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Alt 31.12.2016, 09:41
scholley007 scholley007 ist offline
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Die Seewölfe kommen (1980) (The Sea Wolves)

...klingt wie "Die Wildgänse kommen". Ist ja auch vom selben Regisseur (Andrew V. McLaglen), vom selben Produzenten (Euan Lloyd), hat auch Roger Moore "an Bord" und weiterhin denselben Drehbuchautor (Reginald Rose), denselben Komponisten (Roy Budd) sowie denselben Cutter (der spätere "James Bond"-Regisseur John Glen).... Was den damaligen Kinogänger in der Annahme bestärkte, dass er wohl eine ähnliche krachige Räuberpistole vorgesetzt bekommen sollte, wie schön in dem Söldner-"Gänseklein" zwei Jahre zuvor.
Nun, nicht ganz...

Als im März 1943 die Alliierten Schiffe zuhauf in internationalen Gewässern verlieren, ergeben ihre Nachforschungen, dass die dafür verantwortlichen deutschen U-Boote ihre Infos mittels eines Senders erhalten, der im neutralen Hafen von Goa (damals portugisische Kolonie) auf einem deutschen Schiff zu finden sein sollte.
Durch den neutralen Status Goas - der nicht kompromittiert werden darf - greift das britische Militär zu einer (zugegeben nicht ganz feinen) List: eine Gruppe von Ex-Militärs (Mitglieder der "Calcutta Light Horse") - die aufgrund fortgeschrittenen Alters nicht mehr im aktiven Dienst ist, dem Land aber dennoch helfen will - wird, als Reisegruppe getarnt in einem alten asthmatischen Frachter ein "Manöver" ausführen, an dessen Ende den Deutschen der "Sendeschluss" steht.
Die leitenden Militärs der Operation - Colonel Pugh (Gregory Peck) und Captain Stewart (Roger Moore) - sehen sich allerdings bei ihrer als "Schnapsidee von britischen angetrunkenen Touristen" letztendlich mit überraschender Gegenwehr der zu überrumpelnden Nazis konfrontiert. Was zu einem Feuerwerk nicht nur in der Hafenstadt, sondern auch auf den Schiffen führt...

Als die tatsächlich stattgefundene Aktion nach Jahrzehnten der Öffentlichkeit publik gemacht wurde, griff Euan Lloyd sofort zu: versprach diese patriotisch gefärbte Mission doch genau die Art von Unterhaltung für knackige Männerunterhaltung (sorry die Damen - wir schrieben damals das Jahr 1980 und zur politischen Korrektness war´s noch ein Stück weit hin). Will sagen: das knarrt, knattert und poltert hier so ehrlich hemdsärmelig, wie nahezu alles, was in den frühen Achtzigern so als Unterhaltung gereicht wurde.
Wobei zu bemerken wäre, dass dieses Starvehikel - in denen noch weitere britische Schauspielerklassiker wie David Niven, Trevor Howard und "John Steed"-Darsteller Patrick McNee (letzterer mit unglaublich viel Spaß an der Freud unterwegs) besetzt wurden - sich (wohl aufgrund des Alters) eines versagt: Tempo.
Das mäandert ähnlich gemächlich dahin, wie der altersschwache Kahn, auf dem die "Rentnergang" ihrem Einsatz entgegenschippert.
Was mir - im Hinblick auf den auf Übertempo geeichte "Assassin´s Creed" vom Vortag - ohne Probleme gereicht hat.
Was aber auch ein schönes Beispiel für die Veränderung von Sehgewohnheiten über die Jahrzehnte von dem hier zum heute darstellt.
Sicherlich gerät dieses gealterte Humtatageschoss diesbezüglich ein Stück weit ins Hintertreffen, macht dafür aber ob seiner Geschichte keinen Hehl draus, mehr zu sein als es letztendlich ist.
Dafür schmückt sich "Assassin´s Creed" mit dem (vermeintlichen) Anspruch, ein Ziel zu haben das als Credo die Zeit überdauern sollte.
Da ist mir das hier dann doch das entscheidende Stück sympathischer.
Und wenn einer aus der "Reisegruppe" vor den letzten Worten des Einsatzes einen Witz auf Kosten von Colonel Pugh macht und ihn mit einem führenden Admiral der britischen Krone vergleicht, so ist das ein schöner Hinweis auf eine von Peck´s legendären Rollen als Horatio Hornblower in "Des Königs Admiral" '(eine jener tollen Endloswiederholungen an hohen Feiertagen die dann bei den Öffentlich-Rechtlichen auf dem Spielplan standen).

Fazit: eine jener Schoten, die heutzutage mal im "History Channel" dümpeln.
Aufgrund der servierten Betulichkeit ein Werk, das man gefahrlos mit älteren Semestern genießen kann, ohne dass dabei Herzkranzgefäße überansprucht werden würden.
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"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (31.12.2016 um 09:45 Uhr)
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