Blacktop/Pat Garrett jagt Billy the Kid) brachte ihm Anerkennung (Nominierung als bester Regisseur für den Berliner Bären bei den Berliner Filmfestspielen 1988) ein, aber auch einen Flop (US-Einspiel: etwa 5 % des Budgets von knapp über 5 Mio Dollar), von dem er sich nicht wieder erholte.
Seither ist er in erster Linie auf dem Gebiet des Dokumentarfilms unterwegs...

1855 bis 1857 regierte der Arzt, Anwalt und Journalist William Walker (Ed Harris) das südamerikanische Nicaragua. Ein Land, das der glühende Idealist glaubte nach entsprechendem Einsatz mit seinen "Truppen" geeint zu haben. Im Auftrag des Großkapitalisten Cornelius Vanderbilt (Peter Boyle), der in erster Linie seine Schifffahrtsrouten gesichert sehen wollte.
Dass allerdings Walker im Verlauf seines Auftrages sich selbst zum Präsidenten des Landes erklärte und sich gegen seinen "Brötchengeber" stellte, machte diesen alles andere als froh.
Und die Moral von der Geschicht:.....

...ist auch heute noch - 150 Jahre später - die immer selbe: die Vereinigten Staaten sind "Team America - World Police". Aber nur dort, wo sie den Vorteil für sich sehen. Und die nach dem Einsatz "installierte" Regierung im Namen von "Gods own Country" Dienst nach Vorschrift versieht.
Als gallige filmische Schmähschrift gegen den "großen Bruder" von Wurlitzer und Cox aufgetischt - und in den großartigen Shootouts als blut- und bleihaltiges choeographiertes Theater a la Peckinpah gereicht - besticht die Mär auch heute noch durch ihre gegenwärtige Allgemeingültigkeit.
Gestehe: als ich die damals im Kino gesehen habe, hab ich als - Kind der Achtziger - nicht allzu viel davon verstanden (bzw. als politisch desinteressiertes Etwas). Heute und hier hat der Film nichts an seiner damaligen Aktualität verloren - die er in der Inszenierung durch die Integration von 1980er Fahrzeugen, Hubschraubern und Waffen sowie Zeitschriften unterstreicht.
Und der damals noch unbekannte Ed Harris liefert schon hier eine Bandbreite seines schauspielerischen Schaffens ab, das erst über die kommenden Jahre vom Publikum in größeren - aber keineswegs besseren - Filmen entdeckt werden sollte.
In Klein- und Kleinstrollen finden sich noch Rene Auberjonais ("Deep Space Nine"), Marlee Matlin ("Gottes vergessene Kinder"), Xander Berkeley und der in allen Cox-Filmen auftretende Sy Richardson. Ebenso Joe Strummer, der auch den coolen Score hierzu lieferte.
Ein schönes heftiges Kleinod des ungebändigten Arthauskinos der Achtziger. Fette Empfehlung!
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"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")
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