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Alt 03.03.2018, 22:56
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Fear X - Im Angesicht der Angst (2003)

Der gute rost hatte anno 2005 schon den richtigen Riecher, als er Nicholas Winding Refn und sein Schaffen in einem Thread vorstellte.
Nach "Pusher" und "Bleeder" war "Fear X" sein erster "ausländischer" Film, nahezu komplett in Kanada gedreht wurde.
Und aufgrund seines Flops (wohl auch Hand in Hand mit ein paar sehr unschönen Rezis) dafür sorgte, dass Refns Produktionsfirma daran Bankrott ging.
Also zurück zu "Pusher" (II und III) - und danach lief es dann erfolgsmäßig gesehen.
Der hier scheint - auch in der Bewertung auf "imdb" (6,0 Wert bei bislang 5.908 Stimmen) - wohl weiterhin das "Stiefkind" in Refns Vita zu bleiben.
Was ich im Verhältnis 50/50 nachvollziehen kann.
Ohne die "Pusher"-Trilogie bislang gesichtet zu haben.... aber allein die Fallhöhe der Erwartung der damaligen Fans und Kritiker die ihn "für sich" damals Ende der Neunziger entdeckt hatten, dürfte für diese Bewertungen Pate gestanden haben...

Harry Caine (John Turturro - großartig als menschlicher Einsiedlerkrebs) hat (k)ein Leben. Mehr.
Seit dem Tag, an dem seine schwangere Frau in der Tiefgarage der Shopping Mall in der er als Security beschäftigt ist erschossen wurde.
Der Täter ist bislang nicht gefasst worden und Harry darüber in eine seelische Starre verfallen, die er glaubt/hofft irgendwie durchbrechen zu können, wenn er eine Spur finden kann, die ihn mit dem Täter in Verbindung bringt.
Nahezu alle Überwachungstapes der Mall sind von ihm gesichtet worden.
Die Wohnzimmerwand ist eine Landkarte der Verdächtigen oder möglicherweise Wissenden.
Mehrfach erscheint seine Liebste ihm beim Blick aus dem Fenster im verschneiten Garten vor dem Haus und scheint vom fallenden dichter werdenden Schnee verschluckt zu werden. Doch jedes Mal erreicht sie das Haus gegenüber.
Das er daraufhin aufsucht.
Es soll vermietet sein (laut Makler) - doch Spuren eines oder mehrerer Leben finden sich kaum.
Bis auf ein Kameranegativ, das er entwickeln lässt.
Und auf den teils verwackelten Motiven Hinweise findet, die ihn eine Reise antreten lassen....

Dürfte sich für Refn-Fans als ähnlich streitsamer Beitrag seiner Vita darstellen, wie Tarantinos "Jackie Brown".
Man hatte zu diesem Zeitpunkt halt SOWAS wohl nicht gänzlich erwartet.
Hab ich ein Glück, dass der hier auch wieder ein paar Jahre brauchte um heute in meinen Player zu flutschen.
Dass draußen vorm Wohnzimmerfenster zusätzlich noch Schnee lag, passte zur ersten Hälfte des filmischen Geschehens.
Ansonsten muss noch die zweite Hauptfigur - über die ich sonst hier nix verraten möchte (sie erscheint überhaupt erst In Minute 50 des Films herum) - erwähnt werden: dargestellt von James Remar (einer der seit Jahrzehnten verlässlichen aus der zweiten Reihe und den meisten als Ziehvater von "Dexter" bekannt), liefert dieser die meiner Meinung nach beste Leistung seiner Karriere ab. Selten ein soviel an innerer Zerrissenheit und Pflichtgefühl serviert bekommen.
Seine filmische Ehefrau darf Kara Deborah Unger geben.
Umgesetzt nach einem Stoff von Hubert Selby, Jr. - dem wir die Vorlagen für (den nach wie vor sensationellen) "Requiem for a dream" und "Letzte Ausfahrt Brooklyn" verdanken - stellt sich hier der Kampf zweier Menschen um ihrer beider Seelenheil dar.
Wobei der eine glaubt ohne das Wissen und das daraus gewonnene Verständnis nicht glücklich werden zu können - der andere genau dies besitzt, darüber allerdings auch nicht glücklich ist.
Auch wenn am Ende vielleicht nichts klar scheint - man kann durchaus zwei mögliche Szenarien im eigenen Kopf mit den gereichten Punkten der letzten Szenen erstellen. Dies mag manchem vielleicht auch zu simpel anmuten, aber sowohl Selby wie auch Refn haben die Simplifikation des Lebens durchaus erkannt. Und als daraus gewonnenes Ergebnis einfach folgendes: "Manches muss man einfach akzeptieren - ansonsten höhlt es einen bis auf die Knochen aus"
Was meine Haltung zu innerem Frieden nach all den Jahren vortrefflich auf den Punkt bringt.
Was ebenfalls für den Film spricht, ist der kaum vorhandene Score (im Gegensatz zu den späteren allseits geschätzten Werken, in denen der Score meist narritives Mittel ist).
Hier regiert sehr oft und sehr lange das Schweigen.
Und das wirkt manchmal ohrenbetäubender als Soundcollagen!
Von mir gibt´s dafür eine 8/10
(Wobei ich mir denke, dass die Akzeptanz dieses Filmes durchaus mit zunehmendem Alter ansteigen kann - Jungmenschen auf der Suche nach dem coolen Kick mag der vielleicht auch noch wie eine Predigt vorkommen - da hatte "Only God forgives" doch weitaus mehr davon. Aber den Segen einer so unfassbar charakterlich grausamen Filmmutter, dass das dort weniger ins Gewicht fiel)
__________________
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Geändert von scholley007 (03.03.2018 um 23:00 Uhr)
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Alt 03.03.2018, 23:05
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Standard AW: Fear X - Im Angesicht der Angst (2003)

Mir hat der sehr gut gefallen. Für meinen Geschmack teilweise ein wenig zu sehr dem kleinen Coen-Stück "Barton Fink" nachgelaufen, aber ansonsten recht sehenswert. Das Ende hat mich leider auch sehr unbefriedigt zurück gelassen und im Großen und Ganzen hatte ich das Gefühl, dass Refn selber nicht so recht wusste, was er hier wollte und aufgrund der Produktionsschwierigkeiten auch letztlich im Schnitt mehr flicken musste als geplant war.

Aber der Film hat fantastische Schauspielleistungen, eine bedrückende, lynchesk-coeneske Atmosphäre und war zumindest mal was Anderes. Insofern: Alles gut!
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