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Alt 07.01.2013, 20:27
PiJay PiJay ist offline
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Standard AW: Pi-Jays Baut mehr Autos & Mark G.'s Möchtegern-Rundumschlag

Bei Arnie klingt fast ein bisschen so, als hätten es viele deutsche Produzenten und Verleiher mit ganz vielen Genrefilmen versucht, die aber leider alle gefloppt sind, während es keinen einzigen Misserfolg bei den Kinderfilmen oder Komödien gab. Ja, es stimmt, dass fast alle Versuche der letzten Jahre, einen Genrefilm zu machen, unter den Erwartungen liefen (Schutzengel mit 700.000 Besuchern würde ich nicht unbedingt als Flop bezeichnen, kenne allerdings das Budget nicht), es stimmt aber auch, dass die überwiegende Mehrzahl der so genannten Relevanzfilme an der Kinokasse gescheitert sind. Konsequenterweise müssten die Produzenten dann auch auf Sozialdramen und anspruchsvolle Literaturverfilmungen verzichten, denn für die gilt im selben Maße, dass niemand sie sehen will.

Tatsache ist, dass es jede Menge Produzenten gibt, die unheimlich gerne Genrefilme produzieren würden, z. T. auch entsprechende Stoffe in der Schublade haben, aber die genau wissen, dass sie damit nicht bei der Förderung oder einem TV-Sender vorstellig zu werden brauchen, weil sie niemals Geld dafür bekommen würden. Aus diesem Grund machen alle Kinderfilme, Komödien und Literaturverfilmungen, weil sie genau wissen, dass sie diese auch finanziert bekommen – und eben nicht nur, weil sie beim Publikum auf Akzeptanz stoßen. Ich bin sicher, hätten die Produzenten die Möglichkeit, Thriller oder Horrorfilme zu machen, sie würden es tun, und dann wäre, wie bei den Komödien, auch der eine oder andere Hit dabei. Mit „Abwärts“ oder „Die Katze“ hat es früher z. B. auch erfolgreiche deutsche Thriller im Kino gegeben, noch früher waren auch noch andere Genres beliebt. Daran könnte man wieder anknüpfen, und die Briten haben immerhin bewiesen, dass Originalität nicht unbedingt eine Frage des Budgets ist.

Ohne einen Fernsehsender als Co-Produzenten kann man praktisch keinen Kinofilm machen. Ohne Förderung auch nicht. In den Fördergremien sitzen zum Teil ebenfalls Fernsehleute. Die Sender bestimmen also maßgeblich, welche Kinofilme produziert werden, und alle scheinen das ganz wunderbar zu finden. Vielleicht weil Deutschland das beste Fernsehprogramm der Welt hat? Aber möglicherweise bin ich ja wirklich einer der ganz wenigen, die das merkwürdig finden und die traurig darüber sind, dass so viel Talent, so viele Möglichkeiten einfach verschwendet werden.

Das System ist wie es ist und wird sich auch nicht ändern, und anscheinend haben sich die meisten damit abgefunden. Warum auch nicht? Auch ein Dominik Graf macht ja Relevanzfilme. Ich selbst habe in 2012 genau einen deutschen Film (von den Co-Produktionen, bei denen man oft nicht weiß, dass es deutsche Filme sind, abgesehen) im Kino angeschaut, und das nicht, weil ich ihn unbedingt sehen wollte, sondern weil ich den Regisseur kenne und wissen wollte, was er daraus gemacht hat. Ich sehe auch kein deutsches Fernsehen mehr. Danny K. hat ähnlich argumentiert – wer braucht schon den deutschen Film? Schaut man sich die Top 20 von 2012 an, kennt man die Antwort.
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