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Alt 23.01.2016, 10:38
scholley007 scholley007 ist offline
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Wer hat Angst vorm Deutschen Film? 2.1 - Die Neunziger

Wie in grauer Vorzeit mal angedroht (und nach mittlerweile drei fehlgeschlagenen Versuchen dies zu posten) nun also die "Wilden Neunziger" - die sich dadurch auszeichneten, dass der Deutsche Film - gestützt durch den neuen Filmstar des Jahrzehnts und eine wahre Flut an Beziehungskomödien tatsächlich mal drei vier Jahre lang (so ab Mitte des Jahrzehnts) dazu führte, dass das hiesige Kinopublikum tatsächlich sagte: "Komm, wir geh´n ins Kino - da läuft ein deutscher Film!"... Und damit ich am Ende nicht wieder da stehe und wieder alles gelöscht wird, reich ich das mal in zwei Teilen:

Anhand meiner Lieblinge des jeweiligen Jahres und selbstmurmelnd auch der Haßobjekte, ist es interessant (auch für mich) meine Entwicklung (offensichtlich fand tatsächlich eine statt ) nachzuverfolgen...


1990:

Jahresbeste/r:

Werner - Beinhart!
(die Realfilmmomente mal gänzlich außen vor!)

Gurke/n:

Die unendliche Geschichte II
Der Skipper (Jürgen Prochnow und Patsy Kensit - 30 Minuten von ertragen, mehr ging einfach nicht!)

Habbich mir erspart:

Feuer, Eis und Dynamit
(Werbewirksames Skiballett - Willi Bogner als Urvater von "Red Bull"-Mediahouse)
Eine Frau namens Harry
(Thomas Gottschalk in einer Dramödie, die seine schauspielerischen Qualitäten beweisen sollte. Wer wollte DAS sehen? Keiner!)

Verpasst:

Das schreckliche Mädchen


1991:

Beste/r:

Pappa ante Portas
(Für mich weitaus erträglicher als Loriots "Ödipussi" - aber das sah das Feuillton damals doch schwer anders!)
Go Trabi Go
(Kurzweilige Plotte über das "Aufeinanderzu" zwischen Ost- und Westdeutschland. Transportiert den damals herrschenden positiven "Wind of Change" doch ganz ordentlich)

Erspart:

Homo Faber
(reicht, wenn wohl ganze Abiturjahrgänge dem ausgesetzt wurden)
Bis ans Ende der Welt
(die - mittlerweile - restaurierte 5 oder 6 Stunden-Version von Wim Wenders SF-Werk würde ich mir tatsächlich irgendwann mal geben wollen. Die 2,5 Stunden Instantversion never ever)

Gurke:

Manta Manta
(Til Schweigers erster Kinogroßeinsatz. Heute noch genauso unbekömmlich wie damals! Dann lieber das sympathisch-prollige Konkurrenzprodukt "Manta - Der Film!")

Verpasst:

Karniggels


1992:

Beste/r:

Schtonk
(die Satire über die Hitler-Tagebücher von "Kir Royal"-Schöpfer Helmut Dietl. Mit Götz George und Uwe Ochsenknecht in polternder Höchstform. Und Dietls Muse Veronika Ferres)
Kleine Haie
(Immer noch Sönke Wortmanns bester Film!)
Der kleene Punker
(Angenehm krawallige Umsetzung eines Berliner Szene-Comics!)


Gurke:

Otto - Der Liebesfilm
(Nuff said!)

Erspart:

Salz auf unserer Haut
(Quasi das "50 Shades of Grey" der Generation "Frau 92")
Go Trabi Go II - Das war der wilde Osten
(das war der schnelle Versuch, auf dem Erfolg des Vorgängers - rund 1,8 Millionen Zuschauer - noch ein zweites Mal mitzufahren. Der Trabimotor hielt nur bis knapp 500.000 oder so)

Verpasst:

...da fand sich nix...


1993:

Beste/r:

Kein Pardon
(Hape Kerkelings Kinoerstling - trotz redundanter letzter halber Stunde immer noch ein Füllhorn an witzig-gelungenen Einfällen!)

Gurke/n:

Das Geisterhaus
(Bernd Eichingers Versuch einen Bestseller als möglichen Blockbuster für den amerikanischen Markt mit Starbesetzung herzustellen. Generierte durchaus gute Zahlen hierzulande - war aber so unendlich langweilig, wie eine durchschnittliche deutsche TV-Familiensaga)
Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem
(Helge Schneiders Riesenhit - rund 2 Millionen Zuschauer wollten diese Studie des humoristischen Minimalismus sehen. Ich war einer davon, der das zweimal versucht hat - hatte gehofft, bei der Erstsichtung etwas entscheidendes verpasst zu haben. Stellte sich als Irrtum raus!)

Erspart:

Stalingrad
(..vielleicht tu ich ja dem Werk unrecht - aber bis heute lockt mich da so gar nix...)

Verpasst:

Wir können auch anders
(mal wieder ein Buck)


1994:

Beste/r:

DER BEWEGTE MANN
(da steh ich auch heute noch zu: gelungene Umsetzung von Ralf Königs Kultcomic. Auch Schweiger Til macht eine ansehnliche Figur - eigentlich gibt er hier die Quersumme aller seiner späteren Erfolgsfiguren a la "Keinohrhasen", "Tatort: Tschiller" und "Kokowäähh")
00 SCHNEIDER - Jagd auf Nihil Baxter
(der zweite Großerfolg für Helge Schneider - eigentlich sein dritter Film - vermochte mich ob seiner "Kaputtheit" doch für sich einzunehmen. Was auch an Kommissar Schneiders dilettantischem Assisstenten Körschgen liegen mag)
FELIDAE
(die Verfilmung eines Katzenkrimis, der sich damals wie geschnitten Brot verkaufte. Von einem Autor, der sich 2015 kongenial bei einem PEGIDA-Auftritt ins "Aus" schoss!. Ein Film, der jeden Sechsjährigen nachhaltig verstören sollte!)

Erspart:

Die unendliche Geschichte III
(nach Teil 2 war meine Liebe zu Phantasien zum "Nichts" geschrumpft)

Gurke/n:

Voll Normaal
(Tom Gerhard beweist: das Kinopublikum braucht kein störendes Niveau!)
Die Sieger
(der Versuch einen deutschen Actionthriller von Format herzustellen, fand viele Befürworter in der Presse. Das Ende vom Lied: ein Riesenflop an der Kinokasse. Vollkommen zu recht, wie ich finde..... der Spagat zwischen Vorabendkrimi, Action eine Handbreit über dem durchschnittlichen "Tatort"-Schimanski und dem Autorenkino der späten Siebziger ergab einen Brei, der nach nix schmeckte und nur pappte)

Verpasst:

Kasper Hauser


So - dieses war Teil 1 der "Wilden Neunziger".... Rest folgt die Tage....
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"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")
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