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Alt 27.06.2013, 11:43
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da_godfather da_godfather ist offline
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Standard AW: Mark G.'s König Fußball?

Zitat:
Zitat von Agent K Beitrag anzeigen
Vor allem suggeriert die Quoten-Argumentation (mal wieder), dass wenn 30 Mio. bei einem Spiel der deutschen Mannschaft vor der Glotze hängen, die ohne Fussballübertragung mehr oder weniger geschlossen ins Kino gepilgert wären.
In den "30 Mio." sind im Zweifel alle Zuschauer ab 3 Jahren enthalten. Die stärkste Gruppe - sowohl aufgrund der Alterstruktur der Bevölkerung als auch der Tagesgewohnheiten ist die ab 50 Jahre - im Kino eh schwach vertreten. Allerdings mag den einen oder anderen die Zahl "30" verwirren wenn dabei oftmals von "ganz Deutschland sah zu" gesprochen wird.

Die Veranstalter der täglichen TV-Quoten-Messung haben verschiedene Definitionen geschaffen, die unglaublich spannend klingen und dabei aber recht simpel... und entfernt vom allgemeinen Sprachgebrauch sind.

Diese "30 Mio." zum Beispiel werden zumeist als "Zuschauer", manchmal auch als "Reichweite" bezeichnet. Ursprünglich hiess das mal fachlich korrekt "Sehbeteiligung". Und das hängt damit zusammen, dass hier nicht nur Personen "dargestellt" werden, sondern auch der Anteil der Sendezeit, die diese Personen zugesehen haben.

Klingt abstrus? Ist aber einfach zu erklären. An einem simplen Beispiel:

2 Personen sehen fern.
Beide Personen sehen die gleiche Sendung.
Die Sendung hat eine Länge von 60 Minuten.
1 Person sieht die komplette Sendung (= 60 Minuten)
1 Person sieht nur die halbe Sendung (= 30 Minuten)

Ergebnis: 2 Personen haben die Sendung gesehen. Die Reichweite (bzw. die Zuschauerzahl) ist aber nur 1,5.

Die Person, die nur die Hälfte der Sendung gesehen hat, wird nur zur Hälfte mit einberechnet. Ist also nur ein halber Zuschauer.

Die "30 Mio." kommen auf diese Art und Weise zustande - und zwar auf Sekundenbasis.

Es gibt noch eine andere Zahl, die sogenannte "Nettoreichweite", die aber öffentlich nicht ausgewiesen wird. Diese liegt grundsätzlich über der Zuschauerzahl, meist sogar deutlich darüber. Diese gibt wieder, wieviele Personen tatsächlich während einer Sendung zugeschaut haben - und zwar unabhängig davon, wie lange (ob nur einen Augenblick, etwas länger oder die ganze Sendungslänge).

Im Falle von Fußballtournieren (die einzige Gelegenheit bei denen es zu "30 Mio. Zuschauern" kommt) sind das zwischen 50 und 60 Millionen. Packe ich dann noch das nicht erfasste Public Viewing dazu, wird verständlich, warum bei einer Zahl von "30 Mio." (bei einer Bevölkerungszahl von knapp 80 Mio.) von "ganz Deutschland" gesprochen werden kann.
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"Im Kino gewesen. Geweint." (Franz Kafka)
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