Thema: Filmtheorie Wird das Kino schlechter?
Einzelnen Beitrag anzeigen
  #7 (permalink)  
Alt 17.04.2012, 13:17
Benutzerbild von S.W.A.M.
S.W.A.M. S.W.A.M. ist offline
Irgendwas mit Raumschiffen
 
Registriert seit: Feb 2008
Ort: Melmac
Beiträge: 2.612
Blog-Einträge: 58
S.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich sein
Standard AW: Wird das Kino schlechter?

Das mit den Zyklen wundert mich ein bisschen. Man muss nichtmal soweit zurück gehen: So um '99/2000 rum hätte ich noch gesagt, es geht bergauf. Da gab es Filme wie "The Big Lebowski", "Fight Club", "American Beauty", "Matrix", "Gladiator", "Blair Witch Project", "American History X", "The Sixth Sense"... alles sehr erfolgreiche, frische Produktionen (die man natürlich nicht alle gleichermaßen mögen muss, tu ich auch nicht). Und extrem breit gefächert sowohl in Sachen Anspruch als auch Ausrichtung, Spaßfaktor und Stil. Und dann ging's auf einmal bergab. So ein handelsüblicher Zyklus, wie es ihn bis dahin öfter mal gab, sollte eigentlich ein paar Jahre länger dauern...

Kann sich noch jemand an die Zeit erinnern, dass einem klar war, dass man einen guten Film gesehen hat, wenn er möglichst keine einzige schlechte Szene, dafür aber wenigstens eine großartige Szene hat, die im Gedächtnis bleibt und anhand derer man den Film auch jederzeit wieder erkennen kann?
Ich nehm als Beispiel jetzt extra mal einen Krawall-Blockbuster: Bei "Speed" war der zentrale Stunt und in so einem Film damit automatisch auch die zentrale Szene, die, in der die den Bus haben springen lassen. Waaah! Einen Bus! Fantastisch! Ich weiß auch sofort, von welchen Filmen geredet wird, wenn ich ein Bild von Tom Cruise sehe, der an Kabeln hängend in einem völlig steril-weißen Raum über dem Boden hängt und in ein Keyboard tippt, oder wenn Cary Grant von einem Doppeldecker über ein kahles Feld verfolgt wird, vierbeinige riesige Kampfmaschinen durch eine Eiswüste stapfen und ein DeLorean beschleunigt wird, während am anderen Ende der Straße ein verwirrter Professortyp an einer Rathausuhr hängt und versucht, ein Kabel zu reparieren...

Was habe ich dagegen heute? Ein permanentes gleichförmiges Dröhnen. Ich sag nicht mehr "'Der weiße Hai'? Das ist doch der Film, wo ein riesiger Hai auf ein Boot springt und es einfach in zwei Teile teilt!", sondern sowas wie "'Transformers'? Das ist doch der Film wo Roboter rumlaufen und schießen und sich prügeln und danach wieder rumlaufen und schießen und sich prügeln und danach wieder, oder?" Gut, ich gebe zu, dass es sowohl in "Transformers 1" als auch in 2 jeweils EINE markante Szene gibt und beide haben mit Megan Fox zu tun, die sich irgendwie nach vorne beugt...

Mal ehrlich: findet ihr nicht, dass wir es da mit einem tierischen Qualitätsgefälle zu tun haben?

@ Cowgirl: Ich sage ja nicht, dass es nicht immer noch eine Menge - von mir aus sogar genauso viele - gute, kleine Filme gibt (wie vielleicht "Shame", "Drive", "Marcy May..." etc). Die haben mir auf Dauer aber nie soo viel gegeben wie dir. Ich liebe Blockbuster! Und ich vermisse einfach tierisch die großen Filme auf der großen Leinwand, die einen Riesenspaß gemacht haben, aber trotzdem nicht völlig zum Hirn-Ausschalten da waren. Wir können uns doch in dem Bereich nicht nur noch auf den Nolan verlassen. Und Comicverfilmungen sind eigentlich ein Extra-Thema...
__________________
Soylent Green is people!
Mit Zitat antworten

Diesen Beitrag teilen: