Kinoforen.de

Kinoforen.de (http://forum.moviegod.de/)
-   2000-2009 (http://forum.moviegod.de/2000-2009/)
-   -   Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Ben Affleck, 2006 (http://forum.moviegod.de/2000-2009/12254-gone-baby-gone-kein-kinderspiel-ben-affleck-2006-a.html)

Flex 18.04.2008 21:05

Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Ben Affleck, 2006
 
Get the Flash Player to see this player.
> Dieses Video in besserer Qualität auf MovieGod.de ansehen


Infos:
Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Infos zum Film | Trailer, Plakat, Bilder, Kritiken, News | MovieGod.de

Das Regiedebut von Ben Affleck, und sein kleiner Bruder in der Hauptrolle - das ist man doch eher vorsichtig mit seinen Erwartungen.

Haben sich etwaige Befürchtungen bestätigt oder nicht, was meint Ihr?

Dean Keaton 20.04.2008 17:09

AW: Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Ben Affleck, 2006
 
De Trailer finde ich nicht schlecht. Der hat irgendetwas und macht mich schon neugierig. Mal gucken wie das gesamt Produkt aussieht.

Ich leih mir den Film mal aus und berichte dann.

S.W.A.M. 21.04.2008 13:18

AW: Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Ben Affleck, 2006
 
Ben Affleck sollte ja im Allgemeinen schon zum Misstrauen anregen... Casey ist da schon was talentierter, denke ich. Aber Morgan Freeman und Ed Harris... das kann nicht wirklich schlecht werden. Und Michelle Monaghan ist sowieso zum Anbeten.

Ich denke, der wird gut.

Cecil B. 22.04.2008 22:30

AW: Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Ben Affleck, 2006
 
Morgan Freeman hat schon bessere Tage gehabt. Down with Evan Allmighty

Marv 22.04.2008 23:20

AW: Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Ben Affleck, 2006
 
An Gone Baby Gone bin ich mit Vorsicht herangegangen: Mystic River (Vorlage auch von Dennis Lehane) hat mich damals so mitgenommen, dass ich mir das nicht nochmal antun wollte.

Präziser zu Mystic River:

Spoiler: Anzeigen
Warum tut die Frau von Jimmy (Sean Penn) so, als hätte er eine Medaille verdient, weil er seinen stotternden, gebrochenen Kindheitsfreund abgestochen hat? Warum bleibt Sean (Kevin Bacon) ganz locker, obwohl er weiß, was passiert ist? Im Buch versichert er der Witwe wenigstens, dass er Jimmy für den Mord kriegen wird. Im Film scheint er dagegen vollauf zufrieden und gleichgültig, als die aufgelöste Witwe bei der Parade vorbeiläuft.
Ja, Filme mit deprimierendem Ende sind eine Seltenheit, aber manchmal geht mir sowas schon so an die Nieren, dass mir ein Happy End lieber wäre.


Nun zu Gone Baby Gone:

Während des ersten Akts war ich zuversichtlich nicht niedergeschmettert zu werden, da der Film einen ganz eigenen Humor hat, z.B. Ed Harris als abgebrühter Cop, den nichts erschüttern kann, und Sachen sagt wie:

Spoiler: Anzeigen

"Oh, sounds familiar."
"No. It don't "sound familiar", Helene. He's a violent sociopathic Haitain criminal named Cheese. Either you know him or you don't."


Mit dem ersten Höhepunkt, in diesem Fall besser gesagt, mit der ersten Katastrophe gerät der Film etwas ins Trudeln.

