Thema: Filmtheorie Wird das Kino schlechter?
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Alt 17.04.2012, 03:39
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Standard Wird das Kino schlechter?

Aus gegebenem Anlass (siehe Battleship-Thread) finde ich, dass es mal wieder an der Zeit ist, sich zu streiten:

Angesichts jüngster Entwicklungen des Hollywoodskinos (kleine Statistik zur schwindenden Kreativität - ich hoffe, der Flex erschießt mich jetzt nicht, weil ich den Link schonmal gepostet habe... ich schwöre, ich habe keine kommerziellen oder sonstigen Verbindungen zu der Seite ) habe ich mich gefragt und mich auch schon mit dem einem oder anderen (hier, bei Facebook und sogar im richtigen Leben) deswegen gezofft, ob man als zahlender Kinogänger den Quatsch denn noch weiter mitmachen sollte.

Mit den derzeit laufenden Filmen "Battleship", der zugegebenermaßen weder ein Remake, noch eine Fortsetzung, noch die nie herbeigesehnte Verfilmung einer 80er-Jahre-Fernsehserie und sogar nichtmal eine Comicverfilmung ist aber dennoch von seiner Grundidee und seiner "Vorlage" her an Dämlichkeit alles in den Schatten stellt, was in den letzten Jahren so groß in den Kinos gelaufen ist, der Comicverfilmung "The Avengers", auf den schon seit Jahren hingearbeitet wurde, indem man möglichst jedem auftauchenden Helden mal schnell wenigstens einen Film verpasst hat und der jetzt wohl - so lautet IMO die Kalkulation - alle Fans von allen Superhelden zusammen ins Kino locken soll, und nicht zuletzt dem Hörensagen nach schlecht in 3D konvertierte ältere Filme wie "Star Wars" oder "Titanic", sollte eines klar sein: Man hat in den Autorenstuben Hollywoods entweder keine Ideen mehr oder sie werden einfach nicht verfilmt.
Nach einem Rekordjahrzehnt in Sachen Remakes, Fortsetzungen und (die zähle ich mal vorsichtshalber dazu) aberwitzig vielen Comicverfilmungen (die sich allesamt jederzeit zum Franchise verwursten lassen, weil das Prinzip der Fortsetzungsgeschichte ja ohnehin den meisten Comics innewohnt), frage ich mich und euch, ob man den Quatsch noch mitmachen sollte.

Die guten Drehbuchautoren sind nicht alle tot. Manche, die früher wirklich gute Sachen geschrieben haben, machen mittlerweile so gut wie gar nichts eigenes oder gutes mehr (ich packe hier mal Ehren Kruger als Beispiel rein, auf den ich einst aufmerksam wurde, weil er "Arlington Road" geschrieben hatte und seitdem "Scream 3", "Transformers 2 + 3", "The Ring 1 + 2"...), andere haben sich dem Serienschreiben verpflichtet (David Benioff, einst "25th Hour" und "Stay", jetzt "Game of Thrones") und tatsächlich - oder scheint es mir nur so? - haben sich die US-Serien im selben Jahrzehnt, in dem die Filme mehr und mehr in der kreativen Kloake versanken (ja, ich übertreib jetzt mal ein bisschen), zu erstaunlichen und nie geahnten erzählerischen, technischen und kreativen Meisterstücken herangebildet (nur, um nicht völlig im luftleeren Raum zu philosophieren und ein paar Beispiele zu nennen "True Blood", "Breaking Bad", "Game of Thrones", "Carnivale", "Californication", "Dexter", "The Shield", "Mad Men", "Six Feet Under", "Deadwood", "Rome",...).

Die Ideen, die Kreativität und die Originalität sind also noch da, sie werden nur nicht mehr verfilmt. Ich weiß nicht, ob es an den mittlerweile exorbitanten Kosten liegt, dem viel beschworenen Bösen namens Internet, einem seltsamen Zeitgeist (auch so ein Begriff, dessen Sinn sich mir nie erschlossen hat) oder mal wieder ein Absacken von Hollywoods Kreativität bis zu dem Punkt, an dem sie mit jedem Blockbuster auf die Nase fallen und irgendwer einen "Easy Rider" rausbringt (und ich meine garantiert kein Remake ).

Die (Um-)Frage zielt also darauf ab, ob man nicht versucht, den Prozess ein bisschen zu beschleunigen (was wohl vergeblich ist) und nicht mehr in solche Filme geht (sollte es einen finanziellen Verlust geben, wird der wohl eh wieder nur den Raubkopierern - die ich natürlich trotzdem doof finde - in die Schuhe geschoben), oder man eigentlich genau diese Filme toll findet und sie sich erst recht zehnmal anschaut (ich übertreibe immer noch) oder einem einfach alles ist

Beste liebe Grüße, SWAM
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