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Alt 26.08.2016, 10:12
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S.W.A.M. S.W.A.M. ist offline
Irgendwas mit Raumschiffen
 
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Standard Z for Zachariah (2015, Regie: Craig Zobel)

Isländer drehen auf Neuseeland einen Film, der in einem postapokalyptischen Nordamerika spielt... Klingt ungewöhnlich, ist es auch.

Margot Robbie (neuerdings als Harley Quinn unterwegs) spielt Ann, eine sehr junge Frau, die offenbar der letzte lebende Mensch auf der Welt ist. Eine nukleare Katastrophe hat 99% Prozent der Erde unbewohnbar gemacht, doch in dem Tal, in dem die Frau auf der Farm ihres Vaters lebt, ist offenbar nichts geschehen. Keine Strahlung (von ein paar Ausnahmen abgesehen) und keine Verwüstung, sondern atemberaubend schöne Natur.
Dort lebt Ann Burden (sehr sprechender Name) seit einiger Zeit und versorgt sich selbst mithilfe einer Kuh, ein paar Hühnern und dem, was die Natur sonst so bietet.
Der Alltag ändert sich jedoch schnell, als plötzlich ein Fremder auftaucht, voll verpackt in einen monströsen Strahlenschutzanzug und völlig perplex angesichts der idyllischen Unberührtheit des Tals.
Ann nimmt ihn bei sich auf, versorgt ihn und nimmt ihn bei sich auf. Und merkt schnell, dass John Loomis (Chiwetel Ejiofor aus "12 years a slave") als Ingenieur durchaus von Nutzen sein kann. Und auch wenn nicht alles rosig ist im Paradies, so finden die beiden postapokalyptischen Adam und Eva schnell zueinander.

Das klingt jetzt nach völlig verspoilerter Inhaltsangabe, ist es aber nicht. Bis hierhin ist die Handlung auch vom Film schnell erzählt und es ist eigentlich nur die Ausgangssituation. Da der Cast des Films aus drei (!) Leuten besteht (nämlich Chris "Captain Kirk" Pine als drittem), sollte klar sein, dass da auch noch jemand auftaucht. Und wenn die beiden letzten Männer auf der Welt einer Margot Robbie gegenüber stehen, dann ist auch der zentrale Konflikt des Films klar.

"Z for Zachariah" ist kein SciFi-Thriller, der sich um eine zerstörte Welt, Zombies, Aliens oder zerschredderte Autos kümmert. Alles hier drin dreht sich um menschliches Drama. Drei Figuren, die in eine unmögliche Situation gebracht werden wie Schachfiguren auf einem zerstörten Schachbrett. Und ab dann wird beobachtet wie menschliches Verhalten funktioniert.

Trotz des billigen Covers, des nicht sehr subtil versteckten christlichen Untertons und der ungewöhnlich ruhigen Erzählweise eine kleine heimliche Empfehlung für Leute, die auf ungewöhnliches Charakterkino und/oder schöne Naturaufnahmen stehen. Die Schauspieler machen alle drei einen sehr guten Job, die kleinen Töne sind gut getroffen. Das Setting erinnert ein wenig an "Die Wand", der Film ist aber weit von der absurden Geschwätzigkeit des Martina-Gedeck-Films entfernt.

Kein alle Zeiten erschütterndes Meisterwerk, aber ein wirklich angenehmer kleiner Film.

"Ich will Ihnen nichts Böses, Ma'm."
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