Spoiler: Anzeigen
Casey Affleck findet zufällig ein weiteres entführtes Kind --> Ed Harris verplappert sich --> Erste Aha-Rückblende --> Cops beim Verhör erwähnen eine Ungereimtheit --> Zweite Aha-Rückblende --> Casey Affleck geht noch eine Stufe höher = Morgan Freeman hat das Mädchen


Obwohl ich mir bei dieser Auflösung dachte "Das darf noch wohl nicht wahr sein.", stand ich während der letzten zehn Minuten wieder am Rand des Mystic River-Lochs. Ich bin aber nicht reingestürzt, was einerseits bedeutet, dass Ben Affleck es nicht geschafft hat, mich emotional so stark zu involvieren wie Eastwood, andererseits kann ich jetzt, wenn ich das hier fertiggeschrieben habe, etwas anderes machen, ohne dass mir der Film im Kopf rumort.
Was mich bei Gone Baby Gone beschäftigt:

Spoiler: Anzeigen
Ich bin prinzipiell der Meinung des pensionierten Polizeiermittlers. Eine biologische Mutter und eine fürsorgende Mutter müssen mMn nicht die selbe Person sein. Der Privatermittler bringt auch ein seltsames Argument, wenn er sagt "You should have contacted social services!" Das heißt also: So lange eine staatliche Stelle über das Leben eines Kindes entscheidet, soll es in Ordnung sein, wenn es von ihrer Mutter wegkommt; wenn ein Polizist und Vater diese Entscheidung trifft, aber auch zugebenermaßen radikale Mittel dafür anwendet, muss das Kind in jedem Fall wieder zurück, selbst wenn es ihr besser geht? Ich spreche hier natürlich nicht von der richtigen Welt, sondern denke nnerhalb der Logik des Films; und hier ist die Frau sicher keine Person, die für ein Kind sorgen kann, während der Polizeichef dem Kind ein gutes Leben bietet. Die Frage "Wer darf über ein Kind entscheiden bzw. Welche Mittel sind dafür anzuwenden?" wird wohl absichtlich nur aufgeworfen, und nicht beantwortet. Darauf hat Dennis Lehane (bzw. Drehbuchautor Affleck + Kollege) wohl auch keine Antwort. Das Schlussbild kommt mir so vor, als wäre der Privatermittler nun für das Mädchen zuständig, während die Mutter wieder nur Mist baut. Da hätte er sie auch gleich dort lassen können, wo sie war.

Dean Keaton 16.05.2008 21:34

AW: Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Ben Affleck, 2006
 
Fand den Film richtig gut. Ich muss zwar auch Marvs Kritikpunkt zustimmen (dritter Spoilerkasten), aber darüber kann ich hinweg sehen, weil mich der Film auch im Nachhinein beschäftigen wird.
Spoiler: Anzeigen
Ich hätte wohl auch wie Freeman entschieden und ich habe auch gehofft, dass sich der Privatermittler doch noch dazu durchringen kann, das Mädchen einfach da zu lassen.

Casey Affleck spielte sehr gut (war der erste Film, wo ich ihn richtig wahrgenommen habe). Er hat auf jeden Fall mehr drauf, als sein Bruder.

Doc Lazy 17.05.2008 16:47

AW: Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Ben Affleck, 2006
 
Zitat:

Zitat von Dean Keaton (Beitrag 196622)
Casey Affleck spielte sehr gut (war der erste Film, wo ich ihn richtig wahrgenommen habe). Er hat auf jeden Fall mehr drauf, als sein Bruder.

"auf jeden Fall"??? :wrong:

Dean, fast hätt ich dafür ne schlechte Bewertung reingedrückt. Wie willst du das beurteilen? Da spielen doch schlicht und ergreifend zu viele Faktoren eine Rolle. Aufgrund schlechter Drehbücher, schlechter Schauspielerführung oder einer schlechten Boulevardpresse?
Keine Sorge, ich bin kein Ben Affleck Fan und einige seiner Filme waren wirklich schlecht (Gigli oder Pearl Harbour), doch die Schuld daran liegt nicht nur bei ihm, das solltest du als aufgeklärter Filmfan eigentlich besser wissen.

Und darf ich dich daran erinnern, wer hier für Drehbuch, Regie und die Führung Casey Afflecks verantwortlich ist?

