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Alt 01.05.2019, 19:45
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Rosewood burning (1997) (OT: Rosewood)

Im Andenken an den vor wenigen Tagen verstorbenen Regisseur John Singleton (Boyz in the Hood/Higher Learning), hab ich mal in der VHS-Kiste gekramt und sein (damals etwas altbacken wirkendes) Epos über ein sehr sehr unschönes Kapitel der amerikanischen Historie wieder gesichtet....

Florida. Silvester 1922. Der Weltkrieg-1-Veteran Mann (Ving Rhames als übergroße Verbeugung vor der Quersumme aller Westernfiguren angelegt) erreicht das Musterstädtchen Rosewood. Das samt und sonders von Afroamerikanern bewohnt wird - einzige Ausnahme: der Gemischtwarenhändler John Wright (Jon "Anaconda"/"Heat"/"Der Richter und sein Henker" Voight), der als reichster Mann des Ortes (trotz seiner liberalen Haltung an die er wirklich glaubt - natürlich nur solange, wie diese nicht mit seinen vorhandenen Ressentiments zusammenstößt) im "relativen" Einklang mit der anderen Hautfarbe lebt.
Mann wird herzlich aufgenommen und freundet sich binnen kurzem mit der Idee an hier sesshaft zu werden.
Zumal ihm die aparte Schwester des in der Gemeinde hoch angesehenen Sylvester Carrier (Don Cheadle) mehr als nur gefällt.
Ein Umstand, der von der jungen Frau entsprechend erwidert wird.
Doch wie heißt es so schön: es kann der Frömmste nicht in Frieden leben...
...und die nächstgelegene Ortschaft die von weißen Arbeitern und ihren Familien (die ihr Haupteinkommen in dem örtlichen Sägewerk haben) bewohnt wird, beweisen Rosewood und seinen Einwohnern binnen der folgenden Tage, dass Neid immer noch der beste (und einzige!) Grund ist, jemandem beweisen zu müssen, das man RECHT hat.
Als die Ehefrau eines Arbeiters ihren Mann mit einem Dahergelaufenen (Robert "T2" Patrick) betrügt, dieser sie mißhandelt und verschwindet, beschuldigt sie einen - in der Gegend als flüchtiger Kettensträfling vermuteten - Schwarzen der Tat.
Innerhalb von gefühlten 15 Minuten sind sich die von ihrem ereignislosen Leben (das darüber hinaus nicht das "abgeworfen" hat, wie dies den Nachbarn von Rosewood zuteil wurde) Männer einig: der Täter hat sich im Nachbardorf versteckt.
Gleich mal ein Grund auf den Busch zu klopfen und denen - unter dem vorgeschobenen Deckmantel der behaupteten "Rechtschaffenheit" - mal so richtig bescheid zu sagen.
Zumal die Schwarzen ja immer so "arrogant" wirken, gell? Den könnte man jetzt mal "Bescheid" geben...
Der Dorfsheriff (Michael Rooker) ahnt die Wahrheit - ist aber letzten Endes mit zu weing Rückgrad gesegnet um die "Welle Wahnsinn" zu bändigen.
Es kommt, wie es kommen muss...
...und sowohl der Mann, der der niemals wieder in einem Kriegsgebiet landen wollte als auch der moralisch wankelmütige Ladenbesitzer werden Entscheidungen treffen müssen. Denn von ihnen hängen - letztendlich - die Leben der Kinder von Rosewood ab....

Singleton hat den Film - in Hinblick auf Spielbergs "Schindlers Liste" - als Prestigefilm und Mahnung für die Black Community produziert und inszeniert.
Vermutlich ist die Fallhöhe der Erfolge beider Filme schlicht und einfach auf den kontinentalen Abstand der Ereignisse zurückzuführen: "Schindlers Liste" spielt - bekanntermaßen - in (Nazi-)Deutschland, "Rosewood" dagegen - quasi - vor der Haustür.
So ist es kein Wunder, dass der Film - zu einem Zeitpunkt als das politische Barometer noch nicht den gesellschaftlichen Umschwung in der amerikanischen Gesellschaft wahrhaben wollte - sang- und klanglos baden ging. Bei einem Budget von 25 Millionen Dollar (was angesichts der Produktion doch wirklich günstig wirkt - vermutlich haben einige der bekannteren Namen für kleinere Gagen mitgewirkt) spielte der Film in den USA klägliche 13 Millionen Dollar ein. Und ging hierzulande "Direct-to-Video".
Und - auch wenn das Finale durchaus Gefahr läuft, ein wenig arg auf die "Action-Finale"-Hupe zu setzen (was nach dem vorher erlebten als halbwegs befreiende Katharsis annehmbar wirkt), der Weg dorthin ist.... Unschön.
Anders kann ich es nicht "freundlich" umschreiben.
Wenn der Lynchmob sich über die Folgetage mittels herbei gerufener Unterstützung "aufrechter Weißer" und ihrer Familien zu einem (gefühlten) Picknickvergnügen plus dabei servierter Massenselbstjustiz in einem wahren Volksfestrausch steigert, kann einem wirklich nur speiübel werden.
Die Bilder, die man heutzutage aus bestimmten politischen Lagern von ihren Aufmärschen, Zusammenkünften und Parteitagen bekommt, sind nicht allzu weit von eben jener Grenze entfernt, die hier von den "Recht habenden und Recht nehmenden" Horden überschritten wird.
Dass die Hinterbliebenden dieses - nennen wir es was es war und bleibt - Massakers wurde im Jahr 1993 (!) von einem amerikanischen Gericht Wiedergutmachung gewährt, verrät eine Texttafel am Schluss des Films.
Dass bei der Urteilsverkündung - halt mehr als 70 Jahre später - die Opferzahl auf 8 begrenzt wurde, lag schlichtweg an bis zu diesem Zeitpunkt nicht mehr erhältlichen Beweismaterial.
Die mündliche Überlieferung - jener Zeit geschuldet - pendelt die Zahl zwischen 40 bis 150 Opfer ein.
In den Neunzigern hat mich der Film - "nur" - halbwegs "gekriegt".
Was auch an der Lage in diesem unseren Land und dem damals noch herrschenden Glücksgefühl liegen mochte, das in dem Jahrzehnt wegen der Wiedervereinigung noch andauerte.
Was 22 Jahre in Kopf und Gemüt so verändern können, gell?
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")
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