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Alt 08.03.2008, 21:58
Benutzerbild von reykjavik
Stammgast
 
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reykjavik ist (noch) nicht aufgefallen
Standard Ex Drummer (2007)

dries van hegen (schlagzeug) ein studierter erfolgreicher schrifsteller.er lebt mit seiner freundin lio in einer luxuswohnung und erfreut sich des öfteren an gruppensex

...

dries wird von drei abgefuckten musikern (gesang,guitarre,bass) gefragt, ob er bei ihrer band mitmachen will.
einzige voraussetzung: er brauch ein handicap (behinderung)

jan (bass) ist schwul, hat einen steifen arm und ein mehr als gestörtes verhältis zu seinen eltern

koen (gesang) ist paranoid,schlägt grundlos frauen den kopf ein und fickt jan´s glatzköpfige mutter

ivan (guitarre) ist fast taub und lebt mit seiner drogensüchtigen freundin und ihrem gemeinsamen kind in einer zugemüllten wohnung

dries hat selbstverständlich kein handicap aber um dennoch mitmachen zu können sagt er einfach, sein handicap sei, er könne kein schlagzeug spielen ....


....der grund? er will ein buch über diese unterschicht schreiben.


ich will jetzt nicht auf jedes stilmittel und jede brutale szene eingehen aber um dennoch koen mortier´s film näher zu beschreiben, seien ein paar vergleichbare filme genannt:

irreversible, clockwork orange, trainspotting

und genau aus diesen (auch noch ein paar mehr) filmen ist alles so ein bisschen zusammengeklaubt ... gewalt, sex, drugs und rock´n´roll

hier werden zwar keine tabus gebrochen, die nicht schon in anderen filmen zur ansprache kamen aber dennoch ist das gesamtwerk einzigartig (meines wissens )


von mir gibts deshalb 9 von 10 blutverschmierten guitarren
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Alt 08.03.2008, 22:43
Benutzerbild von Celdur
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Celdur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich sein
Standard AW: Ex Drummer (2007)

Da ist mir dann doch einer zuvorgekommmen. Hab die Vorstellung im hier Forum immer vor mir hergeschoben, weil ich mir nie ganz darüber im Klaren war, wie ich dabei vorgehen soll.
Aber nun ist's ja egal.

Zuallererst: Ich finde Ex Drummer großartig.
"Zusammengeklaubt" finde ich in Bezug auf ihn aber stark übertrieben und die genannten Beispiele auch nicht voll treffend. Das wird seiner starken Innovativität auch nicht gerecht.
Die Motivation der Band und der Grund, weshalb das Ganze überhaupt seinen Lauf nimmt, ist übrigens der, dass sie bei einem lokalen Contest als Sieger hervortreten wollen.

Allein die Grundstimmung dieser übertrieben brutalen, schmutzigen Milieustudie, in der jeder durchgeknallt ist, ist 'ne Menge wert.
Der Film ist, trotz oder vielleicht auch gerade wegen seiner Extreme, nie negativ schockierend. Zumindest wirkte das bei mir so ... ich kann aber auch gar nicht exakt sagen, wieso dies der Fall ist. Garstiges zu sehen bekommt man schließlich zur Genüge.
Der ständige Wandel zwischen gefühlvoll, saukomisch und bitter ist ganz hervorragend gelungen.
Die Dialoge der Charaktere, die ausschließich alle eine "ist-mir-doch-egal"-Lebenseinstellung haben, sind tierisch witzig und teilweise driftet Ex Drummer so ins Absurde und Symbolische ab, dass allein deshalb schon ein eigentümlicher Filter zwischen der Gewalt und dem Zuschauer sitzt.
Die ersten 10 Minuten, in denen der Film, während aus dem Off eine Einleitung tönt, komplett rückwärts (nicht wie bei Irreversible, richtig rückwärts) abläuft und Koen, der in seiner Wohnung generell an der Decke wandert, sind nur zwei Beispiele aus einem gewaltigen Fundus.
Abschließen kann man aber doch nur sagen: Man muss ihn sehen, in Worte fassen lässt sich nämlich nicht, was dieser Film aufbaut.

Beim zweiten Schauen hatte ich aber den sonderbaren Eindruck, dass alle Szenen zu früh abbrechen. Hätte man überall ein paar Sekunden mehr geschenkt, käme vieles deutlich gewichtiger und stärker zur Geltung.
Das einzige, was man dem Film ankreiden könnte, ist, dass oftmals etwas übertrieben wird, was Kraftausdrücke und möglichst schockierend perverse Ausführungen angeht.

Aber egal, Ex Drummer ist auf jeden Fall ein Erlebnis, von Anfang bis Ende. Und die Musik (sollte bei einem Film über eine Band wohl nicht ganz außen vor bleiben) ist zudem auch noch fantastisch.

's wundert wohl niemanden, dass der Film Ende des Monats gerade über KinoKontrovers veröffentlicht wird.
Ich bin gespannt, wie die Synchronisation ausfallen wird ...
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I know i look great but i don't feel too confident.
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Alt 19.04.2008, 00:26
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Standard AW: Ex Drummer (2007)

Hab den Film bei meinem letzten MM Besuch in der Hand gehabt, aber nicht mitgenommen, weil ich mir nicht sicher war, ob sich 20 € für den Film lohnen.

Das, was hier geschrieben wird, klingt richtig interessant (vor allem wegen den Vergleichsfilmen, die reykjavik ufgezählt hat. Werde ihn mir demnächst zulegen (mist, das wäre schon wieder ein Blindkauf)
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Wenn man nie jemanden ins Vertrauen zieht, kann man schwerlich verraten werden. Kobayashi
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Alt 22.04.2008, 23:40
Statist
 
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Beiträge: 23
Cecil B. ist (noch) nicht aufgefallen
Standard AW: Ex Drummer (2007)

Fazit: FSK 16 ? .. OMG ! WTF ? 0.o
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Alt 31.05.2010, 11:41
Benutzerbild von dae-su
))<>((
 
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dae-su wird hier gemochtdae-su wird hier gemochtdae-su wird hier gemochtdae-su wird hier gemochtdae-su wird hier gemocht
Standard AW: Ex Drummer (2007)

Tristesse, Abescheu, Ekel und Hässlichkeit. EX DRUMMER sind 101 Minuten voll Widerwärtigkeit, eingefangen in abstoßenden, dreckigen, wunderschön-komponierten Bildern, unterlegt von einem traumhaften, harten Soundtrack. Regisseur Koen Mortier spielt mit Farben, bewegt sich in perfekt designeten Sets - und dann knallt er es einem hin, seine Geschichte, die nichts tut außer zu deprimieren. Runterzuziehen. Abzustoßen.
Das Kranke an diesem Werk ist, dass es eine ungeheure Faszination ausübt. Das Kranke ist, dass sich EX DRUMMER filmisch auf so hohem Niveau bewegt, dass es schwer fällt, nicht in seinen Bann gezogen zu werden (etwa die von Celdur angesprochene, rückwärts laufende Anfangssequenz). Es ist ein bisschen wie bei IRREVERSIBLE - eigentlich will sowas niemand sehen. Es tut förmlich weh, dem Treiben auf der Leinwand zu folgen. Aber man muss es tun. Man hat sich darauf eingelassen - und man bekommt, womit man rechnen musste: Man bekommt ein schmutziges kleines Meisterwerk aus Belgien, dass sich einen Scheiß darum schert, ob der Zuschauer es mögen wird oder nicht. Denn es zeigt es den Dreck, den Abschaum, die Widerwärtigkeit und die Tristesse, die existiert. Die es gibt. Es sterben wirklich zweijährige Mädchen im Dreck der drogenabhängigen Eltern. Es werden wirklich Männer über Jahre ans Bett gefesselt, weil die Familie nicht mehr mit ihnen umzugehen weiß.
EX DRUMMER zeigt die Gesellschaft, wo die Gesellschaft nicht hinsieht. Wo sie quasi nicht existent ist. Er zeigt die Grauzone. Es tut weh das zu sehen, aber es ist nötig. Und das gibt dem Film seine Daseinsberechtigung. Und macht ihn eben nicht zu einem sensationslüsternen schmutzigen Film, der sensationslüstern und schmutzig sein will. Und hebt ihn ab von Filmen, die diesen Schritt nicht schaffen. Und es macht ihn irgendwie zu einem guten Film. Einem schrecklichen, aber sehenswerten Film.

@Celdur: "Saukomisch" fand ich ihn höchstens die ersten zwanzig Minuten lang. Danach kippt er dermaßen ins Negative, dass es nur noch bitter ist und wehtut - zumindest mir gings so. Ansonsten kann ich dir nur Recht geben, wirklich in Worte fassen lässt sich das nicht.
__________________
Eine Passantin, die mitten im Regen den Schirm zusammenklappte, und sich naß werden ließ... Ein Schüler, der seinem Lehrer beschrieb, wie ein Farn aus der Erde wächst, und der staunende Lehrer...
-- Damiel in "Der Himmel über Berlin"
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  #6 (permalink)  
Alt 02.01.2012, 23:14
Benutzerbild von Celdur
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Celdur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich seinCeldur kann stolz auf sich sein
Standard AW: Ex Drummer (2007)

Ich hab diese Kerze von einem Film nun noch gefühlte hundert mal gesehen, in Wirklichkeit wohl öfter. Und diese durch und durch deprimierende Grundstimmung, die du unterstellst, mag sich bei mir immer noch nicht einstellen.
Klar, der Film ist hässlich und ein beispielloser Nihilist - dies aber auf eine solch überzeichnete, grotesk-heitere und bis zum Anschlag überstilisierte Weise.
Ich schätze, die Intention Koen Mortiers ist's tatsächlich gewesen, Betroffenheit durch diesen ätzenden Kontrast zu verursachen.

Ich aber kann und will mich gar nicht dagegen wehren, einfach in dieser formvollendeten Ästhetik aufzublühen. Die Bild-Ton-Kompositionen sind sowas von perfekt, dass man einfach gar nicht umhinkommt, dem Gesamtpaket mit etwas zu begegnen, dem Wohlgefühl zumindest sehr nahe kommt. Und so ging's auch der Hundertschar von Jüngern, denen ich diesen Film in den letzten Jahren vorgeführt habe.
Zum Glück, sonst würde ich mich nun furchtbar schuldig fühlen.

Für mich nicht nur der beste Streifen 2007, sondern auch ein absolutes Einzelstück, das auch bei der hunderteinsten Sichtung nichts von seiner Sogwirkung eingebüßt hat. Hab ihn, thematisch passend, am 25. geschaut und erwische mich immer noch dabei, in freien Minuten den Soundtrack anzuspielen.

Vielleicht weiß ich doch, was ich mit meinem 30 € Gutschein anfange: Ich sollte mir endlich mal Mortiers Zweitwerk besorgen; den nüchternen Bewertungen zum Trotz.
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