Einer differenzierten Kritik muss ich nicht zustimmen, aber ich kann sie respektieren. Aber bei einer solch pauschalen Aussage bekomm ich Bauchschmerzen. Ist sogar noch schlimmer als beim "Der Film ist richtig/sehr/wirklich gut.".

S.W.A.M. 01.02.2014 13:24

AW: Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Ben Affleck, 2006
 
Nachdem ich "The Town" und "Argo" gesehen und für gut befunden habe, musste dann endlich auch mal Afflecks Erstlingswerk sein.
Und ich muss sagen, dass der mich doch trotz einiger oben von Marv schon bemängelter Unstimmigkeiten in der Dramaturgie sehr beeindruckt hat. Für einen Debütfilm (was den Vergleich zu "Mystic River" ein wenig unfair erscheinen lässt) ist das ganz große Klasse.
Wie auch in "The Town" dient die Rahmenhandlung viel mehr einer gelungenen Milieustudie in der Bostoner "wrong side of the tracks". Morgan Freeman und Ed Harris dienen dem Film hauptsächlich als erdende Ritterschläge, während die Show komplett an Casey Affleck hängt, der - und da muss ich Dean Keaton - durchaus beipflichten, hier wieder einmal zeigt, dass er schauspielerisch zumindest deutlich interessanter ist als sein Bruder.

Und ich mochte das Dilemma, in dem man am Ende fest hängt, sehr. Ich glaube nicht, dass die Offenheit der gestellten Frage - wie Marv glaubt - etwas damit zu tun hat, dass Regisseur und Drehbuchautor die Antwort selber nicht wussten und deshalb zu faul waren, sie zu geben. Eine gestellte Frage ist nunmal IMMER interessanter als eine dahin geklatschte Antwort (selbst wenn sie halbwegs begründet wird).

Spoiler: Anzeigen

Ich bin mir nicht sicher, ob Freeman das Kind hätte behalten sollen oder nicht. Und die Frage turnt mir auch einen Tag später noch durch's Gehirn, was im Allgemeinen ein gutes Zeichen ist.


Einziges Problem stellt für mich dar, dass einige der deftigen Twists doch meistens vorhersehbar und an keiner Stelle wirklich überraschend waren.
Trotzdem ein gut gespielter, Michelle Monaghan zeigender, packender Film.

Und um nochmal auf den unfairen Vergleich zu "Mystic River" zurück zu kommen. Ich fand "Gone Baby gone" bei weitem nicht so zerfahren wie Eastwoods Film. Aber das Problem habe ich häufig bei Filmen vom Clint (vor allem gegen Ende... irgendwie weiß der Mann nie, wann er die Abspanncredits starten muss).

"Gone baby gone" fand ich auf jeden Fall sehr gelungen und der wird definitiv nochmal geschaut.

scholley007 01.02.2014 14:42

AW: Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Ben Affleck, 2006
 
Empfehle Dennis Lehanes fuenf Buecher um das Bostoner Detektivpaetchen. Das hier war ihr dritter Fall. Und so sehr ich die Verfilmung hiervon moegen wollte und schlussendlich nun mag - die Lektuere des Buches hat mich noch viel viel kaelter erwischt, als die Verfilmung dies vermochte.
Und die Besetzung von McKenzies Kumpel Bubba war fuer mich die groesste Fehlbesetzung ueberhaupt. Morgan Freeman allerdings gleich dahinter: sein "elder statesman"-Habitus hat nix aber auch gar nix mit seiner literarischen Figur zu tun - explizit nicht zum Schluss. Das gnadenlos tieftraurige Ende vermag da etwas zu retten, aber net alles...


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 06:43 Uhr.

Powered by vBulletin® Version 3.8.0 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2019, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.3.0
Dieses Forum wird gehostet von MovieGod.de - Wer mit Popcorn schmeißt, fliegt raus.