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Alt 05.10.2014, 12:11
Agent K Agent K ist offline
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Standard AW: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)

Zitat:
Zitat von scholley007 Beitrag anzeigen
Und ist nicht jeder Film an sich eine Manipulation von uns? Warum finden wir gut, was wir gut finden?
Naja, ich denke irgendeine Affinität zum Thema sollte schon da sein, um einem Film noch einen "Unterhaltungswert" abzuringen. Ich hab mich im Vorfeld durch irgendeine Buchbesprechung spoilern lassen, und damit war dann auch schon jegliches Interesse an diesem Film erloschen. Und auch den Trailer fand ich dann aus dieser Perspektive sterbenslangweilig. Ich sehe mich persönlich ja garantiert nicht als Experten in Sachen Ehe/Beziehungen, aber dieses Konstrukt ist für mich in seiner abstrakten Überhöhung exemplarisch für gar nix, schon gar nicht für eine "Ehe". Und wenn da zwei Protagonisten, die ich beide nicht leiden kann, weil jegliche Identifikation und jegliches Verständnis fehlt, einen Konflikt austragen, der in seinen Ursachen nie emotional fassbar wird, bzw. glaubhafte Lösungen/Auswege/Katharsis bietet, dann ist das für mich so spannend wie ein Autobot, der zwei Stunden lang auf einen Decepticon eindrischt. Wer da "gewinnt" interessiert mich nicht mehr. Und jeglicher Anspruch, damit irgendwelche Abgründe und Untiefen hinter der sozialen Fassade "Ehe" zu entlarven, klingt eitel und anmaßend. Und wenn das in traditioneller RASHOMON-Manier dann auch noch aus verschiedenen Perspektiven quasi nur wiederholt wird, ohne dass sich daraus irgendwelche dramaturgischen Fortschritte/Wendungen ergeben, dann wird es halt auch nicht spannender. Da lasse ich mich dann lieber durch eine 08/15-RomCom "belügen"...

Und ähnliches gilt letztlich auch für die aufgezeigte "Manipulation" durch die Medien. Kalter Kaffee neu aufgewärmt und als "Aufklärung" propagiert. Es ist hip geworden, den Informations-Overkill aus Presse/TV/Internet einer plakativen "Medien-Kritik" zu unterwerfen, dabei haben sich die banalen Mechanismen, in denen Gerüchte und Vorverurteilung früher durch Metzger, Friseure, oder eben Waschweiber verbreitet wurden, gar nicht geändert. Es ist heutzutage nur schneller, umfassender, und viel, viel unüberschaubarer. Nicht die Verbreitung von vermeintlicher Information ist "manipulativ", sondern deren Verarbeitung und Wahrnehmung im Kontext persönlicher Vorurteile und Erwartungshaltungen - und die darauf folgende veränderte Weitergabe. Und ähnlich wie in DIE TRIBUTE VON PANEM, wo sich der Erfolg des Filmes zu einem nicht geringen Teil durch genau jene Kinobesucher erschließt, die sich an medialen Hungerspielen ergötzen, verpufft auch die "Medien-Kritik" von GONE GIRL in den genau dazu willig instrumentalisierten Zuschauern. Resistenter oder kritischer gegen Falschinformationen/Manipulation wird durch diesen Film garantiert niemand...


Alles in allem für mich ein modisches "Pseudo-Thema", aus dem selbst ein Fincher aus meiner Sicht nichts mehr basteln kann, was ich mich in irgendeiner Form interessieren könnte...
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