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Fox 04.05.2008 11:36

Die Wolke (Gregor Schnitzler, 2006)
 
Infos:
Die Wolke - Infos zum Film | Trailer, Plakat, Bilder, Kritiken, News | MovieGod.de

Filmkritik:
Die Wolke | Kritik | (Filmkritik) | MovieGod.de

Habe den Film im Kino verpasst, obwohl mich die Story damals schon sehr gereizt hat. Allein schon weil solche Themen im deutschen Film ja doch eher selten gestreut sind. Zugegeben, der Störfall im AKW steht nicht so sehr im Vordergrund wie das Schicksal der zwei Hauptfiguren. Ein Gefühl für das, was in einem solchen Fall vermutlich passieren würde, bekommt man aber trotzdem ganz gut. Das hat mich eigentlich am meisten beeindruckt, wie realistisch die Darstellung der Katastrophe geblieben ist... keine unnötig übertriebene Dramatik, keine normalen Menschen, die sich in Superhelden verwandeln angesichts der Situation. Stattdessen folgt auf jeden kleinen Funken Hoffnung wieder ein Rückschlag, ohne dass man aber das Gefühl bekommt, hier würden alle dramatischen Entwicklungen in das Schicksal einer Person gepresst.

Die tollen Darsteller und die teilweise wirklich sehr beeindruckenden Bilder tun da natürlich ihr übriges... ein toller, bewegender und trotz der beängstigenden Ausgangslage irgendwo Hoffnung machender Film.
Und grade wegen der realistischen Darstellung auch etwas, das einem nach dem Abspann noch im Hinterkopf bleibt - weil der Auslöser eben keine aus dem Nichts gegriffene Bedrohung ist.

S.W.A.M. 04.05.2008 13:27

AW: Die Wolke (Gregor Schnitzler, 2006)
 
Ich hab den auch als sehr beeindruckend in Erinnerung. Gerade die Entscheidung, vom Störfall selbst nicht allzu viel zu zeigen, sondern ihn mehr oder weniger nur als unglaubwürdiges Gerücht, das sich immer mehr zu einer Tatsache steigert, darzustellen, hat dem Film mehr als gutgetan, da erst dadurch der bedrohliche Realismus des Ganzen entsteht, der es glaubwürdig macht.
Und die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank weg sehr gut, nie übertrieben, aber trotzdem emotional genug, um von der Angst angesteckt zu werden.

vogel 04.05.2008 13:43

AW: Die Wolke (Gregor Schnitzler, 2006)
 
Das Katastrophending war rundum gelungen, aus bereits genannten Gründen, aber dieses Liebesblabla fand ich mehr als lahm. Brauchte der Film nicht, brauchte ich nicht.

S.W.A.M. 04.05.2008 14:02

AW: Die Wolke (Gregor Schnitzler, 2006)
 
Zitat:

aber dieses Liebesblabla fand ich mehr als lahm. Brauchte der Film nicht, brauchte ich nicht.
Da bin ich noch was gespalten. Einerseits braucht der Film definitiv auch eine positive Botschaft, irgend etwas, was einem auf anderem Wege wieder Hoffnung verschaffen kann, andererseits läuft gerade dieser Weg dem eigentlichen Ansinnen des Films etwas zuwider, da es einen Rückzug ins Private vermittelt, als Flucht aus dem gesellschaftlich-politischen Kontext, wo man vielleicht etwas hätte erreichen können, bevor es zu spät ist. Damit folgt die Aussage leider dem altbekannten deutsch-bürgerlichen Schema: Mir egal, was die da oben tun, solange es mir privat gut geht.
Nur wird das "glücklicherweise" durch das Ende
Spoiler: Anzeigen
(der Freund wird sterben)
wieder abgeschwächt, da die Gesellschaftliche Katastrophe nicht vor dem Privatleben Halt macht und daher diesen Weg eigentlich verbietet... Ich weiß es nicht. Ist das gut? Schlecht? Mal nochmal nachdenken gehen...

Fox 04.05.2008 14:41

AW: Die Wolke (Gregor Schnitzler, 2006)
 
Zitat:

Zitat von S.W.A.M. (Beitrag 194391)
Damit folgt die Aussage leider dem altbekannten deutsch-bürgerlichen Schema: Mir egal, was die da oben tun, solange es mir privat gut geht.
Nur wird das "glücklicherweise" durch das Ende
Spoiler: Anzeigen
(der Freund wird sterben)
wieder abgeschwächt, da die Gesellschaftliche Katastrophe nicht vor dem Privatleben Halt macht und daher diesen Weg eigentlich verbietet... Ich weiß es nicht. Ist das gut? Schlecht? Mal nochmal nachdenken gehen...

Ich weiss nicht, das habe ich mehr als ein "Wir trotzden der Situation" bzw. "wir machen das beste draus" gesehen und eben als Möglichkeit seinem eigenen Leben wieder etwas Sinn zu geben und nicht einfach aufzugeben. Zeigt sich ja auch ganz gut, indem Elmars Eltern sozusagen als Gegenbeispiel dienen konnten, die eher aufgegeben haben.

schlimmagehtsnimma 05.05.2008 00:02

AW: Die Wolke (Gregor Schnitzler, 2006)
 
Ich seh das eigentlich ähnlich wie ihr.
Film hat mir sehr gut gefallen, die Liebesgeschichte stand halt für mich persönlich ein bisschen zu sehr im Mittelpunkt.
Hab das Buch mit etwa 11 in der Schule gelesen, das ist also eine Weile her, aber ich bilde mir ein, dass diese Liebesgeschichte im Film sehr ausgebaut wurde, konnte mich nämlich an die gar nicht erinnern... aber wie gesagt, ist schon eine Weile her.
Sollte mal wieder das Buch hervorkramen und nachschauen. ;)

Fox 05.05.2008 08:07

AW: Die Wolke (Gregor Schnitzler, 2006)
 
Ich kenne die Vorlage - wie immer - nicht, meine aber auch gelesen zu haben, dass dieser Teil der Story so nicht im Buch war.

Aber irgendwie war das Buch bei uns in der Schule auch nicht DIE Pflichtlektüre wie man das sonst von überall her hört.

schlimmagehtsnimma 05.05.2008 12:45

AW: Die Wolke (Gregor Schnitzler, 2006)
 
Mach dir nichts draus, ich hab dafür "die Welle" nicht gelesen.
Wir konnten uns nämlich in der Schule für eins der 2 als Klassenlektüre entscheiden und haben "die Wolke" genommen.
Man kann ja nicht alle Vorlagen gelesen haben. ;)

MH207 28.05.2008 01:59

AW: Die Wolke (Gregor Schnitzler, 2006)
 
Heute DIE WOLKE zum ersten Mal gesichtet. Aus irgendwelchen (mit heute nicht nachvollziehbaren) Gründen ihn vor zwei Jahren im Kino verpasst. Bin wirklich über 'nur' etwas über 400T Besuchern überrascht ...

Ziemlich beeindruckend - teilweise richtig starker Tobak
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Die Art und Weise, wie der kleine Bruder 'Uli' bei der Flucht ums Leben kommt.
Da ich das Buch nicht kenne, kann ich das In-Szene-setzen der beiden Hauptcharakteren nicht beurteilen, aber die dramaturgische Inszenierung bleibt definitv im Gedächtnis haften. Und die Message, wie schon beschrieben, kommt auch nicht oberlehrerhaft rüber. Wie gesagt, teilweise richtig beeindruckend ...


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